Hut, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hut(e)s · Nominativ Plural: Hüte
Aussprache
Wortbildung mit ›Hut‹ als Erstglied: ↗Hutablage · ↗Hutband · ↗Hutfach · ↗Hutform · ↗Hutfutter · ↗Hutkrempe · ↗Hutmacher · ↗Hutmode · ↗Hutnadel · ↗Hutpilz · ↗Hutrand · ↗Hutschachtel · ↗Hutschnur · ↗Hutstumpen · ↗Hutständer · ↗Hutzucker · ↗Hütchen · ↗hutförmig · ↗hutlos
 ·  mit ›Hut‹ als Letztglied: ↗Aluhut · ↗Basthut · ↗Biberhut · ↗Damenhut · ↗Doktorhut · ↗Eisenhut · ↗Federhut · ↗Filzhut · ↗Fingerhut · ↗Frühjahrshut · ↗Gärtnerhut · ↗Herrenhut · ↗Jesuitenhut · ↗Jägerhut · ↗Kapotthut · ↗Kardinalshut · ↗Kurfürstenhut · ↗Kurhut · ↗Lodenhut · ↗Melonenhut · ↗Panama-Hut · ↗Panamahut · ↗Pilgerhut · ↗Pilzhut · ↗Samthut · ↗Schlapphut · ↗Schutenhut · ↗Sommerhut · ↗Sonnenhut · ↗Spitzhut · ↗Sporthut · ↗Strohhut · ↗Tirolerhut · ↗Topfhut · ↗Velourshut · ↗Westernhut · ↗Zuckerhut · ↗Zylinderhut
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
aus Filz, Strohgeflecht oder Stoff gefertigte, runde Kopfbedeckung, deren Kopfteil von einer Krempe umgeben ist
Beispiele:
ein heller, schwarzer, steifer, harter, weicher, hoher, großer, breitkrempiger, eingedrückter, neuer, moderner Hut
ein flottes, schickes, kleines Hütchen
ein Hut mit schmaler Krempe, aufgeschlagenem Rand
den Hut aufsetzen, aufstülpen, (tief) ins Gesicht drücken, in die Stirn ziehen, aus der Stirn schieben, aufs Ohr setzen, auf dem Kopf behalten, in der Hand halten, im Genick haben, schwenken, vor Begeisterung in die Luft werfen, vom Kopfe ziehen
umgangssprachlich den Hut aufbehalten
mit dem Hut winken
nach dem Hut greifen
vor jmdm. (ehrerbietig) den Hut abnehmen, lüften
den Hut (zum Gruße) ziehen
grüßend an den Hut tippen
einen Hut aufprobieren, kaufen, tragen, umpressen lassen
er war in Hut und Mantel
dieser Hut steht ihr gut
er steckt sich [Dativ] eine Feder, einen Strauß Wiesenblumen an den Hut
im Hut das Geld einsammeln
sprichwörtlich mit dem Hute in der Hand kommt man durch das ganze Land
Mancher von ihnen hat die Fahrkarte an den Hut gesteckt [BrochEsch164]
bildlich
Beispiele:
vor einer Leistung, einem Menschen den Hut ziehen (= die Leistung, den Menschen achten)
umgangssprachlich Hut ab (vor der Leistung)! (= alle Achtung!)
umgangssprachlich, scherzhaft der hat wohl Spatzen unter dem Hut? (= will nicht grüßen?)
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
nach diesen Vorfällen musste er seinen Hut nehmen (= von seinem Amt zurücktreten)
alle unter einen Hut bringen (= alle einigen)
die verschiedenen Meinungen, Ansprüche konnten nicht unter einen Hut (= in Einklang) gebracht werden
sie versuchten vergeblich, unter einen Hut zu kommen (= übereinzukommen)
jmdm. geht der Hut hoch (= jmd. wird wütend)
salopp etw. ist ein alter Hut (= eine längst bekannte Sache, nichts Neues)
etw. aus dem Hut machenetw. improvisieren, unvermittelt tun
Beispiele:
das kannst du dir an den Hut stecken! (= darauf lege ich keinen Wert!)
