Humor, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Humors · Nominativ Plural: Humore
Aussprache
WorttrennungHu-mor
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Humor‹ als Erstglied: ↗humorig · ↗humorlos · ↗humorvoll
 ·  mit ›Humor‹ als Letztglied: ↗Fäkalhumor · ↗Galgenhumor
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
gelassene Heiterkeit, die den Menschen befähigt, in schweren Situationen eigene und fremde Schwächen zu belächeln und den Mut zu bewahren
Beispiele:
gelassener, überlegener, lächelnder, köstlicher, gütiger Humor
sein ausgelassener, unerschöpflicher, trockener, bitterer, beißender Humor
echter, freier, sonniger, goldener, abgründiger, derber Humor
der schwarze (= Grausiges belachende) Humor
jmd. hat viel, einen gesunden, keinen Humor
er ist ein Mensch ohne Humor
in jmds. Worten lag feiner Humor
den Humor verlieren, behalten
um den Humor gebracht werden
sein Unglück mit Humor tragen
eine schlechte Nachricht mit Humor aufnehmen
sprichwörtlich Humor ist, wenn man trotzdem lacht
2.
selten Spaß, Scherz, Witz
Beispiele:
Nach dieser markigen und mit volkstümlichen Humoren gewürzten Rede [WerfelBernadette253]
nachdem ... die Humore Onkel Pauls ihre Wirkung getan hatten, war ich wieder leidlich vergnügt [G. Hauptm.3,187]
3.
nur im Singular
landschaftlich, veraltend Laune, Stimmung
Beispiele:
etw. verdirbt jmdm. seinen Humor
jmd. ist nicht bei Humor
Danken Sie es meinem gegenwärtigen guten Humor [NestroyZu ebener ErdeI 9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humor · Humorist · humoristisch · Humoreske · humorig
Humor m. ‘heitere Gelassenheit als Grundhaltung gegenüber dem Dasein, Sinn für Komik, gute Laune, fröhliche Stimmung’. Zugrunde liegt lat. hūmor (Genitiv hūmōris), eine volksetymologisch an lat. humus ‘Erde’ (s. ↗Humus) angeschlossene Variante von lat. ūmor (Genitiv ūmōris) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, Naß’ (auch für ‘Tränen, Speichel, Blut’), zu lat. ūmēre ‘feucht sein’. In der mittelalterlichen Medizin steht mlat. humor für ‘Körpersaft’, bezeichnet also jene vermeintlichen vier Grundsäfte des Körpers, die nach der (besonders durch Galen verbreiteten) hippokratischen Lehre die vier Temperamente bewirken, und gilt im Anschluß daran auch für ‘Gemütslage, Gestimmtheit, Laune, Charakter’. In diesem Sinne wird das Wort ins Dt. übernommen (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. naturliche vermischung und temperatur der vier humoren (1616), melancholischer Humor ‘Stimmung, Laune’ (17. Jh.). Endbetonung im Dt. (seit etwa 1700) geht auf lat. flektierte bzw. diesen folgende Formen (wie dt. Humoren Plur.) zurück oder beruht auf dem Einfluß von (ebenfalls aus dem Lat. entlehntem) gleichbed. frz. humeur. Aus dem Afrz. stammendes engl. humour entwickelt sich (im 17. Jh.) zu einer Bezeichnung für jene Wesensart des Menschen bzw. Eigenschaft einer literarischen Darstellung, die Heiterkeit, Belustigung, Spaß ausstrahlt und hervorruft. Dieser Gebrauch wird Mitte 18. Jh. ins Dt. übernommen. Humorist m. ‘Künstler, dessen Werke Heiterkeit und Belustigung vermitteln’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach engl. humorist; zuvor ‘Humoralmediziner, die Lehre von den Körpersäften zugrundelegender Arzt’ (Paracelsus, um 1520); humoristisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘humoralmedizinisch’ (Paracelsus). Humoreske f. ‘heitere Kurzerzählung, heiteres Musikstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), mit romanisierender Endung analog ↗Burleske, ↗Groteske (s. d.). humorig Adj. ‘heiter, launig’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Humor · ↗Komik · ↗Witz
Unterbegriffe
  • Fäkalhumor  ●  skatologischer Humor  selten
  • britischer Humor · englischer Humor
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Charme Ironie Portion Prise Sarkasmus Satire Selbstironie Sinn Witz bissig britisch derb englisch fein feinsinnig grimmig grotesk hintergründig hintersinnig leise makaber rheinisch sarkastisch schräg schwarz skurril subtil trocken unfreiwillig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Humor‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei lässt sie etwas von ihrem Humor durchscheinen, der ihr geholfen haben muss, eine schwierige Zeit zu überstehen.
Die Zeit, 31.05.2006, Nr. 22
Ohne seinen Humor, meinte der Vater, hätte er das KZ nicht überlebt.
Der Tagesspiegel, 23.01.2005
Dieses Buch ist ein großer Wurf auf dem Gebiete des Humors!
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 02.03.1940
Unendlich viel Humor steckt in dem großen Gemälde des Grafen von Gleichen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1919. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1919], S. 153
Trotz des Ernstes, der uns alle bewegte, und den auch sie teilte, brachte sie doch viel Humor in den täglichen Verkehr.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7374
Zitationshilfe
„Humor“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Humor>, abgerufen am 19.03.2019.

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