Huhn, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Huhn(e)s · Nominativ Plural: Hühner
Aussprache
Wortbildung mit ›Huhn‹ als Erstglied: ↗Hühnchen · ↗Hühnerauge · ↗Hühneraugenpflaster · ↗Hühnerauslauf · ↗Hühnerbrust · ↗Hühnerbrühe · ↗Hühnerdieb · ↗Hühnerei · ↗Hühnerfarm · ↗Hühnerfleisch · ↗Hühnerfrikassee · ↗Hühnerfutter · ↗Hühnergegacker · ↗Hühnergrind · ↗Hühnerhabicht · ↗Hühnerhalter · ↗Hühnerhaltung · ↗Hühnerhaus · ↗Hühnerhof · ↗Hühnerhund · ↗Hühnerjagd · ↗Hühnerleiter · ↗Hühnerpest · ↗Hühnersalat · ↗Hühnerstall · ↗Hühnersteige · ↗Hühnerstiege · ↗Hühnersuppe · ↗Hühnervogel · ↗Hühnervolk · ↗Hühnerzucht · ↗Hühnerzüchter · ↗hühnerartig · ↗hühnerblind
 ·  mit ›Huhn‹ als Letztglied: ↗Auerhuhn · ↗Birkhuhn · ↗Blesshuhn · ↗Blässhuhn · ↗Brathuhn · ↗Feldhuhn · ↗Flughuhn · ↗Haselhuhn · ↗Haushuhn · ↗Legehuhn · ↗Masthuhn · ↗Moorhuhn · ↗Paprikahuhn · ↗Perlhuhn · ↗Puthuhn · ↗Putthuhn · ↗Rackelhuhn · ↗Rassehuhn · ↗Rebhuhn · ↗Schneehuhn · ↗Schopfhuhn · ↗Steppenhuhn · ↗Sumpfhuhn · ↗Suppenhuhn · ↗Teichhuhn · ↗Truthuhn · ↗Unglückshuhn · ↗Waldhuhn · ↗Wasserhuhn · ↗Zwerghuhn
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
größerer Vogel mit verschiedenfarbigem Gefieder, einem fleischigen Kamm auf dem Kopf und meist zwei Hautlappen am Kinn, der wegen seiner Eier und seines Fleisches als Haustier gehalten wird
a)
Beispiele:
ein weißes, braunes, schwarzes, buntes Huhn
die Hühner scharren, flattern, sitzen auf der Stange
jmd. hält (sich) [Dativ] Hühner, hat Hühner
ein Huhn schlachten, ausnehmen, absengen, rupfen
ein gebratenes, fettes Huhn
heute gibt es Huhn (= Hühnerfleisch) mit Reis
sie läuft davon, herum wie ein aufgescheuchtes Huhn salopp
er rennt herum wie ein Huhn ohne Kopf (= rennt verwirrt, planlos herum) norddeutsch, salopp
nach dem Regenguss sah sie aus wie ein gerupftes Huhn salopp
er macht ein Gesicht, als ob ihm die Hühner das Brot weggefressen hätten (= er sieht verdutzt, ratlos aus) salopp, scherzhaft
der Brief sieht aus, als ob die Hühner über das Papier gelaufen wären (= der Brief ist sehr unordentlich geschrieben) salopp, scherzhaft
ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn (= auch dem Unfähigsten gelingt gelegentlich etwas) salopp
übertragen
Beispiele:
da lachen ja die Hühner! (= das ist doch lächerlich!) umgangssprachlich
mit den Hühnern (= sehr früh) zu Bett, schlafen gehen, aufstehen umgangssprachlich, scherzhaft
mit jmdm. ein Hühnchen zu rupfen haben (= mit jmdm. etw. zu bereinigen, sich auseinanderzusetzen haben) umgangssprachlich, scherzhaft
b)
Henne
Beispiele:
das Huhn gackert, gluckt, legt täglich ein Ei, brütet
der Hahn stolziert zwischen den Hühnern umher
2.
Jägersprache Rebhuhn
Beispiele:
eine Jagd auf Hühner veranstalten
Hühner stehen auf, fallen ein
eine Kette, ein Volk Hühner
3.
in Verbindung mit bestimmten Adjektiven
Mensch
Beispiele:
ein krankes Huhn salopp
er, sie ist ein lustiges, fideles, famoses, ulkiges, tolles, verdrehtes, verrücktes Huhn salopp
mein (armes, kleines) Hühnchen! vertraulich
so ein dummes, blödes, versoffenes Huhn! salopp, abwertend
Ein junges Huhn mit blonden Wasserwellen sitzt am Nebentisch [DöblinAlexanderpl.77] salopp, abwertend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Huhn · Hühnerauge
Huhn n. Die zunächst für beide Geschlechter, dann vor allem (synonym mit ↗Henne und im Unterschied zu ↗Hahn, s. d.) für die weiblichen Exemplare des verbreiteten Hausgeflügels sowie seiner wildlebenden Verwandten aus der Ordnung der Hühnervögel (1. Hälfte 19. Jh. für vorausgehendes hühnerartige Vögel) gebräuchliche Bezeichnung ist eine nur im Kontinentalwestgerm. und im Nordgerm. nachzuweisende neutrale Bildung (s-Stamm), die zu dem bei ↗Hahn (s. d.) dargestellten gemeingerm. Mask. im Ablautverhältnis (dehnstufig) steht, vgl. ahd. huon (9. Jh., auch in der Bedeutung ‘junges Huhn’ wie das Deminutivum huonin(c)līn, 8. Jh.), mhd. huon, asächs. mnd. hōn, mnl. nl. hoen, anord. hœns, hœnsn(i) (Plur.), dän. høns (Plur.), schwed. höns (Sing.). Hühnerauge n. ‘durch Druck entstandene ringförmige schmerzhafte Hornhautverdickung’ (auf der Oberseite der Zehen), seit Beginn des 16. Jhs. belegt und wohl mlat. oculus pullinus fortsetzend, beruht auf äußerer Ähnlichkeit der auch Leichdorn (eigentl. ‘Dorn im Körper’, s. ↗Leiche) genannten krankhaften Veränderung mit dem Vogelauge; in gleichem Sinne ferner Elsterauge (frühnhd. Agersten-, Egerstenauge, 16. Jh., mnd. echster-, achsteroge, 15. Jh.), Krähenauge (16. Jh.), beide noch landschaftlich weiterlebend.

