Iltis, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Iltisses · Nominativ Plural: Iltisse
Aussprache
WorttrennungIl-tis
Wortbildung mit ›Iltis‹ als Erstglied: ↗Iltisbalg
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
zu den Mardern gehörendes, gewandtes, kleines Raubtier von meist kastanienbrauner Farbe
Beispiel:
ein Iltis war in den Hühnerstall eingedrungen
2.
Pelz von 1
Beispiel:
eine Jacke aus Iltis
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Iltis m. dunkle, rotbraune Marderart, deren nur im Dt. vorkommender Name nicht eindeutig zu klären ist. Ahd. ili(n)tis (11. Jh.), illi(n)tiso (Hs. 12. Jh.), mhd. eltes, iltis ist vermutlich ein verdunkeltes Kompositum. Das Grundwort kann am wahrscheinlichsten (wie ↗Wiesel, ↗Wisent, s. d.) an ie. *u̯is- ‘Gestank’, eine schwundstufige Form der Wurzel ie. *u̯eis- ‘zerfließen, fließen’, auch vom Geruch faulender („zerfließender“) Pflanzen, angeschlossen werden, wozu sich lat. vīsīre ‘furzen’, spätlat. vissio ‘Gestank’ und wohl ↗fies (s. d.) stellen; Bennenungsmotiv ist der durchdringende Geruch eines Sekrets, das der Iltis aus Analdrüsen seinen Verfolgern entgegenspritzt (vgl. landschaftliche Namen wie Stinkmarder, Stänker, Stänkerratz). Das erste Kompositionsglied ist eher auf die Farbwurzel (in Tier- und Pflanzennamen) ie. *el- ‘rot, braun’ (s. ↗Erle) zurückzuführen (Pokorny 1, 304) als auf ahd. elilenti ‘verbannt, fremd’ (s. ↗elend). Der Name wäre dann als ‘rotbraunes Wiesel’ (und nicht als ‘fremdes Wiesel’) aufzufassen und die Ausgangsform als germ. *ili(n)t-wisjo (mit t als Gleitlaut) anzusetzen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dachs Fuchs Hermelin Marder Wiesel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Iltis‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Filme waren ja auch für Kinder in der Schule, da kann ich doch keinen wilden Iltis reinlassen.
Der Tagesspiegel, 06.04.2002
Du bist dumm wie ein Iltis und stinkst wie Brot, komm, schieß dich auf und häng dich tot.
Bild, 25.11.1997
Seine Schwester wand sich wie ein Iltis durch die Zaunlatten.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 381
Eine Polar-Eule steht ebenso zur Auswahl wie ein Iltis, ein Fuchs und ein Marder.
Die Welt, 25.05.2004
So wird das Beuteverhalten eines im Kaspar-Hauser-Versuch aufgezogenen Iltisses von einem wegrollenden Körper geeigneter Größe und Bewegungsgeschwindigkeit ausgelöst.
Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 366
Zitationshilfe
„Iltis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Iltis>, abgerufen am 19.10.2019.

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