Inanition, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Inanition · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [ˌɪnʔaniˈʦi̯oːn]
Worttrennung Ina-ni-ti-on In-ani-ti-on
Herkunft aus inānītiolat ‘Ausleerung’, zu inānīrelat ‘leer machen’ < inānislat ‘leer’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Medizin mit starker Gewichtsabnahme verbundene Auszehrung (1) des Körpers (durch unzureichende Nahrungsaufnahme oder Krankheit)
Synonym zu Abmagerung (1), siehe auch Kachexie
Beispiele:
Als Inanition bezeichnet man die allgemeine Entkräftung und Auszehrung des Körpers durch eine ungenügende Nahrungsaufnahme – verbunden mit einer deutlichen Abnahme des Körpergewichts (< 80 % des Normalgewichts). [Inanition, 28.10.2018, aufgerufen am 14.01.2021]
Bei der Inanition werden nur das Fettgewebe der Speicherfettdepots und die Skelettmuskulatur abgebaut (katabole Stoffwechsellage), das Baufett bleibt aber noch erhalten. Die Veränderungen sind noch reversibel. Ohne Beseitigung der Ursachen führt eine Inanition aber bald zu irreversiblen Veränderungen (Kachexie). [Inanition, 08.08.2020, aufgerufen am 14.01.2021]
Erschütternd ist, dass die Todesursache bei Kriegsgefangenen im Jahre 1941 Inanition (Auszehrung, Erschöpfung) war. Und das in unserer ländlichen Gegend [um Waschow], wo 1941 Nahrungsmittel nicht Mangelware gewesen sind. Die Überlebensdauer dieser sowjetischen Kriegsgefangenen betrug oft nur wenige Monate. [Schweriner Volkszeitung, 09.05.2015]
Die Folge des längeranhaltenden Nahrungsmangels ist die Auszehrung oder Inanition. Sie kann zum völligen Kräfteverfall führen, der auch Kachexie genannt wird. [Was nehme ich ab, wenn ich einen Monat nichts esse, 02.11.2009, aufgerufen am 01.09.2020]
Auch ich glaube [bezüglich des Fastens] beobachtet zu haben, daß die Zunge in bestimmten Fällen etwas reiner wird und daß sich Hunger einstellt. Dürfen wir daraus immer schließen, daß jetzt die Krankheitsstoffe abgebaut und ausgeschieden seien und daß jetzt das Stadium der »pathologischen Inanition«, das Hungern, beginne? [Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg. Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 67]
Im Hunger findet zunächst keine Herabsetzung des Gesamtumsatzes statt, der Organismus lebt von seinen Reserven bzw. von eigener Körpersubstanz. An erster Stelle wird der Glykogenvorrat aufgezehrt. Doch wird auch bei längerer Inanition der Körper nicht völlig glykogenfrei, da dann die früher beschriebene Zuckerbildung aus Eiweiß zur Geltung kommt. Nächst dem Glykogen werden die Fettbestände aufgezehrt; auch kommt es zu fortschreitender Einschmelzung von Eiweiß. [Domarus, Alexander von: Grundriß der inneren Medizin. Berlin / Heidelberg: Springer 1923, S. 461]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Inanition“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Inanition>, abgerufen am 17.05.2021.

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