Imperativ, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Imperativs · Nominativ Plural: Imperative
Aussprache 
Worttrennung Im-pe-ra-tiv
Herkunft Latein

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Sprachwissenschaft] Befehlsform des Verbs
  2. 2. Forderung, Gebot
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft Befehlsform des Verbs
Beispiele:
den Imperativ, die Formen des Imperativs bilden, ableiten
das Verb in den Imperativ setzen
›lauf!‹, ›lauft!‹, ›laufen wir!‹ sind Formen des Imperativs
2.
Forderung, Gebot
Beispiel:
die Notwendigkeit und die Nation reden beide im kategorischen Imperativ (= stellen rücksichtslos ihre Forderungen) [MommsenReden381]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Imperativ m. ‘Befehlsform’. Der bereits bei den römischen Grammatikern übliche Terminus lat. (modus) imperātīvus ‘befehlende Form’ (des Verbs), zu lat. imperāre (imperātum) ‘befehlen, gebieten’, wird vereinzelt schon im 15. Jh. in deutschsprachige Grammatiken übernommen, kontinuierlich erst im 17. Jh.; er verliert um 1750 die lat. Endung. Durch Kants Prägung kategorischer Imperativ (1785), mit der er das von ihm formulierte Sittengesetz als unbedingt gültig charakterisiert, findet der Terminus Eingang in die Philosophie.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Aufforderungsform · ↗Befehlsform  ●  Imperativ  fachspr., Hauptform
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Imperativ · moralische Forderung

Typische Verbindungen zu ›Imperativ‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Imperativ‹.

Verwendungsbeispiele für ›Imperativ‹

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Immerhin hatte schon Kant selbst erheblichen Ärger mit dem Imperativ.
Der Tagesspiegel, 26.03.2000
Diesen kategorischen Imperativ haben wir in den letzten Monaten oft beschworen.
Die Zeit, 17.11.1989, Nr. 47
Es gibt keine freie Entscheidung mehr angesichts eines sittlichen Imperativs.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2029
Die Form des Rechtes müssen daher Imperative sein, hinter denen die Macht einer Gemeinschaft steht, sie zu erzwingen.
Dilthey, Wilhelm: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 873
Der moralische Imperativ als Form der Moral ist faustisch und nur faustisch.
Spengler, Oswald: Der Untergang des Abendlandes, München: Beck 1929 [1918], S. 432
Zitationshilfe
„Imperativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Imperativ>, abgerufen am 10.07.2020.

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