Insolvenzgericht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Insolvenzgericht(e)s · Nominativ Plural: Insolvenzgerichte
Aussprache [ɪnzɔlˈvɛnʦgəˌʀɪçt]
Worttrennung In-sol-venz-ge-richt
Wortzerlegung  Insolvenz Gericht2
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht für die Durchführung des Insolvenzverfahrens zuständiges Gericht   Für das Insolvenzverfahren ist in Deutschland für den Bezirk eines Landgerichts grundsätzlich dasjenige Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk das Landgericht seinen Sitz hat (§ 2 Absatz 1 der Insolvenzordnung).
siehe auch Konkursgericht
weiterführende enzyklopädische Informationen: § 2 Insolvenzordnung, in: Gesetze im Internet
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das zuständige Insolvenzgericht
in Präpositionalgruppe/-objekt: den Gang zum Insolvenzgericht antreten
als Aktivsubjekt: das Insolvenzgericht stimmt etw. zu, genehmigt etw., entscheidet (über) etw.
als Genitivattribut: unter Aufsicht des Insolvenzgerichts
Beispiele:
Sie können [als Selbständiger] beim Insolvenzgericht (das zuständige Amtsgericht) den Antrag auf Eröffnung des [Insolvenz-]Verfahrens stellen. Dabei können Sie weiter Ihrer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Vom Gericht wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der mit Ihnen die wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse bespricht. [Bild, 02.07.2014]
Die Gläubigerversammlung gehört zu jedem Insolvenzverfahren genauso dazu wie der Insolvenzverwalter, der vom zuständigen Insolvenzgericht bestellt wird. [Süddeutsche Zeitung, 22.09.2017]
Spätestens mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind alle inneren Konflikte, die ein Unternehmen in die Krise treiben, nur noch im Rahmen der Insolvenzordnung zu klären, also vor dem Insolvenzgericht. [Süddeutsche Zeitung, 31.08.2013]
Nach der Annahme des Insolvenzplans und nach der Zustimmung des Insolvenzgerichts wird das Insolvenzverfahren aufgehoben: Der Schuldner/das Unternehmen kann wieder »frei« handeln, muß aber den Insolvenzplan durchführen. [Welt am Sonntag, 20.12.1998]
Das Insolvenzverfahren ist so konzipiert, daß für Schuldner und Gläubiger eine außergerichtliche Einigung vorteilhafter ist. Kommt eine außergerichtliche Einigung nicht zustande, schließt sich das gerichtliche Verfahren an. Der Schuldner kann binnen sechs Monaten einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzgericht stellen. [C’t, 1998, Nr. 5]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Insolvenzgericht‹

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Zitationshilfe
„Insolvenzgericht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Insolvenzgericht>, abgerufen am 15.10.2021.

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