Hymne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hymne · Nominativ Plural: Hymnen
WorttrennungHym-ne
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Hymne‹ als Letztglied: ↗Bundeshymne · ↗Lobeshymne · ↗Nationalhymne · ↗Staatshymne
 ·  mit ›Hymne‹ als Grundform: ↗hymnisch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
feierliches Gesangsstück oder Instrumentalstück weihevollen Charakters
Beispiele:
eine Hymne auf die Freundschaft
eine Hymne singen, spielen
sie hörten stehend die Hymne (= das Nationallied)
abwertend übertriebenes Loblied
Beispiele:
jmdn. in Hymnen preisen
Die Zeitungen in Deutschland müssen sämtlich Hymnen über den Aufbau bringen [KlepperSchatten85]
2.
historisch altgriechisches Preislied zur Verherrlichung eines Gottes
Beispiel:
eine Hymne auf Zeus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hymne · hymnisch
Hymne f. ‘feierliches Gesangsstück, Lobgesang’. Aus griech. hýmnos (ὕμνος) ‘Lied, Fest-, Lobgesang, besonders zum Preis der Götter’ entlehntes lat. hymnus wird in der Sprache der Kirche ‘Lobgesang auf Gott’. Die mittelalterlichen Entlehnungen ins Dt. weisen zum Teil beträchtliche Unterschiede gegenüber der antiken Form auf durch die Eindeutschung der Flexion wie durch Ausspracheveränderungen bzw. -erleichterungen, die sich ähnlich auch in anderen germ. Sprachen, im Afrz. Mfrz. finden und bereits im Mlat. anbahnen. Neben ahd. hyemno (8. Jh.) stehen imno (8. Jh.), immin (9. Jh.), neben mhd. ymne begegnet mhd. imps, frühnhd. (h)imps. Diese Formen (sämtlich Maskulina) scheinen sich jedoch nicht fortzusetzen. Im 18. Jh. gilt vielmehr die dem Lat. entsprechende Form Hymnus (Plur. Hymni, aber auch Hymnen); dazu wird (2. Hälfte 18. Jh.) ein femininer Sing. Hymne (wohl im Anschluß an frz. hymne f.) gebildet. hymnisch Adj. ‘in der Art einer Hymne, überschwenglich’ (19. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Festgesang · Hymne · ↗Lobgesang · ↗Loblied · ↗Preislied
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Hymne‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Absingen Abspielen Antiphon Fahne Flagge Litanei Melodie Motette Ode Psalm Refrain Responsorium Sequenz Siegerehrung Strophe Wappen anstimmen dichten erklingen ertönen heimlich inoffiziell intonieren komponieren komponiert mitsingen patriotisch schmettern singen verklingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hymne‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hymne‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei unserer Hymne dagegen führt er sich wie ein Narr auf.
Bild, 10.10.2000
Drei Mal hätten die Senioren die Hymne für das Team begeistert gesungen.
Der Tagesspiegel, 18.11.1999
Zudem »konnte« die holländische Kapelle die deutsche Hymne nicht spielen.
o. A.: 1936. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 7426
Barförmige Hymnen treten dagegen erst im frühen MA. in größerer Zahl auf.
Gudewill, Kurt: Barform. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 9087
Ich fügte mich und ließ die Kinder die Hymne singen.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 149
Zitationshilfe
„Hymne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hymne>, abgerufen am 23.01.2020.

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