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Hummel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hummel · Nominativ Plural: Hummeln
Aussprache 
Worttrennung Hum-mel
Wortbildung  mit ›Hummel‹ als Erstglied: Hummelfliege  ·  mit ›Hummel‹ als Letztglied: Ackerhummel · Erdhummel · Heidehummel · Schmarotzerhummel · Steinhummel
Mehrwortausdrücke  Hummeln im Hintern · Hummeln in der Hose

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. zu den Bienen gehörendes, gedrungen gebautes und dichtbehaartes Insekt
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich, scherzhaft] ⟨eine wilde Hummel⟩ ein ausgelassenes, lebhaftes Mädchen
eWDG

Bedeutungen

1.
zu den Bienen gehörendes, gedrungen gebautes und dichtbehaartes Insekt
Beispiele:
eine schwarze, braune, dicke Hummel
die Hummel fliegt, summt, brummt, besucht die Blumen, sammelt Blütenstaub
Durch die Stille vernahmen sie, weich und gedämpft wie das Brummen einer riesigen Hummel, das Geräusch eines Motorbootes [ JohoWendemarke193]
bildlich
Beispiel:
salopper hat Hummeln im Hintern (= ist unruhig, kann nicht still sitzen)
2.
umgangssprachlich, scherzhaft eine wilde Hummelein ausgelassenes, lebhaftes Mädchen
Beispiel:
Meine braune, wilde Hummel hat, als sie einmal in bürgerlichen Verhältnissen war, Hausfrauentugenden entfaltet [ Suderm.SodomI 11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hummel f. Der Name für große, plumpe, pelzig behaarte Bienenarten ahd. humbal m. (10. Jh.), humbalo m., humbala f. (11. Jh.), mhd. humbel, hummel m., mnd. hummel(e), mnl. hommel, hōmel, hummel, nl. hommel, schwed. humla ist wahrscheinlich eine Ableitung von (literarisch allerdings erst spät bezeugtem) lautnachahmendem spätmhd. hummen, nhd. (in md. und nd. Mundarten) hummen, hommen ‘summen’, nl. (älter) hommelen, (mundartlich) hommelen, hommen, engl. to hum. Zieht man russ. šmel’ (шмель), (mundartlich) čmel’ (чмель) ‘Hummel, Erdbiene’ und (ablautend dazu) lit. kamãnė ‘Mooshummel’, lett. kamene, apreuß. kamus ‘Hummel’ sowie russ.-kslaw. komarъ, russ. komár (комар) ‘Mücke’, ferner lit. kìmti ‘heiser werden’ heran, so kann eine Wurzel ie. *kem- ‘summen’ vorausgesetzt werden.

Typische Verbindungen zu ›Hummel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hummel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hummel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine wilde Hummel wurde jeden Tag älter, und das gefiel ihr nicht. [Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10338]
Man kann die Hummel zwar nicht richtig streicheln, aber zum Haustier ist sie ohnehin nicht gemacht. [Die Zeit, 23.03.2005, Nr. 13]
Der Hubschrauber kreist wie eine beschwipste Hummel über der Stadt. [Süddeutsche Zeitung, 14.12.2000]
Auf einer Blüte des Rhododendrons sitzt denn auch zwar kein Hummer, aber doch wenigstens eine Hummel. [Ernst, Otto: Appelschnut, Rostock: Hirnstoff 1989 [1907], S. 91]
In der Kastanienallee, die von der Straße schnurstracks aufs Haus läuft, summten die Myriadenvölker der Bienen und Hummeln. [Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 349]
Zitationshilfe
„Hummel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hummel>.

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