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Infrastruktur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Infrastruktur · Nominativ Plural: Infrastrukturen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ˈɪnfʀastʀʊkˌtuːɐ̯]
Worttrennung In-fra-struk-tur · Inf-ra-struk-tur
Wortzerlegung infra-Struktur
Wortbildung  mit ›Infrastruktur‹ als Erstglied: ↗Infrastrukturabgabe · ↗Infrastrukturkosten · ↗Infrastrukturminister · ↗Infrastrukturpolitik · ↗Infrastrukturprojekt · ↗infrastrukturell
 ·  mit ›Infrastruktur‹ als Letztglied: ↗Netzinfrastruktur · ↗Verkehrsinfrastruktur · ↗Zensurinfrastruktur
eWDG und ZDL

Bedeutung

Wirtschaft, Politik Gesamtheit an (technischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen) Einrichtungen, Anlagen und Angeboten, die funktionierende Abläufe in einer geographischen Region oder einem auf bestimmte Weise definierten und organisierten Raum gewährleisten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die technische, soziale, touristische, kulturelle, öffentliche, kommunale Infrastruktur; die notwendige, vorhandene, zerstörte, fehlende Infrastruktur; eine gute, eigene, neue, schlechte Infrastruktur
als Akkusativobjekt: eine Infrastruktur aufbauen, schaffen, bereitstellen, finanzieren, entwickeln, anbieten; die Infrastruktur verbessern, nutzen, zerstören, ausbauen, modernisieren
mit Genitivattribut: die Infrastruktur eines Landes, Gebiets, Ortes, Staates; die Infrastruktur des Internets, Unternehmens, Flughafens
als Genitivattribut: der Ausbau der Infrastruktur; der Aufbau einer Infrastruktur; die Verbesserung, Modernisierung, Zerstörung, Wiederherstellung der Infrastruktur
in Präpositionalgruppe/-objekt: Investitionen in die Infrastruktur
Beispiele:
zur Infrastruktur einer Volkswirtschaft gehören Eisenbahnen, Straßen, Häfen und FlughäfenWDG
Für Straßen, Zugstrecken, Häfen und andere Infrastruktur hat Peking seinem Nachbarn [Pakistan] bis zu 60 Milliarden US‑Dollar (52 Milliarden Euro) Kredite zugesagt. [Die Welt, 05.11.2018]
In Deutschland fehlt elementare digitale Infrastruktur. Auf der Strecke zwischen München und Herzogenaurach zum Beispiel hat man noch nicht mal durchgängig Handyempfang. [Welt am Sonntag, 07.07.2019]
Mitte des Jahres soll ein Gesamtkonzept vorliegen, wie es mit dem [Berliner] Olympiapark nach dem Auszug des Fußballs aus dem Stadion weitergehen könnte. Es handelt sich dabei auch um eine bessere Auslastung der vorhandenen Infrastruktur und damit um eine bessere Wirtschaftlichkeit des Parkbetriebs. [Süddeutsche Zeitung, 22.01.2004]
Längst haben Bürgermeisterinnen und Bürgermeister erkannt, daß neben der technischen und sozialen Infrastruktur auch ein vielfältiges Angebot an kulturellen Veranstaltungen zu einem hohen Maß zur Lebensqualität beiträgt. [Frankfurter Rundschau, 04.07.1997]
Die Infrastrukturen wie Eisenbahnen und Gasversorgung sind [nach dem Erdbeben nun] wieder zu 82 Prozent verfügbar. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.1996]
Die sportliche Infrastruktur [des Wintersportortes] ließ […] kaum einen Wunsch offen: mehr als 60 Kilometer präparierte Pisten bis in eine Höhe von 3.000 Metern, fünf Seilbahnen, zwei Sessel‑ und fünfzehn Schlepplifte,[…] Langlaufloipen und Curlingbahnen. [Die Zeit, 23.03.1984]
Starke zahlenmäßige Verringerungen und Einsparungen ließen sich nicht nur in den Streitkräften selbst, sondern auch in dem vornehmen, was man ihre »Infrastruktur« nennt. Im militärischen Sprachgebrauch bezeichnet dieses Wort alle stationären Einrichtungen, die für das Funktionieren der Streitkräfte erforderlich sind. Das Wort umfaßt die Stützpunkte ebenso wie die Verbindungslinien – einschließlich der Häfen, der Lagerungs‑ und Verteilungsdepots und der Ölleitungen – und ebenso […] alle Hauptquartiere, Kasernen, Lager und Flugplätze […]. [Die Zeit, 10.03.1955]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

infra- · infrarot · Infraschall · Infrastruktur
infra- ‘unterhalb, jenseits’ entspricht lat. īnfrā Adv. und Präp. ‘unten, unterhalb, darunter’ (zu lat. īnferus, īnfer ‘der untere’, s. ↗infernalisch), das in der modernen Wissenschaftssprache (19./20. Jh.) für Zusammensetzungen herangezogen wird wie infrarot Adj. ‘jenseits des roten Endes des Lichtspektrums liegend’, Infraschall m. Schwingungen, deren Schwingungszahlen unterhalb der menschlichen Hörgrenze (16 Hz) liegen, Infrastruktur f. ‘alle für die Wirtschaft eines Landes notwendigen Anlagen, die nur mittelbar der Produktion dienen’, vgl. engl. infrastructure.

Thesaurus

Synonymgruppe
Infrastruktur · ↗Unterbau
Unterbegriffe
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Gesamtheit militärischer Anlagen · Infrastruktur

Typische Verbindungen zu ›Infrastruktur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Infrastruktur‹.

Zitationshilfe
„Infrastruktur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Infrastruktur>, abgerufen am 24.02.2021.

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