Improvisation, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Improvisation · Nominativ Plural: Improvisationen
Aussprache
WorttrennungIm-pro-vi-sa-ti-on
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Improvisation‹ als Letztglied: ↗Kollektivimprovisation · ↗Kollektivimprovisation · ↗Schnellimprovisation
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
das Improvisieren
Beispiele:
die Kunst der Improvisation
die Gabe der Improvisation haben
Freude, Spaß an, Lust zur Improvisation haben
fähig sein zur Improvisation
die Improvisation beherrschen
ich bin sehr unbegabt für Improvisation [RinserMitte304]
Musik an eine Form gebundene Verarbeitung eines Themas aus dem Stegreif
Beispiele:
Bach, Händel, Mozart waren Meister der Improvisation
die Improvisation spielt beim Jazz eine große Rolle
2.
das Improvisierte, aus dem Stegreif Dargebotene
Beispiele:
eine gelungene, gekonnte, geistvolle, witzige Improvisation bieten
seine Rede fand viel Beifall, obwohl sie reine Improvisation war
Jetzt war die Zeit längst vorüber, wo es ein Genuß war, durch witzsprühende Improvisationen und geistreiche Trinksprüche zu glänzen [RaabeHungerpastorI 1,360]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

improvisieren · Improvisation · Improvisator
improvisieren Vb. ‘aus dem Stegreif, ohne Vorbereitung gestalten’, im 18. Jh. entlehnt aus gleichbed. ital. improvvisare, abgeleitet von ital. improvviso ‘unerwartet, unvorhergesehen, unvermutet’. Das voraufgehende lat. imprōvīsus ist die negierte Form (s. ↗in-2) des Part. Perf. von lat. prōvidēre ‘vorhersehen’. Improvisation f. ‘Gestaltung aus dem Stegreif’ (19. Jh.), ital. improvvisazione, frz. improvisation. Improvisator m. (18. Jh.), ital. improvvisatore ‘Stegreifdichter, -sänger, -spieler’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Improvisation · spontane Erfindung  ●  Momentschöpfung  geh. · freie Momentgestaltung  geh.
Assoziationen
  • (schon) auf den ersten Hieb · auf den ersten Streich · auf einen Schlag · aus dem Stand · gleich beim ersten Mal  ●  auf Anhieb  Hauptform · ↗ad hoc  geh., lat. · ↗sofort  ugs. · ↗spontan  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Improvisation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Blues Eigenkomposition Folklore Freiraum Harmonielehre Intuition Jazz Komposition Orgel Rhythmik Saxophon Spontaneität Spontanität Verzierung ausgedehnt ausladend ausschweifend ausufernd frei gelenkt genial instrumental jazzig kollektiv meditativ modal solistisch spontan szenisch virtuos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Improvisation‹.

Verwendungsbeispiele für ›Improvisation‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der kreativen Improvisation, aus der in der freien Szene normalerweise Kunst entsteht, hat das nicht sehr viel zu tun.
Der Tagesspiegel, 27.11.1998
Er sollte versuchen, aus den Improvisationen ein Stück zu entwickeln.
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1994
Für die Durchführung dieser grundlegenden Ziele schien die Improvisation charakteristisch zu sein.
o. A.: Dreiundneunzigster Tag. Donnerstag, 28. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16240
Er beeindruckte vor allem durch seine Improvisationen, scheint aber wenig sicher im Tempo gewesen zu sein.
Hasselt, Luc van: Wilms. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 19585
Daß es trotz aller Improvisation stets der Vorbereitungen bedarf, ist selbstverständlich.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 257
Zitationshilfe
„Improvisation“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Improvisation>, abgerufen am 28.02.2020.

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