Implantat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Implantat(e)s · Nominativ Plural: Implantate
WorttrennungIm-plan-tat
formal verwandt mitimplantieren
Wortbildung mit ›Implantat‹ als Letztglied: ↗Gehirnimplantat
DWDS-Vollartikel, 2014

Bedeutung

Medizin körperfremdes Gewebe oder künstliches Material bzw. ein körperfremdes Organ oder Gerät, das einem Organismus eingepflanzt wird
Beispiele:
Implantate: Jährlich werden in Deutschland 140000 künstliche Hüften eingesetzt, 50000 Kniegelenke, 10500 Herzklappen, 40000 Herzschrittmacher und 2000 Glasaugen. [Welt am Sonntag, 16.05.1999]
Ich stelle mir vor, wie wir eines Tages Sensoren als Implantate im Körper tragen. [Die Zeit, 04.11.2013 (online)]
Was aber ist der Vorteil, Gelähmten Elektroden einzupflanzen, wenn sie auch ohne Implantate ihre Hirnströme beeinflussen können? [Süddeutsche Zeitung, 19.01.1999]
Das Immunsystem des Betroffenen hat keinen Anlaß, gegen die behandelten Zellen anzugehen – ihre Antigenstruktur ist unverändert geblieben; das Implantat wird nicht als fremd empfunden. [Die Zeit, 10.10.1986, Nr. 42]
In letzter Zeit ist man in Italien darangegangen, statt der artfremden Affendrüsen arteigene Drüsen eines anderen Menschen einzupflanzen, da man hofft, daß das weniger artfremde Implantat lange bestehen bleiben kann. [Archiv der Gegenwart, 3, 1933]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: ein Implantat einsetzen, einpflanzen, verankern, entfernen; ein Implantat tragen; ein Implantat entwickeln, herstellen
als Aktivsubjekt: ein Implantat verrutscht, wächst ein
mit Adjektivattribut: ein abbaubares, (schwach) radioaktives, biologisches, künstliches, elektronisches, intelligentes Implantat; ein medizinisches Implantat
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. durch ein Implantat ersetzen, mit einem Implantat versorgen
als Genitivattribut: Einsetzen, Entfernung eines Implantats
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

implantieren · Implantation · Implantat
implantieren Vb. ‘einpflanzen, einpfropfen, einimpfen’ (um 1800), entlehnt aus spätlat. implantāre (implantātum) ‘einpflanzen’ (s. ↗pflanzen). In der Chirurgie ‘(ausgeschlagene Zähne) operativ einsetzen’ (Ende 19. Jh.), dann (im Unterschied zu ↗transplantieren, s. d.) ‘Gewebe (Haut), künstliche Organteile (Zapfen für Zähne), künstlich hergestellte Organe oder Geräte (Herzschrittmacher) in den lebenden Organismus operativ einsetzen’ (20. Jh.). Dazu Implantation f. ‘Einpflanzung’ auf fremden, anderen Boden (Mitte 19. Jh.), ‘operative Einsetzung bestimmter Teile in den Körper’ (Ende 19. Jh.). Implantat n. (in der Chirurgie) ‘das durch Implantieren Eingesetzte’ (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschichtung Einsetzen Einwachsen Entfernen Herzklappe Herzschrittmacher Hörschnecke Industriesilikon Inlay Innenohr Medizinprodukt Netzhaut Prothese Silikon Zahnersatz Zertifizierung abbaubar beschichten chirurgisch einpflanzen einwachsen gerissen herausoperieren minderwertig neuronal orthopädisch resorbierbar schadhaft verrutschen verwachsen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Implantat‹.

Zitationshilfe
„Implantat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Implantat>, abgerufen am 19.10.2018.

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