Hort, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hort(e)s · Nominativ Plural: Horte
Aussprache  [hɔʁt]
Wortbildung  mit ›Hort‹ als Erstglied: Horterzieher · Hortkind · Hortleiter · Hortplatz · Jugendhort
 ·  mit ›Hort‹ als Letztglied: Goldhort · Kinderhort · Schulhort · Schülerhort
 ·  mit ›Hort‹ als Grundform: horten
eWDG

Bedeutungen

1.
Heim, in dem sich Schulkinder außerhalb des Unterrichts am Tage aufhalten, Kinderhort
Beispiele:
am Nachmittag sind die Kinder im Hort
die Schularbeiten werden im Hort gemacht
das Kind vom Hort abholen
2.
gehoben Ort, Stätte, wo etw. besonders geachtet, gepflegt wird
Beispiele:
die Universität ist ein Hort des Geistes
dieses Land ist ein Hort des Friedens, der Freiheit
Österreich seinerseits spielte eine hervorragende Rolle doch nur als Hort der Heiligen Allianz [ LamprechtDt. Geschichte380]
Halt, Zuflucht
Beispiele:
er war ihrer aller Schutz und Hort
Darum ist sie [die Familie] der feste Hort [ BrechtDreigroschenroman439]
Am Lech sank Tilly, euer letzter Hort [ SchillerWallenst. TodIII 13]
3.
dichterisch Schatz
Beispiele:
Hei! Siegfried gehört nun / der Niblungen Hort! [ WagnerGötterdämmerungIII 2]
wie er auch den ihm hinterlassenen goldenen Hort noch mit keinem Finger berührt hatte [ C. F. MeyerHochzeit d. Mönchs3,240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hort · Schulhort · Hortnerin · horten
Hort m. ‘Schatz, Schutz, Zuflucht, Tagesheim für schulpflichtige Kinder’, ahd. (8. Jh.), mhd. hort ‘Schatz, Angehäuftes, Fülle, Menge’, asächs. hord, horð, aengl. hord, engl. hoard ‘Schatz, Vorrat’, anord. hodd ‘Schatz, Gold’, schwed. (mundartlich) hudda ‘Schuppen’, (mit grammatischem Wechsel) got. huzd ‘(verborgener) Schatz’ führen über ie. *kuzdho- ‘in Verborgenheit Gebrachtes, Versteck, Höhlung’ zusammen mit Haus, Hose (s. d.) auf eine s-Erweiterung ie. *keus- der mehrfach weitergebildeten und weit verbreiteten Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ (s. Haut, Scheune). Die alte Bedeutung ‘Schatz’, die bereits im 16. Jh. zurücktritt, wird durch die Bekanntschaft mit dem Nibelungenlied neu belebt (18. Jh.). An die übertragene, in der Sprache der Bibel entwickelte Verwendungsweise ‘sicherer Ort, Schutz, Zuflucht’ schließt sich Kinderhort (s. d.) an, auch Schulhort m. ‘Tagesheim zur Betreuung schulpflichtiger Kinder’ (20. Jh.), vielfach verkürzt Hort; dazu Hortnerin f. (20. Jh.). horten Vb. ‘anhäufen, sammeln’, als Neubildung (Anfang 20. Jh.) der Wirtschaftssprache zunächst bezogen auf Gold bzw. Geld, danach in allgemeinen Gebrauch übergehend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Kinder · Nachkommen · Nachkommenschaft · Nachwuchs · nächste Generation  ●  (die) lieben Kleinen  scherzhaft · Blagen  ugs. · Brut  derb · Bälger  ugs. · Gezücht  geh., abwertend · Wänster (thür.)  ugs.
Synonymgruppe
Hort · Juwel · Kostbarkeit · Schatz · Schmuckstück · Vermögen · wertvoll(st)er Besitz  ●  Kronjuwel(en)  fig. · Bijou  geh., franz., schweiz., fig. · Kleinod  geh. · Tafelsilber  ugs., fig.
Synonymgruppe
Brennpunkt · Hort (des / der ...) · Hotspot  ●  ...herd  fig. · Epizentrum  fig.
Assoziationen
  • (ein) Schlaraffenland (für)  ●  (ein) Dorado (für)  fig., negativ · (ein) El Dorado (für)  negativ, fig. · (ein) Eldorado (für)  negativ, fig. · (ein) Mekka (für)  negativ, fig., variabel · (ein) Paradies (für)  negativ, fig.
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Heimstatt · Heimstätte · Hort · Ort · Stätte

Typische Verbindungen zu ›Hort‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hort‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hort‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist er weit entfernt vom zuverlässigen Hort der Zahl. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Die sowjetische Führung pries denn auch wie nie zuvor das eigene Haus als Hort der Stabilität. [Die Zeit, 12.03.1976, Nr. 12]
Dieses System sei der große Hort des Friedens in der ganzen Welt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1961]]
Es sei ein Hort linksradikalen Gedankenguts, ereiferten sich rechte Politiker. [Die Zeit, 25.06.2013, Nr. 21]
Als er mit Cortez allein war, bat er darum, den Hort des Herrn des Fastens nicht anzutasten. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 313]
Zitationshilfe
„Hort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hort>.

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