Instanzenzug, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Instanzenzug(e)s · Nominativ Plural: Instanzenzüge
Aussprache  [ɪn'stanʦn̩ˌʦuːk]
Worttrennung In-stan-zen-zug · Ins-tan-zen-zug
Wortzerlegung InstanzZug
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Recht Gesamtheit und hierarchische Reihenfolge der beim Fällen und bei der Überprüfung einer gerichtlichen Entscheidung von Gesetz wegen vorgesehenen Gerichte; mehrstufiges gerichtliches Verfahren, zu dem eine Erstentscheidung und die Überprüfung von Entscheidungen nachgeordneter durch übergeordnete Gerichte gehören
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der dreistufige Instanzenzug
als Genitivattribut: die Verkürzung des Instanzenzuges
Beispiele:
Amts‑ und Landgerichte werden Eingangsgerichte, das Oberlandesgericht wird Berufungsinstanz, der Bundesgerichtshof entscheidet nur noch Grundsatzfragen und wahrt die Rechtseinheit. Der künftige Instanzenzug wird also drei‑ statt wie bisher vierstufig sein. [Die Zeit, 29.12.1999]
Der Rechtsweg ist […] erst dann ausgeschöpft, wenn die im Wege einer einstweiligen Verfügung unterlegene Partei ins Hauptsacheverfahren geht und dort der Instanzenzug durchlaufen wird. [Süddeutsche Zeitung, 21.09.2015]
Letztlich dient die Schaffung der Instanzenzüge außer der Aufgabe, die Einheitlichkeit der Rechtsprechung sicherzustellen, in besonderer Weise dazu, Irrtümer von Richtern zu korrigieren. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.1997]
Das Oberlandesgericht Köln, als letztes Gericht im Instanzenzug, läßt es bei Rechnung und Geldbuße. [Die Zeit, 31.01.1975 (online)]
Zwar schließt der Instanzenzug in den einzelnen Rechtsprechungszweigen mit den oberen Bundesgerichten ab, das Bundesverfassungsgericht ist nicht zugleich das normale Ende des Rechtsweges[…] Dennoch ist das Bundesverfassungsgericht zu einer Art Überinstanz, zur letzten Instanz, zum eigentlichen obersten Gerichtshof in vieler Hinsicht geworden[…]. [Die Zeit, 24.03.1967]
Verwaltung Gesamtheit und hierarchische Reihenfolge der beim Fällen einer behördlichen Entscheidung o. Ä. beteiligten Ebenen und Institutionen; mehrstufiges behördliches o. ä. Verfahren
Beispiele:
Der weitere Instanzenzug: Bericht an die Oberbehörde, von dort ans Ministerium. [Der Standard, 21.01.2010]
In Deutschland schlagen sie sich bei Detailfragen mit dem ganzen Instanzenzug herum: Erst sind sie beim Referenten für die Universität, dann beim Abteilungsleiter, und wenn das nicht läuft, beim Staatssekretär oder den Staatssekretären, weil drei Ministerien beteiligt sind. [Die Zeit, 28.10.1999]
Damit ist der verbandsinterne Instanzenzug so gut wie ausgeschöpft, lediglich eine Anrufung des Verbandstags wäre noch möglich; dieser kommt allerdings in der Regel lediglich alle zwei Jahre zusammen. [Der Standard, 25.03.2013]
Es besteht zwischen Bundeskanzleramt und Bundeskanzler kein behördlicher Instanzenzug, und es ist dem Bundeskanzler nicht verwehrt, ohne Vermittlung des Staatssekretärs unmittelbar mit einzelnen Referenten zu verkehren. [Böckenförde, Ernst-Wolfgang, Die Organisationsgewalt im Bereich der Regierung, Berlin: Duncker u. Humblot 1964]
Als […] »Nachteile« der Aktiengesellschaft werden gelegentlich geltend gemacht: der teuere Apparat, sodann eine gewisse Schwerfälligkeit, wie sie sich aus der vielfach anzutreffenden Mehrköpfigkeit der Leitung und dem Instanzenzug »Vorstand, Aufsichtsrat, Generalversammlung« ergibt[…]. [Rieger, Wilhelm, Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Nürnberg: Hochschulbuchh. Krische 1928]

letzte Änderung:

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Instanzenzug · ↗Rechtsmittelzug
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Instanzenzug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Instanzenzug‹.

Zitationshilfe
„Instanzenzug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Instanzenzug>, abgerufen am 20.01.2021.

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