jmdm. eins auf den Hut geben (= jmdn. tadeln)
er hat was, eins auf den Hut gekriegt (= ist getadelt worden)
Was der Mensch tut, tut er nicht so einfach aus dem Hut; er hat seine Gründe [H. KantAula167]
2.
oberer Teil der Hutpilze
Beispiel:
der Hut des Pilzes ist gelbbraun, rötlich, madig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hut1 · Zuckerhut
Hut1 m. ‘Kopfbedeckung’, ahd. (8. Jh.), mhd. huot, asächs. aengl. hōd, engl. hood (‘Kapuze’), mnd. hōt, mnl. hoet, nl. hoed, afries. hōd, daneben (ablautend und mit ursprünglichem Nasalsuffix) aengl. hætt, engl. afries. hat, anord. hǫttr, schwed. hatt führen mit ↗Hut f. und ↗hüten (s. d.) sowie lat. cassis (Genitiv cassidis) ‘Helm, Sturmhaube’, sofern dieses aus ie. *kadhtis entstanden und nicht etrusk. Herkunft ist, auf eine Wurzel ie. *kadh- ‘schützende Bedeckung’. Übertragen auf Hutähnliches, z. B. ↗Fingerhut m. (s. d.) und Zuckerhut m. (18. Jh.). Wendungen wie etw. geht über die Hutschnur, bis über die Hutschnur in Schulden stecken sind seit dem Anfang des 18. Jhs. nachweisbar. Zur Erklärung kann vielleicht eine Urkunde von 1356 herangezogen werden, in der die Hutschnur als Maß für die zulässige Stärke des Wasserstrahls für einen Quellenmitbenutzer gilt; vgl. Gleissner in: PBB 58 (1934) 296 f.

Hut2 · Nachhut · Vorhut
Hut2 f. ‘Schutz, Geborgenheit’, ahd. huota ‘Bewachung’ (um 1000), mhd. huot(e) ‘Bewachung, Schutz, Fürsorge’, auch ‘Wächter, Hinterhalt’, mnd. hȫde ‘Bewachung, Wache, Schutz, Hütung des Viehs, Viehweide’, mnl. nl. hoede ‘Bewachung, Aufmerksamkeit, Verwahrungsort’, afries. hōde, hūde sind zu der unter ↗Hut m. (s. d.) angegebenen Wurzel gebildet. Dazu auch ↗Obhut, s. ↗ob Präp. Nachhut f. ‘den Rückmarsch militärischer Einheiten sichernder Truppenteil’, mhd. nāchhuote; dafür (17. bis 2. Hälfte 19. Jh.) häufig Arrieregarde. Vorhut f. ‘sichernder, vorgeschobener Truppenteil einer vorrückenden militärischen Einheit’ (18. Jh.); dafür (Ende 16. bis 2. Hälfte 19. Jh.) häufig ↗Avantgarde (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Cap · ↗Haube · Hut · ↗Kappe · ↗Mütze
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Brille Dame Feder Handschuh Kaninchen Kleid Kopf Kostüm Krempe Mantel Mütze Ring Schirm Schuh Sonnenbrille Stock abnehmen alt aufbehalten aufhaben aufsetzen breitkrempig lüften nehmen schwarz spitz steif zaubern zeihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich ziehe den Hut vor meinem Team, am Ende hatten wir einfach Pech.
Bild, 13.02.2006
Meist ist es vergeblich, sie unter einen Hut bringen zu wollen.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 405
Und meine Überzeugung kann ich nicht wegschmeißen wie einen alten Hut.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 220
Davor ziehe ich den Hut, da geht mir das Herz auf ", erklärte Doll.
Die Welt, 23.11.2005
Mit Arbeit hatte kaum einer von ihnen etwas am Hut.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 12
Zitationshilfe
„Hut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hut#1>, abgerufen am 24.04.2019.

