Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Imperativ, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Imperativs · Nominativ Plural: Imperative
Aussprache  [ˈɪmpeʀatiːf]
Worttrennung Im-pe-ra-tiv
Grundformimperativ
Herkunft zu (modus) imperātīvuslat ‘befehlende Form (des Verbs)’ < imperārelat ‘befehlen, gebieten’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Sprachwissenschaft] Befehlsform des Verbs
  2. 2. Forderung, Gebot
eWDG

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft Befehlsform des Verbs
Beispiele:
den Imperativ, die Formen des Imperativs bilden, ableiten
das Verb in den Imperativ setzen
›lauf!‹, ›lauft!‹, ›laufen wir!‹ sind Formen des Imperativs
2.
Forderung, Gebot
Beispiel:
die Notwendigkeit und die Nation reden beide im kategorischen Imperativ (= stellen rücksichtslos ihre Forderungen) [ MommsenReden381]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Imperativ m. ‘Befehlsform’. Der bereits bei den römischen Grammatikern übliche Terminus lat. (modus) imperātīvus ‘befehlende Form’ (des Verbs), zu lat. imperāre (imperātum) ‘befehlen, gebieten’, wird vereinzelt schon im 15. Jh. in deutschsprachige Grammatiken übernommen, kontinuierlich erst im 17. Jh.; er verliert um 1750 die lat. Endung. Durch Kants Prägung kategorischer Imperativ (1785), mit der er das von ihm formulierte Sittengesetz als unbedingt gültig charakterisiert, findet der Terminus Eingang in die Philosophie.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Aufforderungsform · Befehlsform  ●  Imperativ  fachspr., Hauptform
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Imperativ · moralische Forderung

Typische Verbindungen zu ›Imperativ‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Imperativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›Imperativ‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt keine freie Entscheidung mehr angesichts eines sittlichen Imperativs. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2029]
Die Form des Rechtes müssen daher Imperative sein, hinter denen die Macht einer Gemeinschaft steht, sie zu erzwingen. [Dilthey, Wilhelm: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 873]
Er musste sich so schnell wie möglich selber ernähren – die Mutter entlasten, das war der kategorische Imperativ. [Die Zeit, 29.07.1999, Nr. 31]
Übertroffen wird dieser Imperativ nur noch von der Sucht, zu zeigen, daß man es bereits geschafft hat. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Nun aber auf einmal verwandelt der kategorische Imperativ das ganze Bild. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 5435]
Zitationshilfe
„Imperativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Imperativ>.

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