Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Hungersnot, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Hun-gers-not
Wortzerlegung Hunger Not
eWDG

Bedeutung

allgemeiner Mangel an Lebensmitteln
Beispiele:
eine (große) Hungersnot brach aus, herrschte
die Missernte führte zur Hungersnot
Kriege, Seuchen und Hungersnöte sind Gefahren für die Menschheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hunger · hungern · hungrig · aushungern · verhungern · Hungersnot · Hungertuch
Hunger m. ‘Verlangen nach Nahrung, starkes Bedürfnis’, ahd. hungar (8. Jh.), mhd. mnd. hunger, asächs. hungar, mnl. hongher, nl. honger, aengl. hungor, hungur, engl. hunger, anord. hungr, schwed. hunger mit grammatischem Wechsel gegenüber got. hūhrus. Germ. *hungru-/ *hunhru- führt mit griech. kánkanos (κάγκανος) ‘dürr, trocken, brennbar’, kénkei (κέγκει) ‘hungert’, lit. kankà ‘Schmerz, Pein, Marter, Qual’, kankìnti ‘peinigen, quälen’, keñkti ‘schaden, schmerzen’ und möglicherweise auch aind. kā́ṅkṣati ‘er begehrt, verlangt brennend, sehnt sich’ auf eine Wurzel ie. *kenk- ‘brennen, weh tun’ (auch von Durst und Hunger). Vom Substantiv abgeleitet hungern Vb. ahd. hungarēn (8. Jh.), hungarōn (11. Jh.), mhd. hungern. hungrig Adj. ‘Hunger leidend’, ahd. hung(a)rag (9. Jh.), mhd. hungerec, hungeric, hungerc. aushungern Vb. ‘hungern lassen, durch Hunger zum Nachgeben, zur Auf-, Übergabe zwingen’ (15. Jh.). verhungern Vb. ‘an Hunger zugrunde gehen’, mhd. verhungern. Hungersnot f. mhd. hungernōt. Hungertuch n. ehemals ‘in der Fastenzeit den Altar verhüllendes bemaltes oder besticktes Tuch’, mhd. hungertuoch, mnd. hungerdōk. Dazu die Wendung am Hungertuche nagen ‘Not leiden’ (16. Jh.), scherzhafte Umbildung (H. Sachs, Fischart) von (ebenfalls im 16. Jh. bezeugtem) am Hungertuche nähen, flicken ‘fasten, sich kümmerlich behelfen’, eigentlich ‘das Fastenvelum nähen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(extreme) Nahrungsmittelknappheit · (gravierender) Mangel an Nahrungsmitteln · Ernährungskrise · Hungerkatastrophe · Hungersnot
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hungersnot‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hungersnot‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hungersnot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zahl der Opfer stieg wegen einer kriegsbedingten Hungersnot weiter an. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]]
Weil der Reis nicht mehr rechtzeitig gepflanzt werden kann, drohen Hungersnöte. [Die Zeit, 06.08.1998, Nr. 33]
Nicht einmal während der großen Hungersnot zu Beginn der sechziger Jahre hat man uns so schlecht behandelt wie heute. [Die Zeit, 25.06.1998, Nr. 27]
Ist die Hungersnot nicht aber auch vom Regime selbst verursacht? [Die Zeit, 09.05.1997, Nr. 20]
Erst seit gut hundert Jahren sind Hungersnöte aus Europa verbannt. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Zitationshilfe
„Hungersnot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hungersnot>.

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