Weitere Informationen …

Hut, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hut · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Hut‹ als Erstglied: ↗Hutgerechtigkeit · ↗Hutweide  ·  mit ›Hut‹ als Letztglied: ↗Nachhut · ↗Vorhut
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben Schutz, Obhut
Beispiele:
in guter Hut sein
jmdn. in guter Hut wissen
sich in sicherer Hut befinden
in, unter der Hut der Eltern sein, stehen
jmdn. in seine Hut nehmen (= beschützen)
Unten, wo wir in der Hut der Gebäude standen, war die Luft unbewegt [GaiserNascondo137]
vor jmdm., etw. auf der, seiner Hut seinsich vor jmdm., etw. in acht nehmen
Beispiele:
sei auf der Hut vor ihm, sei auf deiner Hut!
bei ihr war ich auf der Hut, deshalb konnte sie mir nichts anhaben [NossackNovember137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hut1 · Zuckerhut
Hut1 m. ‘Kopfbedeckung’, ahd. (8. Jh.), mhd. huot, asächs. aengl. hōd, engl. hood (‘Kapuze’), mnd. hōt, mnl. hoet, nl. hoed, afries. hōd, daneben (ablautend und mit ursprünglichem Nasalsuffix) aengl. hætt, engl. afries. hat, anord. hǫttr, schwed. hatt führen mit ↗Hut f. und ↗hüten (s. d.) sowie lat. cassis (Genitiv cassidis) ‘Helm, Sturmhaube’, sofern dieses aus ie. *kadhtis entstanden und nicht etrusk. Herkunft ist, auf eine Wurzel ie. *kadh- ‘schützende Bedeckung’. Übertragen auf Hutähnliches, z. B. ↗Fingerhut m. (s. d.) und Zuckerhut m. (18. Jh.). Wendungen wie etw. geht über die Hutschnur, bis über die Hutschnur in Schulden stecken sind seit dem Anfang des 18. Jhs. nachweisbar. Zur Erklärung kann vielleicht eine Urkunde von 1356 herangezogen werden, in der die Hutschnur als Maß für die zulässige Stärke des Wasserstrahls für einen Quellenmitbenutzer gilt; vgl. Gleissner in: PBB 58 (1934) 296 f.

Hut2 · Nachhut · Vorhut
Hut2 f. ‘Schutz, Geborgenheit’, ahd. huota ‘Bewachung’ (um 1000), mhd. huot(e) ‘Bewachung, Schutz, Fürsorge’, auch ‘Wächter, Hinterhalt’, mnd. hȫde ‘Bewachung, Wache, Schutz, Hütung des Viehs, Viehweide’, mnl. nl. hoede ‘Bewachung, Aufmerksamkeit, Verwahrungsort’, afries. hōde, hūde sind zu der unter ↗Hut m. (s. d.) angegebenen Wurzel gebildet. Dazu auch ↗Obhut, s. ↗ob Präp. Nachhut f. ‘den Rückmarsch militärischer Einheiten sichernder Truppenteil’, mhd. nāchhuote; dafür (17. bis 2. Hälfte 19. Jh.) häufig Arrieregarde. Vorhut f. ‘sichernder, vorgeschobener Truppenteil einer vorrückenden militärischen Einheit’ (18. Jh.); dafür (Ende 16. bis 2. Hälfte 19. Jh.) häufig ↗Avantgarde (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Cap · ↗Haube · Hut · ↗Kappe · ↗Mütze
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anzug Brille Dame Feder Handschuh Kaninchen Kleid Kopf Kostüm Krempe Mantel Mütze Ring Schirm Schuh Sonnenbrille Stock abnehmen alt aufbehalten aufhaben aufsetzen breitkrempig lüften nehmen schwarz spitz steif zaubern zeihen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hut‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem behauptete der deutsche Meister seine Führung, musste aber ständig auf der Hut sein.
Die Zeit, 27.05.2012 (online)
Mit Arbeit hatte kaum einer von ihnen etwas am Hut.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 12
Einen Hut halten sie nicht mehr hin, aber Münzen fliegen dennoch.
Der Spiegel, 24.06.1985
Der erste Bewerber trat ein, groß, aufrecht, etwa fünfzigjährig, den hellen Überzieher über dem Arm, den Hut in der Hand.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 5
Der verdammte Sturm riß dir dabei fast den Hut herunter.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 66
Zitationshilfe
„Hut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hut#2>, abgerufen am 24.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Hustle
Huster
Hustentropfen
Hustentee
hustenstillend
Hutablage
Hutabteilung
Hutband
Hutbesatz
Hutbürste