Hure, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hure · Nominativ Plural: Huren
Aussprache
WorttrennungHu-re
Wortbildung mit ›Hure‹ als Erstglied: ↗Hurenbock · ↗Hurenhaus · ↗Hurensohn · ↗Hurenwirt
 ·  mit ›Hure‹ als Letztglied: ↗Luxushure · ↗Straßenhure
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
abwertend käufliches Mädchen, Prostituierte
Beispiele:
er trieb sich mit Huren herum
dann gingen sie zu den Huren der Stadt [Feuchtw.Jefta88]
2.
veraltet, abwertend weibliche Person, die durch außerehelichen Geschlechtsverkehr ihre Ehre verloren hat
Beispiele:
ein Mädchen zur Hure machen (= schänden)
zu Dero Herrn Sohnes Hure ist meine Tochter zu kostbar [SchillerKabaleI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hure · huren · Hurerei · Hurenhaus
Hure f. ‘Dirne, Prostituierte’, ahd. huora (8. Jh.), mhd. huore, mnd. aengl. hōre, engl. whore, mnl. hoere, nl. hoer, anord. hōra, schwed. hora sowie anord. hōrr, got. hōrs ‘Ehebrecher’, (ablautend) frühnhd. herge, mnd. herge, herie ‘Dirne’ sind wie ahd. (9. Jh.), mhd. huor, aengl. anord. hōr ‘Ehebruch, außerehelicher Beischlaf, Unkeuschheit’ verwandt mit lat. cārus ‘begehrt, lieb, teuer, wert’, lett. kārs ‘lüstern, lecker’, air. caraim ‘liebe’, carae ‘Freund’, kymr. car ‘Freund’. Sie führen auf ie. *kāro- ‘lieb, begehrlich’ bzw. ablautendes ie. *kər-. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *kā- ‘gern haben, begehren’, wozu (mit anderem Suffix) aind. kā́maḥ ‘Wunsch, Begehren, Liebe’ gehört. Vom Substantiv abgeleitet huren Vb. ‘mit Dirnen schlafen’, ahd. huorōn (9. Jh.), mhd. huoren, mnd. hōren, mnl. hoeren, horen, anord. hōra, schwed. hora. Hurerei f. (15. Jh.). Hurenhaus n. (15. Jh.), mnd. hōrenhūs; vgl. ahd. (um 800), mhd. huorhūs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altstadtrundgang Bettler Bordell Dealer Freier Heiliger Henker Herbertstraße Hexe Hure Junkie Lude Mama Nonne Nutte Penner Schlamp Schlampe Sendlinger Straßenstrich Stricher Säufer Transvestit Zuhälter abgetakelt alternd babylonisch beschimpfen heilig huren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hure‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kauft sich eine Hure, mit der er sich eigentlich nur unterhalten will.
Süddeutsche Zeitung, 11.07.2001
Damals gab ich mich nicht offen als Hure zu erkennen.
Der Tagesspiegel, 20.08.1999
Aber weil wir euch Geld dafür abnehmen, nennt ihr uns Huren.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 85
Aber nach einiger Zeit mußte er sie hinauswerfen, denn die Tochter war Hure geworden.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3004
Manche fromme Frau geht in ein Kloster und kommt als Hure in die Welt zurück.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 82
Zitationshilfe
„Hure“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hure>, abgerufen am 18.02.2019.

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