Hund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hund(e)s · Nominativ Plural: Hunde
Aussprache
Wortbildung mit ›Hund‹ als Erstglied: ↗Hundchen · ↗Hundeabteil · ↗Hundeauge · ↗Hundeausstellung · ↗Hundebesitzer · ↗Hundebiss · ↗Hundeblick · ↗Hundeblume · ↗Hundedreck · ↗Hundefloh · ↗Hundeflöhen · ↗Hundefutter · ↗Hundefänger · ↗Hundegebell · ↗Hundegekläff · ↗Hundegekläffe · ↗Hundegeschirr · ↗Hundegespann · ↗Hundehalsband · ↗Hundehalter · ↗Hundehalterin · ↗Hundehütte · ↗Hundejunge · ↗Hundeklosett · ↗Hundekoppel · ↗Hundekuchen · ↗Hundeleine · ↗Hundeliebhaber · ↗Hundemarke · ↗Hundemeute · ↗Hundenapf · ↗Hundenarr · ↗Hundepeitsche · ↗Hunderasse · ↗Hunderennen · ↗Hundesalon · ↗Hundeschau · ↗Hundeschlitten · ↗Hundeschnauze · ↗Hundeseele · ↗Hundesohn · ↗Hundesperre · ↗Hundestaupe · ↗Hundesteuer · ↗Hundeviech · ↗Hundevieh · ↗Hundewagen · ↗Hundezucht · ↗Hundezwinger · ↗Hundezüchter · ↗Hundsfott · ↗Hundskamille · ↗Hundspetersilie · ↗Hundsstern · ↗Hundstage · ↗Hundsveilchen · ↗Hundsviech · ↗Hundsvieh · ↗Hundswut · ↗Hündchen · ↗Hündin · ↗Hündlein · ↗hunde- · ↗hundeähnlich · ↗hunds-
 ·  mit ›Hund‹ als Letztglied: ↗Apportierhund · ↗Arbeitshund · ↗Beizhund · ↗Blindenhund · ↗Bluthund · ↗Dachshund · ↗Diensthund · ↗Dorfhund · ↗Drogenhund · ↗Erdhund · ↗Eskimohund · ↗Familienhund · ↗Fleischerhund · ↗Flughund · ↗Fährtenhund · ↗Gebrauchshund · ↗Hatzhund · ↗Haushund · ↗Hetzhund · ↗Himmelhund · ↗Hirtenhund · ↗Hofhund · ↗Höllenhund · ↗Hühnerhund · ↗Hütehund · ↗Jagdhund · ↗Kampfhund · ↗Kettenhund · ↗Labradorhund · ↗Leithund · ↗Listenhund · ↗Lumpenhund · ↗Marderhund · ↗Meldehund · ↗Minenhund · ↗Misthund · ↗Modehund · ↗Nackthund · ↗Pirschhund · ↗Polarhund · ↗Polizeihund · ↗Präriehund · ↗Rassehund · ↗Roboterhund · ↗Sanitätshund · ↗Sauhund · ↗Schießhund · ↗Schlittenhund · ↗Schlosshund · ↗Schoßhund · ↗Schutzhund · ↗Schweinehund · ↗Schweißhund · ↗Schäferhund · ↗Seehund · ↗Sennenhund · ↗Spürhund · ↗Straßenhund · ↗Stöberhund · ↗Suchhund · ↗Vorstehhund · ↗Wachhund · ↗Wachtelhund · ↗Wildhund · ↗Windhund · ↗Wolfshund · ↗Zwerghund
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
kleines oder mittelgroßes, zu den Raubtieren gehörendes Säugetier mit feinem Gehör und Geruchssinn, das wegen seiner Gelehrigkeit und Treue als Haustier gehalten, in unterschiedlichen Rassen gezüchtet und besonders als Wächter und bei der Jagd verwendet wird
Beispiele:
ein junger, großer, schöner, kluger, treuer, gehorsamer, rassereiner, herrenloser, wildernder, streunender, kläffender, räudiger, toller, wilder, scharfer Hund
Vorsicht, bissiger Hund!
