Imponderabilien

GrammatikSubstantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungIm-pon-de-ra-bi-li-en
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

nicht zu berechnende, zu messende, aber wirksame Umstände
Beispiele:
die Forschungsexpedition musste eine Fülle von Imponderabilien einkalkulieren
bei der Planung gilt es, Imponderabilien weitgehend auszuschalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Imponderabilien Plur. ‘unberechenbare Einflüsse, Stimmungen, Gefühle’. Gegen Ende des 18. Jhs. wird von englischen Physikern zu spätlat. ponderābilis ‘wägbar’ (vgl. lat. ponderāre ‘wägen’, pondus ‘Gewicht’) mit negierendem in- (s. ↗in-) das Adjektiv engl. imponderable mit dem zugehörigen Substantiv imponderability gebildet zur Charakterisierung der Eigenschaft sinnlich nicht wahrnehmbarer und nicht wägbarer Stoffe, aus denen man sich Elektrizität und Licht zusammengesetzt vorstellt. Zu Anfang des 19. Jhs. ist imponderabel als Entlehnung des engl. Adjektivs (oder des frz. impondérable) auch im Dt. nachweisbar, ebenso wie der substantivierte und relatinisierte Plur. Imponderabilien, dessen Gebrauch auf nicht kalkulierbare politische und geistige Kräfte ausgeweitet wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
Imponderabilien · Unwägbarkeiten · unvorhersehbare Einflüsse
Synonymgruppe
Unberechenbarkeit · ↗Unsicherheit · ↗Unsicherheitsfaktor · ↗Unwägbarkeit  ●  Imponderabilien  geh. · ↗Imponderabilität  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

abhängen gewiss menschlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Imponderabilien‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt treten wir in eine Welt der Imponderabilien, und jederzeit muß man sich selber prüfen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1945]
Ein totgeborener Begriff scheint mir der der Imponderabilien gewesen zu sein.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 18363
Imponderabilien heißen so, weil man sie nicht abwägen, nicht berechnen kann.
Der Spiegel, 25.06.2001
Es sind in solchen Fällen meist sogenannte Imponderabilien, Tatsachen unbekannter Wirkung, entscheidend.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 25584
Teubner stützt sich auf »Imponderabilien« und lehnt Antwort auf meine Fragen ab.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1934. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1934], S. 81
Zitationshilfe
„Imponderabilien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Imponderabilien>, abgerufen am 22.10.2019.

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