Industriegebiet, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Industriegebiet(e)s · Nominativ Plural: Industriegebiete
Aussprache
WorttrennungIn-dus-trie-ge-biet · In-dust-rie-ge-biet
WortzerlegungIndustrieGebiet
eWDG, 1969 und ZDL, 2019

Bedeutungen

1.
überwiegend für Industrieansiedlungen genutztes bzw. behördlich so ausgewiesenes, meist innerstädtisches Gelände
Beispiele:
In der aus dem Jahr 1962 stammenden Baunutzungsverordnung sind insgesamt zehn Baugebietstypen kategorisiert: Kleinsiedlungsgebiete, reine Wohngebiete, allgemeine Wohngebiete, besondere Wohngebiete, Dorfgebiete, Mischgebiete, Kerngebiete, Gewerbegebiete, Industriegebiete und Sondergebiete. [o. A. [-der]: Baunutzungsverordnung. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000. Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung, 05.08.1989.]
Der Tatort liegt außerhalb der Stadt in einem Industriegebiet. [Die Welt, 29.10.2018]
Ein Projekt ist die Schaffung grosser Industriegebiete für die Ansiedlung von Industrieunternehmen. [Neue Zürcher Zeitung, 12.01.2009]
In nur vier Wochen war das 47000 Quadratmeter große Areal an der B 19 als Industriegebiet ausgewiesen, 2000 erfolgte bereits der erste Spatenstich. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.2006]
Man hätte als schicke Wohngemeinde unter Umständen mehr Einnahmen als eine Gemeinde, die sich ein Industriegebiet oder ein Gewerbegebiet leistet mit all dem Verkehr und mit all dem Lärm und Abgasbelastung, das nun mal mit Gewerbe- und Industrie verbunden sein kann. [www.deutschlandfunk.de, 20.07.2003]
Der Industriekomplex ist ein Teil des städtischen Industriegebietes und steht vor allem mit den Wohngebieten in engen Wechselbeziehungen. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972, S. 247. Zitiert nach: Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1967.]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein innerstädtisches Industriegebiet
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Gebäude, eine Fabrik, eine Halle, Lagerhalle in einem Industriegebiet
mit Genitivattribut: die Industriegebiete der Stadt
2.
Region, in der Industriebetriebe konzentriert sind, die viel Industrie aufweist
Beispiele:
an der Ruhr erstreckt sich ein ausgedehntes IndustriegebietQuelle: WDG, 1969
das sächsische IndustriegebietQuelle: WDG, 1969
Die großen Industriegebiete entstanden über den Minen oder in ihrer Nähe, wie verbunden von einer ergiebigen, unterirdischen Ader: Schottland, Wales und Nordengland, Belgien, Nordfrankreich, das deutsche Ruhrgebiet, das polnische Oberschlesien. [Süddeutsche Zeitung, 26.11.2015]
Viele Unternehmen, die sich nach dem Ende der Montanindustrie in Europas grösstem Industriegebiet niederliessen, haben ihre Werktore schon wieder geschlossen. [Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2012]
Infolge Luftverunreinigung ist die Tageslichtbeleuchtung in Industriegebieten bei gleichzeitiger Schwächung des gesamten biologisch aktiven Teils des Spektrums oft erheblich reduziert. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972, S. 191. Zitiert nach: Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1967.]
Auch in Deutschland kam es im Zuge des Industrialisierungsprozesses zu einer Binnenwanderung in die Industriegebiete (Landflucht)[…]. [Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 150]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: das schlesische, oberschlesische, rheinisch-westfälische, nordenglische Industriegebiet

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Gewerbegebiet · ↗Gewerbepark · Industriegebiet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fachwerkhaus Firmengelände Lagerhalle Nordrand Ruhr Siegener Stadtrand abgelegen angrenzend besiedelt brachliegend erschlossen gesichtslos innerstädtisch lothringisch mitteldeutsch mittelenglisch nordfranzösisch norditalienisch oberschlesisch ostukrainisch rheinisch rheinisch-westfälisch rheinischwestfälisch schlesisch trist westfälisch zusammenhängend öde überfluten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Industriegebiet‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Leitung versperrt nun eine der Straßen durch das Industriegebiet des Ortes.
Der Tagesspiegel, 21.01.2004
Die Stadt hingegen strebt im Interesse der Wirtschaft eine Erweiterung des Industriegebiets auf die schützenswerten Flächen an.
Die Welt, 11.09.2003
Die Zerstörung war in den Industriegebieten, die von den Deutschen besetzt waren, sehr erheblich.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 174
Zu Beginn der sechziger Jahre sprach man immer häufiger vom Industriegebiet Teltow.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 260
Ringsum, im Tal, sah Holt sich von dem Panorama eines gewaltigen Industriegebietes umgeben.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 139
Zitationshilfe
„Industriegebiet“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Industriegebiet>, abgerufen am 16.10.2019.

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