ein langhaariger, kurzhaariger Hund
ein Hund mit Hängeohren, braunem, schwarzlockigem Fell
der Hund bellt, schlägt an, kläfft, heult, winselt, jault, beißt, wedelt mit dem Schwanz, liegt an der Kette, bewacht den Hof, springt den Dieb an, bellt den Mond an
Jägersprache der Hund gibt Laut
(sich) [Dativ] einen Hund halten
den Hund ausführen, an die Leine nehmen, an der Leine führen, an die Kette legen, loslassen, abrichten, (auf den Mann) dressieren, auf einen Eindringling hetzen
Hunde züchten, zusammenkoppeln
das Wild ist von Hunden umstellt, wird mit Hunden gehetzt
die Hunde sind los
umgangssprachlich treu sein wie ein Hund
umgangssprachlich jmdm. wie ein Hund (= ergeben) folgen
umgangssprachlich müde sein wie ein Hund
salopp frieren wie ein junger Hund (= sehr frieren)
salopp aussehen, sich verkriechen wie ein geprügelter Hund
salopp jmd. ist bekannt wie ein bunter, scheckiger Hund (= ist überall bekannt)
umgangssprachlich wie Hund und Katze sein, leben (= sich nicht vertragen)
umgangssprachlich wie ein Hund (= schlecht) leben, behandelt werden
sprichwörtlich Hunde, die (viel, laut) bellen, beißen nicht (= jmd., der rasch zu lauter und unbeherrschter Kritik neigt, ist nicht gefährlich)
sprichwörtlich viele Hunde sind des Hasen Tod (= ein einzelner vermag nichts gegen viele)
sprichwörtlich den Letzten beißen die Hunde (= der Letzte ist am schlechtesten dran)
Ernst pfeift seinem Hündchen, das ihm das Halstuch zwischen den Zähnen bringt [SeghersSiebtes Kreuz4,13]
bildlich
Beispiele:
bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die Tür, auf die Straße (= es ist sehr schlechtes Wetter)
salopp das muss, kann (sogar) einen Hund jammern (= ist erbarmenswert)
salopp damit kann man keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken, vom Ofen locken (= damit kann man kein Interesse erwecken)
salopp von dem nimmt kein Hund ein Stück Brot mehr (= er ist allgemein verachtet)
übertragen
Beispiele:
jmdn. auf den Hund bringen (= jmdn. ruinieren)
auf den Hund kommen (= herunterkommen)
ganz auf dem Hund sein (= in schlechtem Zustand sein)
vor die Hunde gehen (= zugrunde gehen)
etw. vor die Hunde werfen (= etw. verkommen lassen, vergeuden)
etw. ist unter allem Hund (= sehr schlecht)
mit allen Hunden gehetzt sein (= in allen Schlichen erfahren sein)
da liegt der Hund begraben (= das ist der Kern der Sache)
das ist ein dicker Hund (= ein starkes Stück, ein grober Fehler)
2.
ohne Verkleinerungsform
salopp Mensch, besonders Mann
a)
mit bestimmten Adjektiven
derb
Beispiele:
er war sein ganzes Leben lang ein armer Hund
ein dummer, blöder, fauler, schlapper, lahmer, feiger, krummer, roher, kalter, feiner, strammer, scharfer Hund
dieser elende, freche, geizige, gemeine, gerissene, falsche Hund
weil meine Zeitung ... einen so jungen Hund (= einen so unerfahrenen Menschen) wie mich entsandte [KischMarktplatz139]
die jammervolle Tapferkeit dieser armen Hunde [RemarqueIm Westen133]
Um verräterische Hunde aus ihnen zu machen [JahnnHolzschiff74]
b)
Schimpfwort gemeiner Kerl
Beispiele:
so ein Hund!
du Hund!
jmdn. einen Hund schimpfen
Wie die Hunde mich behandeln [HacksSchöne Helena4]
c)
derb kein Hundniemand
Beispiele:
kein Hund war zu Hause
daß ich ihnen die Köpfe voll toter Namen pfropfe, für die ihnen später kein Hund was gibt [O. ErnstFlachsmannI 14]
»Kein Hund von Trompeter regt und rührt sich«, schrie Nußknacker erbost [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,268]
3.
