Ingrimm, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ingrimms · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung In-grimm (computergeneriert)
eWDG

Bedeutung

veraltend Grimm
Beispiele:
jmdn. packt der Ingrimm
Weil mich manchmal Ingrimm befiel … erschien ich meinen Begleitern um so mehr als gefährlicher Bösewicht [ G. Hauptm.4,268]
aber mit jedem seiner Worte steigerte er nur den Ingrimm des Familientyrannen [ TralowKepler88]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grimm · grimm · grimmig · grimmen · ergrimmen · Ingrimm · ingrimmig
Grimm m. ‘Wut, heftiger Zorn’, auch (seit Ende 18. Jh.) ‘unterdrückter Zorn’, mhd. grim, mnd. grim(me) ‘Wut, Grimm, Wildheit’; vgl. ahd. zano gigrim ‘Zähneknirschen’ (um 800) sowie das zunächst vorherrschende, im Frühnhd. abkommende ahd. grimmī(n) ‘Grausamkeit, Wut, Wildheit, Strenge’ (8. Jh.), mhd. grimme ‘Wut, Wildheit’, feminines Abstraktum zum Adjektiv ahd. grim(mi) (s. unten), aus dem wohl ebenfalls, vielleicht über Fügungen wie mhd. der grimme muot, das jüngere Maskulinum durch Substantivierung hervorgeht (möglich wäre auch Entstehung aus flektierten Formen des Femininums, z. B. ahd. mit grimme). grimm Adj. ‘wütend, wild, schrecklich’, in der Dichtung bis ins 18./19. Jh. noch lebendig, ahd. grim, grimmi (Adv. grimmo) ‘grausam, wild, streng’ (8. Jh.), mhd. grim(me) ‘zornig, unfreundlich, wild, schmerzlich’, asächs. grim ‘feindlich, böse, schmerzlich, schlimm’, mnd. grim(me) ‘zähneknirschend, wütend, zornig’, mnl. aengl. engl. grim, anord. grimmr ‘grimmig, wild, grausam, schrecklich’, dän. grim ‘häßlich, übel’. Hiervon abgeleitet ist die im gegenwärtigen Nhd. allein übliche Suffixbildung grimmig Adj. ‘von Grimm erfüllt, heftig, stark’, ahd. grimmīg ‘grausam, grimmig’ (11. Jh.), mhd. grimmec, grimmic ‘zornig, schrecklich, wild, schmerzlich’, asächs. grimmag, nl. grimmig ‘grimmig, wütend’. Diese Adjektive stehen zu den bei gram (s. d.) genannten Wortformen im Ablautverhältnis und stimmen überein mit dem Präsensstamm des nur noch im älteren Nhd. gebräuchlichen grimmen Vb. ‘mit den Zähnen knirschen, brüllen, murren’ (im 18./19. Jh. gelegentlich es grimmt jmdn. ‘es versetzt jmdn. in Zorn’, wohl durch Vermischung mit grimmen ‘Schmerzen verursachen, kneipen,’ s. Grimmen), ahd. (8. Jh.), asächs. grimman ‘wüten, toben’, mhd. grimmen ‘wüten, brüllen, zürnen’, mnd. grimmen ‘knirschen, brüllen, murren, zürnen’, aengl. grimman ‘rasen, wüten’. Das ursprünglich starke Verb grimmen tritt vom 14. Jh. an in die schwache Flexion über; diese findet sich auch bei dem im Nhd. geläufigeren ergrimmen Vb. ‘zornig werden’ (unpersönlich mit Akkusativ ‘jmdn. zornig machen’), mhd. ergrimmen (13. Jh.). Die Gruppe, zu der auch die verhältnismäßig spät in der Literatursprache nachzuweisenden, aber vermutlich älteren Nominalbildungen Ingrimm m. ‘mühsam unterdrückter Zorn, Groll, Erbitterung’ (18. Jh.) und ingrimmig Adj. ‘erbittert, zornig’ (Ende 18. Jh., vorher ingrimmisch, 17. Jh.), beide zusammengesetzt mit in (s. d.), gehören, schließt sich wie awest. granta- ‘ergrimmt’, griech. chrómē, chrómos (χρόμη, χρόμος) ‘krachender Laut, Gewieher’, aslaw. grьměti ‘donnern’, russ. gremét’ (греметь) ‘donnern, klirren, dröhnen’, aslaw. gromъ, russ. grom (гром) ‘Donner’ (s. Pogrom), lit. gramė́ti ‘mit Gepolter fallen’, grumė́ti ‘dumpf dröhnen’ an ie. *ghrem- ‘laut und dumpf tönen, donnern, grollen, zornig sein’ an.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · Aufgeregtheit · Aufregung · Echauffiertheit · Echauffierung · Empörtheit · Entrüstung · Erbostheit · Feindseligkeit · Furor · Gereiztheit · Indignation · Jähzorn · Rage · Raserei · Stinkwut · Verärgerung · Wut · Wut im Bauch · Wüterei · Zorn · heiliger Zorn · Ärger  ●  Empörung  Hauptform · Ingrimm  veraltend · Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · Volkszorn · allgemeine Empörung

Verwendungsbeispiele für ›Ingrimm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen diese pflegt sich also der Ingrimm des jeweiligen Regimes zu richten. [Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 159]
Mit einem wilden Ingrimm fuhr die Alte auf sie los. [Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 43]
Das gab der alternde Meister – und Vater von fünf Kindern – mit Ingrimm preis. [Der Tagesspiegel, 13.02.2000]
Mit Ingrimm verfolgt er auch die von links unten nach rechts oben aufgestiegenen Achtundsechziger in der SPÖ. [Süddeutsche Zeitung, 25.01.1999]
Von Station zu Station steigerte sich sein Ingrimm über die Taliban. [Der Tagesspiegel, 07.10.2001]
Zitationshilfe
„Ingrimm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ingrimm>.

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