Immunität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Immunität · Nominativ Plural: Immunitäten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ɪmuniˈtɛːt]
Worttrennung Im-mu-ni-tät
Grundform immun
Wortbildung  mit ›Immunität‹ als Letztglied: ↗Herdenimmunität
Herkunft zu immūnitāslat ‘Freiheit von Steuern, Abgaben, Vergünstigung, Privileg’
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Medizin Zustand eines Lebewesens, der es unempfänglich für bzw. unempfindlich gegen bestimmte Krankheitserreger macht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: angeborene, erworbene Immunität
Beispiele:
die Immunität des Körpers, Organismus gegen Viren, Krankheitskeime, Kinderlähmung, TyphusWDG
eine überstandene Infektionskrankheit hinterlässt gewöhnlich lang anhaltende oder lebenslängliche ImmunitätWDG
Außerdem fragen sich viele Menschen, wie lange man nach Genesung von COVID‑19 immun bleibt – oder ist es sogar für immer? Immerhin bilden Covid‑19‑Patienten nach einer Infektion mit dem Virus Antikörper. Wie lange die Immunität anhält, kann man aktuell nicht sagen, […] weil die Daten noch nicht ausreichen. [Mittelbayerische, 23.03.2020]
97,1 Prozent der Schulanfänger haben eine erste Impfung gegen Masern, aber nur 93 Prozent die zweite, die für Immunität notwendig ist. [Bild am Sonntag, 05.05.2019, Nr. 18]
Die mehr oder weniger erhöhte (eigene) Widerstandskraft, die Immunität des Körpers gegenüber der Ansteckungsgefahr, ist durch erblich festgesetztes Maß und durch äußere Bedingungen der Lebensweise (Ernährung, Beruf, Umgebung) bei jedem einzelnen verschieden ausgeprägt. [Berliner Zeitung, 04.09.1947]
übertragen Unempfänglichkeit für äußere Einflüsse; Widerstandskraft gegen Angriffe o. Ä.
Beispiele:
Die neue Generation der Deutschen hat nicht mehr die Immunität gegen Nationalismus und Faschismus, wie sie noch die ihrer Eltern hatte. [Welt am Sonntag, 23.09.2018, Nr. 38]
Unter dem Schlagwort »inhärente Sicherheit« versteht man einen Schutz durch Naturgesetze – also Immunität gegen Konstruktionsmängel und menschliches Versagen. [Süddeutsche Zeitung, 01.12.2018]
Die »mythische Immunität gegen Malware der Apple‑Rechner ist vorbei«, warnen die Malware‑Bytes‑Spezialisten. [Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2017]
Dabei gibt es bei Internet‑Surfern mittlerweile eine gewisse Immunität gegen Werbung im Web. Banner auf Webseiten, welche Produkte und Dienstleistungen bewerben, werden vom Surfer oft nicht mehr wahrgenommen, oder sie werden mit Werbeblockern gar nicht erst angezeigt. [Mit Content Marketing erfolgreich werben, 29.09.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Die Immunität Europas gegen einen Angriff hängt hauptsächlich von dem größeren Atombombenvorrat der USA ab. [Berliner Zeitung, 07.07.1950]
2.
Jura gesetzlicher Schutz vor StrafverfolgungWDG
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: diplomatische, parlamentarische, strafrechtliche, präsidiale, juristische Immunität
mit Genitivattribut: die Immunität der Abgeordneten, Parlamentarier, des Ex-Diktators
als Akkusativobjekt: Immunität genießen, zusichern, garantieren, gewähren, aufheben, absprechen, aberkennen, entziehen, einschränken
in Präpositionalgruppe/-objekt: auf seine Immunität bestehen, pochen
Beispiele:
Parlamentsmitglieder, Diplomaten genießen, besitzen (die) ImmunitätWDG
die Immunität eines Abgeordneten wurde aufgehobenWDG
Nach dem Ende seiner Amtszeit als Präsident (und der Aufhebung der Immunität) holte ihn die Vergangenheit ein. [Die Welt, 27.09.2019]
Auch die diplomatische Immunität wurde 1815 in Wien geregelt und 1961 durch das »Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen« in einen internationalen Vertrag gegossen. [Welt am Sonntag, 14.04.2019, Nr. 15]
Die Teilnahme der Angeklagten an den Verbrechen des Parteistaates ist ihre persönliche Schuld, die durch keine Immunität gedeckt wird. [Berliner Zeitung, 30.07.1946]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

immun · Immunität · immunisieren
immun Adj. ‘frei von Diensten, Lasten, Abgaben’ (18. Jh.), dann auch ‘unantastbar’ (z. B. als Abgeordneter und Diplomat), ‘gefeit, unanfällig, unempfindlich gegen Krankheitserreger’ (19. Jh.), entlehnt aus lat. immūnis ‘frei von Leistungen, abgabenfrei’, auch ‘frei, unberührt von, rein’; mit negierendem in- ‘un-’ (s. ↗in-2) zu lat. mūnia Plur. ‘Leistungen, Pflichten’ gebildet. Immunität f. ‘das Freisein von Diensten, Lasten, Abgaben’ (18. Jh.), ‘gesetzlicher Schutz vor Strafverfolgung für Abgeordnete und Diplomaten’ und ‘Unempfindlichkeit gegen Krankheitserreger’ (19. Jh.), lat. immūnitās (Genitiv immūnitātis) ‘Freiheit von Steuern, Abgaben, Vergünstigung, Privileg’. immunisieren Vb. ‘gegen Krankheitserreger durch Impfen unanfällig machen’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Immunität · ↗Unangreifbarkeit · ↗Unempfindlichkeit
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • diplomatische Immunität · diplomatische Vorrechte

Typische Verbindungen zu ›Immunität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Immunität‹.

Zitationshilfe
„Immunität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Immunit%C3%A4t>, abgerufen am 03.03.2021.

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