ohne Verkleinerungsform
Sonderbedeutungen
a)
Beispiel:
fliegende Hunde (= zu den Fledermäusen gehörende, in den Tropen lebende, schädliche Säugetiere mit hundeartigem Kopf und einer Flügelspannweite bis zu 1,50 Meter)
b)
Beispiele:
der Große Hund (= Sternbild)
der Kleine Hund (= Sternbild)
c)
umgangssprachlich
Beispiel:
kalter Hund (= Torte aus Keksen und Kakaomasse)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hund · Hunt · hündisch · Schäferhund · Schießhund · Hundstage · Hündin
Hund m. Der gemeingerm. Name des zu den Raubtieren gehörenden, wohl ältesten indoeuropäischen Haustieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. hunt, asächs. aengl. hund (engl. hound ‘Jagd-, Hetzhund’ neben dog ‘Hund’), mnl. hont, nl. hond, anord. hundr, schwed. hund, got. hunds zeigt eine Dentalerweiterung (ie. *k̑u̯ont-) gegenüber den außergerm. Bezeichnungen aind. śvā́ (Genitiv śúnaḥ), griech. kýōn, Genitiv kynós (κύων, κυνός) (s. ↗zynisch), air. (Genitiv con), lit. ṡuõ sowie lat. canis (mit später entstandenem a?), aus denen sich ein Ansatz ie. *k̑u̯on-, *k̑un- ‘Hund’ erschließen läßt, wobei Anknüpfung an die Wurzel ie. *k̑eu- ‘leuchten, glänzen, hell’ (motiviert durch die Farbe des Tieres) fraglich bleibt. Andere führen den Dental des Germ. auf ein to-Partizip zur Wurzel ie. *ken- ‘frisch hervorkommen’ zurück, die auch in Bezeichnungen für ‘Tierjunges’ erscheint, vgl. mir. cano, cana ‘Wolfjunges’. Hund, auch Hunt ‘kleiner Förderkarren im Bergbau’ ist eine Übertragung des Tiernamens (Mitte 16. Jh.). Häufig ist der Gebrauch als Schimpfwort (16. Jh., doch vermutlich viel älter), auch Lumpenhund (17. Jh.), ↗Schweinehund (s. d.). Oft in Zusammensetzungen und Wendungen, die selten auf gute Eigenschaften des Tieres (Hundetreue, Hundeblick), weit mehr nach allgemeiner, zumal älterer Auffassung auf vermeintlich schlechte Eigenschaften anspielen, da der Hund weithin und lange Zeit als Bild des Elenden, Niederträchtigen, Menschenunwürdigen angesehen wird; das Bestimmungswort nimmt dabei vielfach steigernde Funktion an, vgl. Hundeleben (17. Jh.), Hundeloch zunächst für ‘Gefängnis’ (17. Jh.), Hundeseele (18. Jh.), Hundearbeit (19. Jh.), Hundekälte (19. Jh.), Hundewetter (19. Jh.), Hundelohn (20. Jh.); hundekalt (19. Jh.), hundemüde (19. Jh.), hundemiserabel (19. Jh.), hundsmiserabel (20. Jh.), hundsgemein (19. Jh.), hundsmäßig, hundemäßig (19. Jh.); ferner da liegt der Hund begraben ‘das ist der Kern der Sache’ (17. Jh.), auf den Hund kommen ‘herunterkommen’ (18. Jh.), vor die Hunde gehen ‘zugrunde gehen’ (17. Jh.). hündisch Adj. ‘kriecherisch, unterwürfig, gemein’, älter hundisch (15. Jh.), da der Hund als niedergetretene und geprügelte Kreatur gilt und wegen seiner Unterwürfigkeit verachtet wird. Schäferhund m. Hund einer besonders für das Treiben und Bewachen von Herden geeigneten Rasse (16. Jh.). Schießhund m. ‘Spürhund’, eigentlich ‘Hund, der das angeschossene Wild aufzuspüren hat’, besonders in der Wendung aufpassen wie ein Schießhund (nd. uppassen as een Scheethund) ‘scharf aufpassen’ (18. Jh.). Hundstage Plur. ‘Hitzetage’, meist um den 14. Juli, spätmhd. hundetac, huntlīche tage (14. Jh.), hundische tage (15. Jh.), mnl. hontdāghe; Übersetzung von lat. diēs canīculārēs, der Bezeichnung für die durch das Hundsgestirn im Sternbild des Orion bestimmten Tage, vgl. lat. canīcula ‘Hundsstern, Sirius’, dessen Aufgang die heißen Juli- und Augusttage einleitet. Hündin f. ahd. huntinna (Hs. 12. Jh.), mhd. hundinne, spätmhd. hündin, doch erst seit dem 15. Jh. geläufig.