Thesaurus

Synonymgruppe
Glucke · ↗Gluckhenne · ↗Henne · ↗Legehenne · ↗Leghenne  ●  ↗Poulet  schweiz. · ↗Hendl  ugs.
Oberbegriffe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eier Enten Gänse Hahn Hasen Kaninchen Katzen Kühe Lamm Legebatterien Puten Reis Rinder Schafe Schweine Tauben Ziegen aufgescheuchte blindes freilaufenden füttern gackern gackernde gebratenes gerupftes geschlachtet picken rupfen scharren züchten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Huhn‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abends komme ich um sieben Uhr zurück, da schlafen die Hühner längst.
Der Tagesspiegel, 12.01.2002
Solange es das Huhn nicht erlegt hat, hat es das Huhn nicht erlegt.
Süddeutsche Zeitung, 30.11.2001
Ihm ist, wie er die Stelle angetreten hat, zuerst ein Huhn gestorben.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 7078
Und die Augen der Hühner sind doch ähnlich gebaut wie die unseren.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31782
Die kommen immer wieder, die sind so frech, die Hühner!
Ernst, Otto: Appelschnut, Rostock: Hirnstoff 1989 [1907], S. 47
Zitationshilfe
„Huhn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Huhn>, abgerufen am 21.11.2017.

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