Hungersnot, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungHun-gers-not
WortzerlegungHungerNot
eWDG, 1969

Bedeutung

allgemeiner Mangel an Lebensmitteln
Beispiele:
eine (große) Hungersnot brach aus, herrschte
die Missernte führte zur Hungersnot
Kriege, Seuchen und Hungersnöte sind Gefahren für die Menschheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hunger · hungern · hungrig · aushungern · verhungern · Hungersnot · Hungertuch
Hunger m. ‘Verlangen nach Nahrung, starkes Bedürfnis’, ahd. hungar (8. Jh.), mhd. mnd. hunger, asächs. hungar, mnl. hongher, nl. honger, aengl. hungor, hungur, engl. hunger, anord. hungr, schwed. hunger mit grammatischem Wechsel gegenüber got. hūhrus. Germ. *hungru-/ *hunhru- führt mit griech. kánkanos (κάγκανος) ‘dürr, trocken, brennbar’, kénkei (κέγκει) ‘hungert’, lit. kankà ‘Schmerz, Pein, Marter, Qual’, kankìnti ‘peinigen, quälen’, keñkti ‘schaden, schmerzen’ und möglicherweise auch aind. kā́ṅkṣati ‘er begehrt, verlangt brennend, sehnt sich’ auf eine Wurzel ie. *kenk- ‘brennen, weh tun’ (auch von Durst und Hunger). Vom Substantiv abgeleitet hungern Vb. ahd. hungarēn (8. Jh.), hungarōn (11. Jh.), mhd. hungern. hungrig Adj. ‘Hunger leidend’, ahd. hung(a)rag (9. Jh.), mhd. hungerec, hungeric, hungerc. aushungern Vb. ‘hungern lassen, durch Hunger zum Nachgeben, zur Auf-, Übergabe zwingen’ (15. Jh.). verhungern Vb. ‘an Hunger zugrunde gehen’, mhd. verhungern. Hungersnot f. mhd. hungernōt. Hungertuch n. ehemals ‘in der Fastenzeit den Altar verhüllendes bemaltes oder besticktes Tuch’, mhd. hungertuoch, mnd. hungerdōk. Dazu die Wendung am Hungertuche nagen ‘Not leiden’ (16. Jh.), scherzhafte Umbildung (H. Sachs, Fischart) von (ebenfalls im 16. Jh. bezeugtem) am Hungertuche nähen, flicken ‘fasten, sich kümmerlich behelfen’, eigentlich ‘das Fastenvelum nähen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(extreme) Nahrungsmittelknappheit · (gravierender) Mangel an Nahrungsmitteln · ↗Ernährungskrise · ↗Hungerkatastrophe · Hungersnot
Assoziationen
  • Mangelernährung · ↗Unterernährung
  • (den) Hungertod sterben · an Nahrungsmangel zugrunde gehen · bei/in einer Hungersnot umkommen · vor Hunger sterben  ●  ↗verhungern  Hauptform · hungers sterben  geh., veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürgerkrieg Dürre Epidemie Flüchtlingsstrom Horn Linderung Mißernte Naturkatastrophe Pest Pestilenz Seuche Teuerung Trockenheit Umweltkatastrophe Völkerwanderung Zwangskollektivierung akut dahinraffen drohend entsetzlich grassierend heimsuchen herbeigeführt irisch katastrophal lindern verheerend weitverbreitet wiederkehrend Überschwemmung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hungersnot‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Ende fielen die meisten von ihnen einer Hungersnot zum Opfer.
Süddeutsche Zeitung, 18.12.1999
Die Zahl der Opfer stieg wegen einer kriegsbedingten Hungersnot weiter an.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Erst seit gut hundert Jahren sind Hungersnöte aus Europa verbannt.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Diese Entwicklung hat der große Finanzminister Witte nach der Hungersnot von 1891 geschickt gesteuert.
Laue, Theodor H. von: Rußland im 19. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17397
Die Ursache der entstehenden Krankheit ist bei uns nichts anders als Hungersnot.
Harmjanz, Heinrich: Ostpreußische Bauern, Königsberg: Reichsnährstand Verl. Ges. 1939 [1938], S. 72
Zitationshilfe
„Hungersnot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hungersnot>, abgerufen am 19.07.2019.

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