Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Impotenz, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Impotenz · Nominativ Plural: Impotenzen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Im-po-tenz
Wortzerlegung im- Potenz
Herkunft aus impotentialat ‘Unvermögen’
eWDG

Bedeutung

Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr, Zeugungsunfähigkeit des Mannes
Beispiel:
eine organische, psychische, völlige Impotenz
abwertend, übertragen Schwäche, Unfähigkeit, Mangel an schöpferischer Kraft
Beispiele:
eine sprachliche, künstlerische Impotenz
ein nichtiger in steigender Impotenz verkommender Hof [ MommsenReden313]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Potenz · potent · potenzieren · Potentat · Potential · potentiell · impotent · Impotenz
Potenz f. ‘Kraft, Macht, Wirksamkeit, Leistungsfähigkeit, Stärke’ (16. Jh.), ‘Fähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (19. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem Impotenz, s. unten), auch ‘Herrschergewalt, politische Macht’ (17. Jh.), in der Mathematik ‘Produkt mehrerer gleicher Faktoren’ (Anfang 18. Jh.), aus lat. potentia ‘Vermögen, Kraft, Macht, Gewalt, (Ober)herrschaft’, abgeleitet von lat. potēns (s. unten). potent Adj. ‘stark, einflußreich, zahlungskräftig, leistungsfähig’ (um 1800), ‘fähig zum Geschlechtsverkehr, zeugungsfähig’ (20. Jh., als Gegenwort zu voraufgehendem impotent, s. unten), aus lat. potēns (Genitiv potentis) Part.adj. ‘mächtig, vermögend, fähig, einflußreich, stark’, eigentlich Part. Präs. zu einem untergegangenem Verb lat. *potēre ‘können’ (vgl. lat. posse). potenzieren Vb. in der Mathematik ‘eine Zahl mehrfach mit sich selbst multiplizieren’, allgemein ‘erhöhen, steigern, verstärken’ (19. Jh.), abgeleitet von Potenz. Potentat m. ‘Machthaber, Herrscher, regierender Fürst’ (16. Jh.), aus lat. potentātus ‘Vermögen, Kraft, Macht, Oberherrschaft’, mlat. (Plur.) ‘die Mächtigen’. Potential n. ortsabhängige Größe zur Beschreibung eines magnetischen bzw. elektrischen Feldes (Gauß 1836/1840), allgemein ‘Gesamtheit der vorhandenen Mittel und Möglichkeiten, Wirkungs-, Leistungsfähigkeit’, substantiviert aus spätlat. potentiālis ‘mächtig, wirksam, möglich’. potentiell Adj. ‘möglich, denkbar, der Anlage, der Möglichkeit nach wirkungsfähig’ (Mitte 19. Jh.), frz. potentiel, spätlat. potentiālis (s. oben). impotent Adj. ‘nicht mächtig, nicht fähig’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung nicht fähig’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘untüchtig, nicht schöpferisch’ (20. Jh.), lat. impotēns (Genitiv impotentis) ‘nicht mächtig, schwach’. Impotenz f. ‘Unfähigkeit des Mannes zum Geschlechtsverkehr, zur Zeugung’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘Schwäche, Untüchtigkeit, Unfähigkeit zu schöpferischer Leistung’ (20. Jh.), lat. impotentia ‘Unvermögen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Impotenz · Unfähigkeit · Unvermögen
Medizin
Synonymgruppe
Erektionsstörung · Potenzstörung · erektile Dysfunktion  ●  Impotentia coeundi  veraltet, lat. · Impotenz  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Impotenz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Impotenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Impotenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch im verflixten siebten Jahr lautet die Diagnose statt dessen Impotenz. [Die Zeit, 23.03.1990, Nr. 13]
Die Sehnsucht nach Übergröße entspringt ja stets aus der Impotenz. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003]
Was ihr nämlich effektiv einen mythischen Status verleiht, ist die Drohung der Impotenz. [Süddeutsche Zeitung, 19.08.1998]
Oder wir überlegen uns das heute abend nochmal mit der Impotenz. [Süddeutsche Zeitung, 04.09.1995]
Freud spricht von der seelisch‑geistigen Impotenz des Mannes gegenüber der Frau. [Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 81]
Zitationshilfe
„Impotenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Impotenz>.

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