Impotenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Impotenz · Nominativ Plural: Impotenzen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungIm-po-tenz
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr, Zeugungsunfähigkeit des Mannes
Beispiel:
eine organische, psychische, völlige Impotenz
abwertend, übertragen Schwäche, Unfähigkeit, Mangel an schöpferischer Kraft
Beispiele:
eine sprachliche, künstlerische Impotenz
ein nichtiger in steigender Impotenz verkommender Hof [MommsenReden313]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Potenz · potent · potenzieren · Potentat · Potential · potentiell · impotent · Impotenz
Potenz f. ‘Kraft, Macht, Wirksamkeit, Leistungsfähigkeit, Stärke’ (16. Jh.), ‘Fähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (19. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem Impotenz, s. unten), auch ‘Herrschergewalt, politische Macht’ (17. Jh.), in der Mathematik ‘Produkt mehrerer gleicher Faktoren’ (Anfang 18. Jh.), aus lat. potentia ‘Vermögen, Kraft, Macht, Gewalt, (Ober)herrschaft’, abgeleitet von lat. potēns (s. unten). potent Adj. ‘stark, einflußreich, zahlungskräftig, leistungsfähig’ (um 1800), ‘fähig zum Geschlechtsverkehr, zeugungsfähig’ (20. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem impotent, s. unten), aus lat. potēns (Genitiv potentis) Part.adj. ‘mächtig, vermögend, fähig, einflußreich, stark’, eigentlich Part. Präs. zu einem untergegangenem Verb lat. *potēre ‘können’ (vgl. lat. posse). potenzieren Vb. in der Mathematik ‘eine Zahl mehrfach mit sich selbst multiplizieren’, allgemein ‘erhöhen, steigern, verstärken’ (19. Jh.), abgeleitet von Potenz. Potentat m. ‘Machthaber, Herrscher, regierender Fürst’ (16. Jh.), aus lat. potentātus ‘Vermögen, Kraft, Macht, Oberherrschaft’, mlat. (Plur.) ‘die Mächtigen’. Potential n. ortsabhängige Größe zur Beschreibung eines magnetischen bzw. elektrischen Feldes (Gauß 1836/1840), allgemein ‘Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, Wirkungs-, Leistungsfähigkeit’, substantiviert aus spätlat. potentiālis ‘mächtig, wirksam, möglich’. potentiell Adj. ‘möglich, denkbar, der Anlage, der Möglichkeit nach wirkungsfähig’ (Mitte 19. Jh.), frz. potentiel, spätlat. potentiālis (s. oben). impotent Adj. ‘nicht mächtig, nicht fähig’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung nicht fähig’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘untüchtig, nicht schöpferisch’ (20. Jh.), lat. impotēns (Genitiv impotentis) ‘nicht mächtig, schwach’. Impotenz f. ‘Unfähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Schwäche, Untüchtigkeit, Unfähigkeit zu schöpferischer Leistung’ (20. Jh.), lat. impotentia ‘Unvermögen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Impotenz · ↗Unfähigkeit · ↗Unvermögen
Medizin
Synonymgruppe
Erektionsstörung · ↗Potenzstörung · erektile Dysfunktion  ●  Impotentia coeundi  veraltet, lat. · Impotenz  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • PDE-5-Hemmer · Phosphodiesterase-5-Hemmer · Phosphodiesterase-V-Hemmer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Asthma Behandlung Bluthochdruck Depression Erektionsstörung Frigidität Haarausfall Herzinfarkt Inkontinenz Kopfschmerz Krebs Pille Potenz Schlaflosigkeit Unfruchtbarkeit Unlust bedingt geistig heilen intellektuell kompensieren leiden musikalisch männlich psychisch schöpferisch sexuell verursachen Ästhetik

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Impotenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Sehnsucht nach Übergröße entspringt ja stets aus der Impotenz.
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003
Doch im verflixten siebten Jahr lautet die Diagnose statt dessen Impotenz.
Die Zeit, 23.03.1990, Nr. 13
Und plötzlich sprach und schrieb alle Welt von der männlichen Impotenz.
Bild, 05.02.2000
Freud spricht von der seelisch-geistigen Impotenz des Mannes gegenüber der Frau.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 81
Und von der Impotenz in jeder Hinsicht braucht uns niemand heilen zu wollen.
Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen!, Dresden: Heyne 1939 [1939], S. 68
Zitationshilfe
„Impotenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Impotenz>, abgerufen am 21.03.2019.

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