Humpen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Humpens · Nominativ Plural: Humpen
Aussprache
WorttrennungHum-pen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Humpen‹ als Letztglied: ↗Bierhumpen · ↗Glashumpen · ↗Literhumpen · ↗Silberhumpen
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet großes Trinkgefäß aus Metall, Glas oder Ton, das meist mit einem Henkel und einem Deckel versehen ist und kunstvoll verziert sein kann
Beispiele:
ein alter, riesiger Humpen
ein Humpen (mit) Wein, Bier
den Humpen füllen, leeren
Humpen dröhnten, Gesundheiten wurden ... ausgebracht [C. F. MeyerPage3,157]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Humpen · Humpe · Hümpel · Bierhumpen
Humpen m. bis ins 18. Jh. vorwiegend Humpe f. ‘großes Trinkgefäß’ (meist mit Griff und Deckel), zuerst omd. (2. Hälfte 16. Jh.), wohl durch die Studentensprache verbreitet. Mit mnd. hümpel ‘Häuflein’, nd. Hump, Humpe ‘Teil, Stück, Ecke’, nl. homp ‘Klumpen’, engl. hump ‘Buckel, Höcker’, norw. hump ‘Hügel’ und vielleicht aind. kumbháḥ ‘Topf, Krug’, griech. kýmbē (κύμβη) ‘Trinkgefäß, Schale, Becken’ (wenn nicht Wanderwort), mir. comm ‘Gefäß’ auf eine nasalierte Erweiterung ie. *kumb(h)- der Wurzel ie. *keu-, *keu̯ə- ‘biegen, Wölbung, Höhlung’ (s. ↗Haufen) zurückgehend? Das Deminutivum mnd. hümpel ‘Häufchen’ (s. oben) wird ins Hd. (18. Jh.) aufgenommen Hümpel m. nordd. ‘Haufen, aufgeschüttete Menge’ (Adelung), dann auch ‘Trinkgefäß’. Bierhumpen m. (2. Hälfte 17. Jh.), Bierhumpe f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bierbembel · ↗Bierkrug · ↗Bierseidel · Humpen · ↗Maß · ↗Maßkrug · ↗Schnelle · ↗Seidel · ↗Steinkrug  ●  ↗Henkel  berlinerisch · Augenkanne  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Bier · ↗(ein) Bierchen · (ein) Humpen · ↗(ein) Schoppen · (ein) kühles Blondes  ●  (ein) Glas Bier  Hauptform · ↗(eine) Maß  bair. · ↗(eine) Halbe  ugs., süddt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Becher Bier Glas Krug Pokal barock heben silbern trinken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Humpen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl ich schon vier kleine Bier intus hatte, trank ich den Humpen in einem Zug halb leer.
Arjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 90
Wenn er nicht gestorben ist, dann hebt er den Humpen noch heute.
Die Welt, 07.11.2003
Der Frau, die die Mangel bediente, mußte ein Humpen gebracht werden.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8374
Sie hatten keine Lust, einen ganzen Abend herumzustehen und Bier aus einem Humpen zu trinken.
Der Tagesspiegel, 30.06.2002
Sie deutet auf den bauchigen Humpen und setzt sich danach auf das Kanapee.
Christ, Lena: Die Freier. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10254
Zitationshilfe
„Humpen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Humpen>, abgerufen am 09.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Humpelrock
humpeln
humpelig
Humpelei
Hümpel
humplig
Humus
humusarm
Humusbildner
Humusbildung