Horizont, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Horizont(e)s · Nominativ Plural: Horizonte
Aussprache
WorttrennungHo-ri-zont
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Horizont‹ als Letztglied: ↗Anlagehorizont · ↗Ereignishorizont · ↗Erfahrungshorizont · ↗Fragehorizont · ↗Kuppelhorizont · ↗Lebenshorizont · ↗Meereshorizont · ↗Meerhorizont · ↗Planungshorizont · ↗Problemhorizont · ↗Rundhorizont · ↗Sinnhorizont · ↗Welthorizont
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
scheinbare Trennungslinie zwischen Erdoberfläche und Himmelsgewölbe
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
die Sonne steigt am Horizont empor, sinkt am Horizont
der Horizont bewölkt sich
am Horizont steht eine dunkle Wolkenwand
ein Gewitter zieht am Horizont herauf
den Horizont (mit dem Fernglas) absuchen
am Horizont taucht ein Schiff auf
bildlich
Beispiel:
wenn man die Entwicklung verfolgt, kann man feststellen, dass schwarze Wolken am Horizont heraufziehen (= die Lage bedrohlich wird)
übertragen der politische Horizontdie politische Lage
Beispiel:
der politische Horizont sieht bedenklich aus, hellt sich auf
2.
Theater Abschluss des Bühnenraumes, der den Himmel darstellen soll
Beispiel:
den Horizont beleuchten
3.
geistige Weite eines Menschen, Gesichtskreis
Beispiele:
einen beschränkten, engen Horizont haben
er hat einen weiten Horizont
das Lesen von Büchern erweitert den Horizont
umgangssprachlichdas geht über seinen Horizont (= übersteigt seine Auffassungskraft)
Als ich aus dem Manöver nach Hause kam, hatten sich mir ganz neue Horizonte aufgetan [SchweitzerAus meinem Leben14]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Horizont · horizontal
Horizont m. scheinbare Trennungslinie zwischen Erdoberfläche und Himmel, ‘Gesichtskreis’, übertragen ‘Umfang der geistigen Interessen und der Bildung’. Im 16. Jh. begegnet Orizon, Horizon als gelehrte Übernahme von gleichbed. lat. horizōn, Genitiv horizontis, griech. horízōn (kýklos), Genitiv horízontos (ὁρίζων κύκλος, ὁρίζοντος) in dt. Texten. Griech. horízōn ist eigentlich Part. Präs. von griech. horízein (ὁρίςειν) ‘begrenzen’, einer Ableitung von griech. hóros (ὅρος) ‘Grenze, Grenzstein, Ziel’, horízōn kýklos also ‘begrenzender Kreis’ (s. ↗Zyklus). Im 17. Jh. wird aus der griech.-lat. Stammform entwickeltes Horizont üblich. horizontal Adj. ‘wie der Horizont verlaufend, waagerecht’ (16. Jh.), nach mlat. horizontalis.

Thesaurus

Synonymgruppe
Horizont · ↗Skyline
Synonymgruppe
Blickfeld · ↗Gesichtsfeld · ↗Gesichtskreis · Horizont · Wahrnehmungshorizont
Unterbegriffe
  • Gerätehorizont · Instrumentenhorizont
  • Landschaftshorizont · Natürlicher Horizont
Assoziationen
Synonymgruppe
Areal · ↗Bereich · ↗Fläche · ↗Gegend · Horizont · ↗Ort · ↗Platz · ↗Raum · ↗Region · ↗Sektor · ↗Sphäre  ●  ↗Rayon  schweiz., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fähigkeit · Horizont · ↗Kenntnis · ↗Kenntnisstand · ↗Know-how · ↗Kompetenz · ↗Können · ↗Rüstzeug · ↗Sachkenntnis · ↗Sachkunde · ↗Sachverstand · ↗Wissen · ↗Wissensstand  ●  ↗Ahnung  ugs. · ↗Expertise  geh. · Kenne  ugs. · Techne  geh., griechisch
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bodenhorizont · Horizont
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erweiterung Hoffnungsschimmer Horizont Lichtstreif Silberstreif Silberstreifchen Silberstreifen Sonne Weite Wolke absuchen abzeichnen aufhellen auftauchen aufziehen beschränkt erstrecken erweitern fern geistig heraufziehen hinausreichen schimmern verdunkeln verdüstern verschwimmen verschwinden versinken weiten zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Horizont‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Messerscharf zeichnet sich seine Silhouette gegen den hellen Horizont ab.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2003
Die Augen suchen den Horizont, doch da ist nichts, woran sie sich festklammern könnten.
Der Tagesspiegel, 23.03.2002
Der helle Streifen am Horizont versank allmählich in tiefe Nacht.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 261
Jedenfalls sieht der Horizont nicht gerade rosig aus für uns.
Brief von Frau A. H. vom 09.11.1941. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 101
Auch kannte man die Stelle am Horizont genau, an der er erscheinen mußte.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 19076
Zitationshilfe
„Horizont“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Horizont>, abgerufen am 10.12.2019.

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