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Hund · ↗Vierbeiner  ●  Canis lupus familiaris  fachspr., lat. · Fellnase  ugs. · Fiffi  ugs. · ↗Hundevieh  ugs. · ↗Kläffer  ugs. · ↗Köter  ugs. · ↗Mistvieh (aggressiv)  ugs. · ↗Töle  derb · ↗Wauwau  ugs., Kindersprache · bester Freund des Menschen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hundesohn  ●  ↗Affenarsch  derb · ↗Arsch  derb · ↗Arschloch  derb · ↗Drecksack  derb · ↗Dreckskerl  ugs. · ↗Flachwichser  derb · ↗Hackfresse  derb · Hund  derb · ↗Hurensohn  derb · ↗Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · ↗Mistkerl  ugs. · ↗Sack  derb · ↗Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · ↗Sauhund  derb · Sausack  derb · ↗Scheißkerl  derb · ↗Schwein  derb · ↗Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · ↗Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hund · Hunt
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Halter Herrchen Kaninchen Katz Katze Lein Leine Pferd Rasse Schwanz Schwein Vogel anleinen arm ausführen beißen bellen bellend bissig bunt gefährlich geprügelt hart herrenlos hetzen schlafend streunend tot wedeln wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hund‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kein Hund wird heute mehr von dem ein Stück Brot nehmen.
Tucholsky, Kurt: Das Buch vom Kaiser. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925]
Mit dem Bellen trösten sie sich von Hund zu Hund.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 376
Der Hund versuchte den Fuß zu erschnappen, aber das klappte nicht mehr.
Regener, Sven: Herr Lehmann, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2006 [2001], S. 14
Als meine Kinder noch klein waren, hatten wir oft einen Hund.
Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14
Der Hund, der mit Bellen aufgehört hatte, jaulte jetzt vor sich hin.
Becker, Jürgen: Aus der Geschichte der Trennungen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999, S. 13
Zitationshilfe
„Hund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hund#1>, abgerufen am 19.11.2018.

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Hund, der

Alternative SchreibungHunt
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hund(e)s · Nominativ Plural: Hunde
Wortbildung mit ›Hund‹ als Letztglied: ↗Grubenhund · ↗Kohlenhund
eWDG, 1969

Bedeutung

Bergmannssprache Förderwagen
Beispiele:
eiserne, schwere, leere Hunde
der Hund läuft, rollt, schwebt am Drahtseil
Hunde füllen, mit Kohle, Erz beladen, heranrollen, entleeren, zur Verladerampe schieben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hund · Hunt · hündisch · Schäferhund · Schießhund · Hundstage · Hündin
Hund m. Der gemeingerm. Name des zu den Raubtieren gehörenden, wohl ältesten indoeuropäischen Haustieres ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. hunt, asächs. aengl. hund (engl. hound ‘Jagd-, Hetzhund’ neben dog ‘Hund’), mnl. hont, nl. hond, anord. hundr, schwed. hund, got. hunds zeigt eine Dentalerweiterung (ie. *k̑u̯ont-) gegenüber den außergerm. Bezeichnungen aind. śvā́ (Genitiv śúnaḥ), griech. kýōn, Genitiv kynós (κύων, κυνός) (s. ↗zynisch), air. (Genitiv con), lit. ṡuõ sowie lat. canis (mit später entstandenem a?), aus denen sich ein Ansatz ie. *k̑u̯on-, *k̑un- ‘Hund’ erschließen läßt, wobei Anknüpfung an die Wurzel ie. *k̑eu- ‘leuchten, glänzen, hell’ (motiviert durch die Farbe des