Hunne, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hunnen · Nominativ Plural: Hunnen
WorttrennungHun-ne (computergeneriert)
Wahrig-Burfeind und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
historisch Angehöriger eines mittelasiatischen Reitervolks
Beispiele:
Noch weitere Wege legten die Hunnen zurück, die, aus Innerasien kommend, 375 [u. Z.] an der Peripherie der spätantiken Welt auftauchten. [Die Zeit, 26.02.2015, Nr. 09]
Mit einem Teil der Goten floh Alarich I. […] vor den Hunnen zu Theodosius I. nach Konstantinopel. [Zeit Magazin, 16.04.2015, Nr. 16]
Die Hunnen waren keine Germanen […] sondern Mongolen. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 73]
Dieser Höhepunkt der Blüte buddh[istischer] Kultur im westl. Z[entralasien] unterbrach der Einfall der Weißen Hunnen (Hephthaliten), eines Nomadenvolks aus der Mongolei, 430-560 n. Chr., die ihren Namen von ihrer auffallend hellen Hautfarbe erhielten […]. [Notz, Klaus-Josef: Zentralasien. In: ders. (Hg.) Lexikon des Buddhismus, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 1491]
Hunnen, ein asiat. nomadisches Reitervolk, überschritt nach Besiegung der Alanen 375 n. Chr. den Don, zertrümmerte das Gotische Reich Ermanrichs, nahm, in viele Stämme geteilt, die Ebenen zwischen Wolga und Donau ein. [o. A.: H. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 32767]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die Weißen Hunnen; barbarische Hunnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Kampf gegen die Hunnen
2.
abwertend, übertragen unzivilisierter, barbarischer Mensch
Beispiele:
Auch das Medienzentrum ist von aussen unberührt. Innen aber sieht es aus, als hätten die Hunnen und Hottentotten gewütet. Der Journalisten-Abfall harrt noch der Entsorgung. [Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2010] vergleichend
»Mein Gott«, seufzte sie kopfschüttelnd, »und seit fünf Uhr früh denke ich darüber nach, wie deine Schwester es fertiggebracht hat … Wie sie es fertiggebracht …! Was? Nun, angesichts dieser Hunnen, dieser Wilden, die nicht einen Funken Lebensart haben!« [Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 194]
Wir haben jahrelang unserem Publikum eingehämmert, daß die Deutschen Hunnen seien und die Franzosen Vorkämpfer für Recht und Gesittung. [Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 147]
spezieller, abwertend, Schimpfwort (brutaler, unzivilisierter) Deutscher
Beispiele:
Das Bild von den Deutschen als »Hunnen«, blutrünstigen Barbaren, stammt aus dem Ersten Weltkrieg und wurde im Zweiten Weltkrieg befestigt. [Der Standard, 22.06.2016]
Die Hunnen, das sind wir, die Deutschen. [Der Spiegel, 14.05.2007, Nr. 20]
Der Topos vom Deutschen als barbarischem Hunnen blieb insbesondere in der filmischen Darstellung über das Kriegsende hinaus üblich. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2006]
Das ist ein Gegensatz zum berühmten Soldaten in Paris, von dem ja feststeht, daß er Franzose war und nicht etwa ein »boche«, ein Schwein, ein Hunne. [Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 31]
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barbaren Bulgaren Burgunder Einbruch Einfall Germanen Goten König Mongolen Ostgoten Raubzüge Russen Römer Slawen Tataren Teutonen Tor Türken barbarischen besiegten einfielen herfallen weißen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hunne‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Hunnen, heißt es, schmeißen jetzt auch noch mit Netzen.
Der Tagesspiegel, 18.11.2002
Überhaupt war das Bild vom Deutschen als "Hunne" sehr beliebt.
Die Welt, 17.06.2000
Aber zu energischem Vorgehen gegen die immer aktiveren Hunnen war die Regierung nach wie vor nicht bereit.
Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27747
Ist mein armer Jean in die Hände der elenden Hunnen gefallen?
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 142
In dem von Hunnen belagerten Köln fanden sie den Märtyrertod.
o. A.: Lexikon der Kunst - U. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 27493
Zitationshilfe
„Hunne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hunne#1>, abgerufen am 19.09.2017.

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Hunne, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hunnen · Nominativ Plural: Hunnen
WorttrennungHun-ne
Wahrig/DWDS (Vollartikel), 2017

Bedeutung

historisch Vorsteher einer Honschaft, der kleinsten ländlichen Verwaltungseinheit in bestimmten Gebieten
Synonym zu Honne
Beispiel:
In Deutschland hat der Hunno sich vielfach das ganze Mittelalter hindurch unter dem Namen »Hunne«, »Hun«, »Hundt« als Dorfschulze erhalten und existiert noch heute in Siebenbürgen in der Form »Hon«. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte – Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 1306]
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Typische Verbindungen
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Barbaren Bulgaren Burgunder Einbruch Einfall Germanen Goten König Mongolen Ostgoten Raubzüge Russen Römer Slawen Tataren Teutonen Tor Türken barbarischen besiegten einfielen herfallen weißen

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Hunnen, heißt es, schmeißen jetzt auch noch mit Netzen.
Der Tagesspiegel, 18.11.2002
Überhaupt war das Bild vom Deutschen als "Hunne" sehr beliebt.
Die Welt, 17.06.2000
Aber zu energischem Vorgehen gegen die immer aktiveren Hunnen war die Regierung nach wie vor nicht bereit.
Hulsewé, A. F. P: China im Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 27747
Ist mein armer Jean in die Hände der elenden Hunnen gefallen?
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 142
In dem von Hunnen belagerten Köln fanden sie den Märtyrertod.
o. A.: Lexikon der Kunst - U. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 27493
Zitationshilfe
„Hunne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hunne#2>, abgerufen am 19.09.2017.

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