Idiom, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Idioms · Nominativ Plural: Idiome
Aussprache
WorttrennungIdi-om (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Idiom‹ als Letztglied: ↗Heimatidiom · ↗Volksidiom
eWDG, 1969

Bedeutung

Sprachwissenschaft
1.
für eine Landschaft, für einen Stand charakteristische Sprache
Beispiele:
das Tschechische und das Slowakische sind eng verwandte Idiome
die Sprache der Hethiter ist das indogermanische Idiom mit der ältesten Überlieferung
er antwortete im unverfälschten heimatlichen Idiom
2.
idiomatische Wendung
Beispiel:
beim Erlernen einer Fremdsprache muss den Idiomen besondere Beachtung geschenkt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Idiom · idiomatisch · Idiomatik
Idiom n. aus freien syntaktischen Wortverbindungen erstarrte, in ihrer Bedeutung umgedeutete Redewendung, Spracheigentümlichkeit eines einzelnen oder einer Gruppe, Mundart. Zu griech. ídios (ἴδιος) ‘abgesondert, eigen, eigentümlich, privat’ (s. ↗Idiot) gebildetes griech. idíōma (ἰδίωμα) ‘Eigentümlichkeit, besonders das Charakteristische des sprachlichen Ausdrucks’ (eines einzelnen, einer literarischen Gattung), spätlat. idiōma, auch ‘einzelne Sprache’, (mlat.) ‘Dialekt’ wird im 16. Jh. in der Bedeutung ‘Sprache, Mundart’ ins Dt. übernommen und behält die griech.-lat. Endungen in der Flexion (besonders in der Pluralform) zum Teil bis ins 19. Jh. idiomatisch Adj. ‘redensartlich’ (19. Jh.). Idiomatik f. ‘Lehre von den Eigentümlichkeiten einer Sprache, einer Mundart, Gesamtheit der Redewendungen einer Sprache’ (um 1900).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Redensart · ↗Redeweise · ↗Redewendung  ●  ↗(nur so ein) Spruch  ugs. · Idiom  geh. · ↗Phrasem  fachspr. · ↗Phraseologismus  fachspr. · feste Fügung  fachspr. · idiomatische Redewendung  fachspr. · idiomatische Wendung  fachspr. · phraseologische Wortverbindung  fachspr. · stehende Wendung  geh.
Unterbegriffe
  • Binomial  fachspr. · Paarformel  fachspr. · ↗Zwillingsformel  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Besonderheit · ↗Eigentümlichkeit · Idiom · ↗Spezifität

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtssprache Dialekt Grammatik angestammt badisch bayrisch einheimisch exotisch fremd fränkisch geläufig gesprochen heimatlich heimisch jiddisch keltisch klingend landestypisch musikalisch rheinisch schwäbisch slawisch spätromantisch tonal unverkennbar unverwechselbar ureigen verwandt volkstümlich wienerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Idiom‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man bemühte sich um ihn, er sprach leise in einem fremden Idiom.
Der Tagesspiegel, 08.06.2001
Sie gehören verschiedenen Generationen an und sie erzählen in verschiedenen bildnerischen Idiomen.
Süddeutsche Zeitung, 15.07.1995
Meist freilich war das heimatliche Idiom bei ihm abgemildert durch eine ungewöhnliche Grazie der Sprechweise.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Die Entwicklung eines geigerischen Idioms kann man bei dem Geiger-Komp.
Schwarz, Boris: Violinmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 9197
Erst recht war die schriftauslegende Predigt auf das neue Idiom angewiesen.
Baus, Karl: Von der Urgemeinde zur frühchristlichen Großkirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 325
Zitationshilfe
„Idiom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Idiom>, abgerufen am 17.02.2019.

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