Tieres) fraglich bleibt. Andere führen den Dental des Germ. auf ein to-Partizip zur Wurzel ie. *ken- ‘frisch hervorkommen’ zurück, die auch in Bezeichnungen für ‘Tierjunges’ erscheint, vgl. mir. cano, cana ‘Wolfjunges’. Hund, auch Hunt ‘kleiner Förderkarren im Bergbau’ ist eine Übertragung des Tiernamens (Mitte 16. Jh.). Häufig ist der Gebrauch als Schimpfwort (16. Jh., doch vermutlich viel älter), auch Lumpenhund (17. Jh.), ↗Schweinehund (s. d.). Oft in Zusammensetzungen und Wendungen, die selten auf gute Eigenschaften des Tieres (Hundetreue, Hundeblick), weit mehr nach allgemeiner, zumal älterer Auffassung auf vermeintlich schlechte Eigenschaften anspielen, da der Hund weithin und lange Zeit als Bild des Elenden, Niederträchtigen, Menschenunwürdigen angesehen wird; das Bestimmungswort nimmt dabei vielfach steigernde Funktion an, vgl. Hundeleben (17. Jh.), Hundeloch zunächst für ‘Gefängnis’ (17. Jh.), Hundeseele (18. Jh.), Hundearbeit (19. Jh.), Hundekälte (19. Jh.), Hundewetter (19. Jh.), Hundelohn (20. Jh.); hundekalt (19. Jh.), hundemüde (19. Jh.), hundemiserabel (19. Jh.), hundsmiserabel (20. Jh.), hundsgemein (19. Jh.), hundsmäßig, hundemäßig (19. Jh.); ferner da liegt der Hund begraben ‘das ist der Kern der Sache’ (17. Jh.), auf den Hund kommen ‘herunterkommen’ (18. Jh.), vor die Hunde gehen ‘zugrunde gehen’ (17. Jh.). hündisch Adj. ‘kriecherisch, unterwürfig, gemein’, älter hundisch (15. Jh.), da der Hund als niedergetretene und geprügelte Kreatur gilt und wegen seiner Unterwürfigkeit verachtet wird. Schäferhund m. Hund einer besonders für das Treiben und Bewachen von Herden geeigneten Rasse (16. Jh.). Schießhund m. ‘Spürhund’, eigentlich ‘Hund, der das angeschossene Wild aufzuspüren hat’, besonders in der Wendung aufpassen wie ein Schießhund (nd. uppassen as een Scheethund) ‘scharf aufpassen’ (18. Jh.). Hundstage Plur. ‘Hitzetage’, meist um den 14. Juli, spätmhd. hundetac, huntlīche tage (14. Jh.), hundische tage (15. Jh.), mnl. hontdāghe; Übersetzung von lat. diēs canīculārēs, der Bezeichnung für die durch das Hundsgestirn im Sternbild des Orion bestimmten Tage, vgl. lat. canīcula ‘Hundsstern, Sirius’, dessen Aufgang die heißen Juli- und Augusttage einleitet. Hündin f. ahd. huntinna (Hs. 12. Jh.), mhd. hundinne, spätmhd. hündin, doch erst seit dem 15. Jh. geläufig.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Hund · ↗Vierbeiner  ●  Canis lupus familiaris  fachspr., lat. · Fellnase  ugs. · Fiffi  ugs. · ↗Hundevieh  ugs. · ↗Kläffer  ugs. · ↗Köter  ugs. · ↗Mistvieh (aggressiv)  ugs. · ↗Töle  derb · ↗Wauwau  ugs., Kindersprache · bester Freund des Menschen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hundesohn  ●  ↗Affenarsch  derb · ↗Arsch  derb · ↗Arschloch  derb · ↗Drecksack  derb · ↗Dreckskerl  ugs. · ↗Flachwichser  derb · ↗Hackfresse  derb · Hund  derb · ↗Hurensohn  derb · ↗Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · ↗Mistkerl  ugs. · ↗Sack  derb · ↗Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · ↗Sauhund  derb · Sausack  derb · ↗Scheißkerl  derb · ↗Schwein  derb · ↗Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · ↗Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Hund · Hunt
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Berg- und Hüttenwesen · ↗Bergbau  ●  Montanwesen  lat.
Zitationshilfe
„Hund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hund#2>, abgerufen am 19.11.2018.

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