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Hyperbel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Hyperbel · Nominativ Plural: Hyperbeln
Aussprache 
Worttrennung Hy-per-bel
Wortbildung  mit ›Hyperbel‹ als Erstglied: Hyperbelfalte · Hyperbelfunktion  ·  mit ›Hyperbel‹ als Grundform: hyperbolisch
Herkunft zu hyperbolḗgriech (ὑπερβολή), eigentlich ‘Übermaß, Überfülle, Übermacht’ < hyperbálleingriech (ὑπερβάλλειν) ‘darüber hinaus-, über das Ziel werfen, gehen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Mathematik Kegelschnitt mit zwei getrennten, beiderseits ins Unendliche laufenden Ästen
Beispiel:
der Durchmesser, die Asymptote einer Hyperbel
2.
Sprachwissenschaft übertreibender Vergleich
Beispiele:
in Hyperbeln reden
›himmelhochragender Felsen‹ ist eine Hyperbel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Hyperbel · hyperbolisch
Hyperbel f. (in der Mathematik) ‘unendliche ebene Kurve aus zwei getrennten Ästen’, d. i. der geometrische Ort aller Punkte, für die die Differenz der Abstände von zwei festen Punkten konstant ist, (in der Stilistik) ‘Übertreibung des Ausdrucks’, seit Anfang des 18. Jhs. nachweisbare Eindeutschung des bis dahin in der Wissenschaftssprache üblichen Hyperbole. Entlehnt aus lat. hyperbolē, griech. hyperbolḗ (ὑπερβολή), zu verstehen als eine über das Normalsprachliche hinausgehende Redeform bzw. (nur dem griech. Vorbild folgend) als eine über die Grundfigur des Kegelschnitts, den Kreis, hinausgehende Kurve; eigentlich ‘Übermaß, Überfülle, Übermacht’, zu griech. hyperbállein (ὑπερβάλλειν) ‘darüber hinaus-, über das Ziel werfen, gehen’, gebildet aus dem unter hyper- (s. d.) behandelten griech. Präfix und bállein (βάλλειν) ‘werfen’. – hyperbolisch Adj. ‘in der Art einer Hyperbel, übertreibend’ (17. Jh.), lat. hyperbolicus, griech. hyperbolikós (ὑπερὑπερβολικός) ‘übertrieben, übermäßig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Übertreibung  ●  Hyperbel  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Hyperbel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hyperbel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hyperbel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da kriecht in der zweiten Hyperbel ein Ding herum, es ist noch kein rechter Planet, es will erst einer werden. [Tucholsky, Kurt: Nachher. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 2805]
Auch die Behauptung vom „letzten Stand der Forschung“ ist eine recht füllige Hyperbel. [Die Zeit, 20.03.1970, Nr. 12]
Das stilistische Prinzip des Romans, das ins Auge fällt, ist die Hyperbel, die satirische Übertreibung. [Die Zeit, 04.11.1966, Nr. 45]
Kurzum, ein "unversiegbarer Strome erotischer Hyperbeln" dringt auf ihn ein. [Süddeutsche Zeitung, 11.08.1998]
Einst berichtete die größte Sportgazette des Landes in epischer Breite und mit unnachahmlichen Hyperbeln über das Ereignis. [Der Tagesspiegel, 23.05.2004]
Zitationshilfe
„Hyperbel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hyperbel>.

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