Humorist, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Humoristen · Nominativ Plural: Humoristen
Aussprache
WorttrennungHu-mo-rist (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

Künstler, dessen Werke von Humor erfüllt sind
Beispiel:
dieser Schriftsteller, Dichter, Zeichner ist ein bekannter Humorist
Komiker, Spaßmacher
Beispiel:
das Publikum lachte über die Späße des beliebten Humoristen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humor · Humorist · humoristisch · Humoreske · humorig
Humor m. ‘heitere Gelassenheit als Grundhaltung gegenüber dem Dasein, Sinn für Komik, gute Laune, fröhliche Stimmung’. Zugrunde liegt lat. hūmor (Genitiv hūmōris), eine volksetymologisch an lat. humus ‘Erde’ (s. ↗Humus) angeschlossene Variante von lat. ūmor (Genitiv ūmōris) ‘Feuchtigkeit, Flüssigkeit, Naß’ (auch für ‘Tränen, Speichel, Blut’), zu lat. ūmēre ‘feucht sein’. In der mittelalterlichen Medizin steht mlat. humor für ‘Körpersaft’, bezeichnet also jene vermeintlichen vier Grundsäfte des Körpers, die nach der (besonders durch Galen verbreiteten) hippokratischen Lehre die vier Temperamente bewirken, und gilt im Anschluß daran auch für ‘Gemütslage, Gestimmtheit, Laune, Charakter’. In diesem Sinne wird das Wort ins Dt. übernommen (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. naturliche vermischung und temperatur der vier humoren (1616), melancholischer Humor ‘Stimmung, Laune’ (17. Jh.). Endbetonung im Dt. (seit etwa 1700) geht auf lat. flektierte bzw. diesen folgende Formen (wie dt. Humoren Plur.) zurück oder beruht auf dem Einfluß von (ebenfalls aus dem Lat. entlehntem) gleichbed. frz. humeur. Aus dem Afrz. stammendes engl. humour entwickelt sich (im 17. Jh.) zu einer Bezeichnung für jene Wesensart des Menschen bzw. Eigenschaft einer literarischen Darstellung, die Heiterkeit, Belustigung, Spaß ausstrahlt und hervorruft. Dieser Gebrauch wird Mitte 18. Jh. ins Dt. übernommen. Humorist m. ‘Künstler, dessen Werke Heiterkeit und Belustigung vermitteln’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach engl. humorist; zuvor ‘Humoralmediziner, die Lehre von den Körpersäften zugrundelegender Arzt’ (Paracelsus, um 1520); humoristisch Adj. (2. Hälfte 18. Jh.), zuvor ‘humoralmedizinisch’ (Paracelsus). Humoreske f. ‘heitere Kurzerzählung, heiteres Musikstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), mit romanisierender Endung analog ↗Burleske, ↗Groteske (s. d.). humorig Adj. ‘heiter, launig’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Humorist · ↗Komiker · ↗Komödiant  ●  ↗Comedian  engl.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichter Dramatiker Erzähler Humorist Ironiker Kabarettist Karikaturist Komiker Maler Philosoph Satiriker Schauspieler Schriftsteller Sänger Zeichner amerikanisch auszeichnen begnadet beliebt berühmt echt ehren englisch gestorben groß hintergründig populär verstorben wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Humorist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit diesem trockenen Humoristen trat er auch selbst beim Oktoberfest auf.
Süddeutsche Zeitung, 10.04.2002
Der ganze Bus ist erheitert, man will sich gut stellen mit dem Humoristen am Steuer - könnte man doch selbst das nächste Opfer sein.
Die Zeit, 26.02.2001, Nr. 09
Nicht hochmütig und verachtend ist das Lächeln des großen Humoristen, nein!
Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1909, Nr. 9/10, Bd. 60
Er wurde 1622 heiliggesprochen und gilt als Patron der Humoristen.
Liebing, H.: Neri. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13303
Ich spreche nicht mehr deutsch, wie man heute deutsch spricht, und für einen, sagen wir, Humoristen ist das ein schweres Hemmnis.
Tucholsky, Kurt: An Walter Hasenclever, 29.11.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16610
Zitationshilfe
„Humorist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Humorist>, abgerufen am 19.03.2019.

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