Individualität, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Individualität · Nominativ Plural: Individualitäten
Aussprache
WorttrennungIn-di-vi-du-ali-tät · In-di-vi-dua-li-tät
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Individualität‹ als Letztglied: ↗Nationalindividualität · ↗Völkerindividualität
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
Gesamtheit der persönlichen Eigenarten eines Einzelwesens
Beispiele:
das Geheimnis, die Bewahrung der Individualität
dessen erste Pflicht ihn seine Persönlichkeit frei entfalten und seine Individualität ausleben hieß [H. MannSchlaraffenland1,241]
2.
durch eigenes Gepräge gekennzeichnetes Einzelwesen
Beispiele:
sie sind sehr unterschiedliche, widersprüchliche, scharf charakterisierte Individualitäten
er ist eine schöpferische Individualität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Individuum · individuell · Individualität · Individualismus · Individualist · individualistisch
Individuum n. ‘Einzelwesen, der einzelne Mensch’. Lat. indīviduum ‘kleinster Baustein der Materie, Atom’ (im antiken Sinne), mlat. ‘Einzelding’, dann auch ‘Einzelwesen’, ist die substantivierte neutrale Form des Adjektivs lat. indīviduus ‘ungetrennt bleibend, ungeteilt, unzertrennt, unteilbar’ (zu lat. dīvidere ‘ein Ganzes in Teile zerlegen, trennen, zerteilen’, s. ↗dividieren), einer Übersetzung von griech. átomos (ἄτομος) ‘unteilbar’, s. ↗Atom. Mlat. individuum geht im 16. Jh. in dt. Texte ein, zunächst noch mit lat. Flexion (Plur. Individua; im 18. Jh. dann auch Individuen). Aus der Verwendung ‘unbekannte Einzelperson’ entwickelt sich in geringschätzigem Sinne ‘fragwürdige Person’. individuell Adj. ‘das Einzelwesen betreffend, persönlich’ (18. Jh.), frz. individuel, zu afrz. frz. individu, ersetzt älteres gleichbed. individual (vgl. mlat. individualis), das jedoch als erstes Glied in Zusammensetzungen erhalten bleibt (vgl. Individualpsychologie, -verhalten). Individualität f. ‘Einzelwesen, Gesamtheit der Besonderheiten eines Einzelwesens’ (18. Jh.), frz. individualité. Individualismus m. ‘Betonung der Interessen des Einzelwesens gegenüber denen der Gesellschaft’ (19. Jh.), nach voraufgehendem frz. individualisme, engl. individualism. Individualist m. ‘Einzelgänger, Vertreter des Individualismus’ (19. Jh.). individualistisch Adj. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beispiellosigkeit · ↗Einmaligkeit · ↗Einzigartigkeit · Individualität · ↗Novum
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie verschmelzen nicht mit der Umgebung, sie besitzen keine Individualität.
Die Welt, 25.03.2003
Und die Individualität der Dinge erfahren wir nur in der Anwendung allgemeiner Begriffe.
Der Tagesspiegel, 15.11.1999
Gegen Ende des Römerreichs entfaltet sich aber die Individualität immer mehr.
Johannesson, R.: Gemeinschaft und Individuum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 2179
Das zu gebärende Kind bedeutet dann die noch nicht bewußt vorhandene Individualität.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 629
Darin zeigt sich eine Schätzung der Individualität auf geistigem Gebiet, wie sie sonst allen älteren Kulturen völlig fremd ist.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 25183
Zitationshilfe
„Individualität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Individualität>, abgerufen am 18.03.2019.

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