Ideal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ideals · Nominativ Plural: Ideale
Aussprache
WorttrennungIde-al (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Ideal‹ als Erstglied: ↗Idealbeispiel · ↗Idealbesetzung · ↗Idealbild · ↗Idealehe · ↗Idealfall · ↗Idealfigur · ↗Idealforderung · ↗Idealform · ↗Idealgestalt · ↗Idealgewicht · ↗Idealkonkurrenz · ↗Ideallinie · ↗Ideallösung · ↗Idealmaß · ↗Idealstaat · ↗Idealtyp · ↗Idealtypus · ↗Idealverein · ↗Idealverkörperung · ↗Idealvorstellung · ↗Idealwert · ↗Idealzustand · ↗idealisch
 ·  mit ›Ideal‹ als Letztglied: ↗Arbeiterideal · ↗Armutsideal · ↗Bildungsideal · ↗Bürgerideal · ↗Erziehungsideal · ↗Gesellschaftsideal · ↗Humanitätsideal · ↗Ich-Ideal · ↗Ichideal · ↗Jugendideal · ↗Keuschheitsideal · ↗Kunstideal · ↗Lebensideal · ↗Menschheitsideal · ↗Offiziersideal · ↗Persönlichkeitsideal · ↗Schönheitsideal · ↗Sozialideal · ↗Spießerideal · ↗Sportlerideal · ↗Tugendideal
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Verkörperung, Muster von etw. Vollkommenem, Inbegriff der Vollkommenheit
Beispiele:
das Ideal von etw. sein, darstellen, verkörpern
das Ideal von Unschuld, Reinheit, Schönheit
das Ideal eines Gatten, Vorgesetzten
ein, sein Ideal bewundern, anbeten
von einem, seinem Ideal schwärmen, träumen
Teure Josephine, Sie sind mir das Ideal einer Frau [FontaneWuthenowI 1,341]
Er [Theoderich] stellt das Ideal der Germanen dar [DürrenmattRomulusIV]
2.
Ziel, höchster Wunsch, Leitgedanke
Beispiele:
ein hohes, erhabenes, falsches, zerstörtes, verschwommenes, jugendliches Ideal
ethische, humanistische, künstlerische Ideale
das Ideal der Treue, des Weltfriedens, der nationalen Einheit
die Ideale des Bürgertums, der Revolution
das Ideal der Aufklärung vom Sieg der Tugend über das Laster
mir schwebt als Ideal eine Dreizimmerwohnung vor
(seine) Ideale haben, in sich tragen, hochhalten, aufgeben, verraten
er hat sich [Dativ] seine Ideale noch erhalten
die Ideale anderer achten
(seinen) Idealen anhängen, nachstreben
für ein Ideal kämpfen, eintreten, alles opfern
mein Ideal war, mich einmal an Butterbrot tüchtig satt essen zu können [BebelAus meinem Leben40]
Nicht die Ideale, die einer in der Brust trug, zählten, sondern diejenigen, zu denen er sich vor der Welt bekannte [Feuchtw.Füchse143]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ideal · idealisch · Ideal · idealisieren · Idealismus · Idealist · idealistisch
ideal Adj. ‘nur gedacht, vorbildlich, mustergültig’. Seit dem 17. Jh. wird Ideal-, aus spätlat. ideālis ‘dem Urbild entsprechend’ (5. Jh.), abgeleitet von lat. idea (s. ↗Idee), alserstes Glied in Zusammensetzungen gebräuchlich, vgl. Idealform ‘mustergültige Form’ (17. Jh., nach spätlat. forma ideālis), Idealbild, Idealschönheit (18. Jh.). Um 1800 tritt ideal auch als selbständiges Adj. mit der Bedeutung ‘vorbildlich, mustergültig’ auf. Spätlat. ideālis erhält in der Gelehrtensprache des 14. Jhs. (Ockham) die Bedeutung ‘nur geistig existent, gedanklich’, im Dt. seit der 1. Hälfte des 18. Jhs. durch ideal ‘nur gedacht, geistig vorgestellt’ wiedergegeben. Daneben steht ebenfalls auf ideālis zurückgehendes idealisch Adj. (nach der Mitte des 18. Jhs.), zunächst gleichbed. mit ideal in beiden Verwendungen und bis ins 19. Jh. gebräuchlich. Im 19. Jh. setzt sich ideal ‘vorbildlich, mustergültig’ gegenüber idealisch durch, während idealisch, ideal im Sinne von ‘nur gedacht, geistig vorgestellt’ durch ↗ideell (s. d.) ersetzt wird. Ideal n. ‘Vollkommenheitsbegriff, Muster, Vorbild’ (18. Jh., nach Wieland 1775 bereits Modewort). idealisieren Vb. ‘etw. vollkommener sehen, als es in Wirklichkeit ist’ (18. Jh.), zu Ideal gebildet. Idealismus m. philosophische Grundrichtung, die im Gegensatz zum Materialismus das Bewußtsein gegenüber der Materie als primär und bestimmend ansetzt (18. Jh.), bei M. Mendelssohn ‘Lehre, nach der die Außenwelt nur im Bewußtsein existiert’; auch ‘opferbereite Begeisterung’ (19. Jh.). Idealist m. ‘Anhänger des Idealismus, wer sich nach Idealen richtet’ (18. Jh.). idealistisch Adj. ‘den Idealismus betreffend, nach der Verwirklichung von Idealen strebend’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgereiftheit · Ideal · Idealergebnis · ↗Perfektion · ↗Vollendung · ↗Vollkommenheit · höchste Blüte
Assoziationen
Synonymgruppe
(positive) Utopie · Ideal · ↗Vision · ↗Vorbild · ↗Vorstellung · ↗Zukunftsbild
Assoziationen
Antonyme
  • raue Wirklichkeit
Synonymgruppe
Bestleistung · ↗Hochform · Ideal · ↗Maximum · ↗Nonplusultra · ↗Spitzenleistung  ●  ↗Highlight  ugs. · ↗Optimum  fachspr. · ↗Spitze  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Demokratie Freiheit Gerechtigkeit Gleichheit Revolution Sozialismus Verrat Verwirklichung Wirklichkeit asketisch bürgerlich demokratisch entsprechen ethisch hehr hochhalten humanistisch kommunistisch nahekommen olympisch revolutionär romantisch sittlich sozialistisch unerreichbar verkörpern verraten verwirklichen vorschweben ästhetisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ideal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frage: Wo man keine Chance hat, an die Macht zu kommen, ist der Glaube ans Ideal oft besonders groß.
Die Zeit, 17.07.2013, Nr. 29
Allenfalls kann man sie trösten und ihnen sagen, daß es eben verdammt schwierig ist, jenen Idealen gerecht zu werden.
Die Welt, 13.01.2005
Denn diese Kultur vergaß über ihrem christlichen Ideal niemals das Leben.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 15082
Vor jeder Verwirklichung eines Ideals steht die willensmäßige Bereitschaft, Opfer zu bringen.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 891
Zitationshilfe
„Ideal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ideal>, abgerufen am 11.12.2018.

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