Hypochonder, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Hypochonders · Nominativ Plural: Hypochonder
Aussprache 
Worttrennung Hy-po-chon-der
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›Hypochonder‹ als Grundform: ↗hypochondrisch  ·  formal verwandt mit: ↗Hypochondrie
eWDG, 1969

Bedeutung

jmd., der von Krankheitswahn befallen ist und an tiefer Niedergeschlagenheit leidet
Beispiele:
sein dauerndes Grübeln und sein Selbstmitleid machen ihn zum Hypochonder
so ein Hypochonder!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hypochondrisch · Hypochonder
hypochondrisch Adj. ‘schwermütig, an eingebildeter Krankheit leidend’ (anfangs nur von Männern im Unterschied zu ↗hysterisch, s. d.), gebildet (17. Jh.) zu lat. hypochondria, griech. hypochóndria Plur. ‘die Seitenweichen’, hypochóndrion Sing. (ὑποχόνδρια, ὑποχόνδριον) ‘Unterleib, Eingeweide’, hypochóndrios (ὑποχόνδριος) ‘unter dem Brustknorpel, unter dem Herzen’, daher schon griech. hypochondriakós (ὑποχονδριακός) ‘krank am Unterleib’; zu ↗hypo- (s. d.) und griech. chóndros (χόνδρος) ‘Knorpel, Brustknorpel’. Vom Unterleib und dessen Organen gehen nach Vorstellung der antiken Medizin die Gemütskrankheiten aus, daraus ergibt sich die übertragene Bedeutung. Hypochonder m. ‘Schwermut, Schmerz’ (18. Jh.), dann ‘schwermütiger, eingebildeter Kranker’ (19. Jh.), älter Hypochondrist (18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Hypochonder · eingebildet Kranker
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Hypochonder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Simulant bekennend echt notorisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Hypochonder‹.

Verwendungsbeispiele für ›Hypochonder‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn schon jedes Ding ungenießbar war, dann sollte es wenigstens billig sein, mögen sich die verschreckten Hypochonder gedacht haben.
Die Zeit, 23.03.2005, Nr. 13
Bei uns Hypochondern läuft das alles nicht ganz so entspannt ab.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2004
Sie handelt von einer Hypochonder, der seine Tochter zwingen möchte, einen Arzt zu heiraten, um permanent medizinisch versorgt zu werden.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 219
Der erwachsene Hypochonder, der seine Libido von der Objektwelt abzieht, handelt ähnlich.
Klee, Ernst: Behinderten-Report, Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch-Verl. 1981 [1974], S. 148
Sie waren in gewissem Sinne Zaungäste des jugendlichen Lebens, und es drohte für sie die Gefahr, daß sie sich zu Hypochondern entwickeln würden.
o. A.: Einhundertsiebenunddreißigster Tag. Donnerstag, 23. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15256
Zitationshilfe
„Hypochonder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Hypochonder>, abgerufen am 10.08.2020.

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