Integration, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Integration · Nominativ Plural: Integrationen
Aussprache  [ɪntegʀaˈʦi̯oːn]
Worttrennung In-te-gra-ti-on · In-teg-ra-ti-on
Wortzerlegung integrieren-ation
Wortbildung  mit ›Integration‹ als Erstglied: ↗Integrationist · ↗Integrationsbeauftragte · ↗Integrationsbeirat · ↗Integrationsdebatte · ↗Integrationsgipfel · ↗Integrationsgrad · ↗Integrationsklasse · ↗Integrationskosten · ↗Integrationskurs · ↗Integrationsminister · ↗Integrationsministerium · ↗Integrationspolitik · ↗Integrationspsychologie · ↗Integrationsrat · ↗Integrationsverweigerung · ↗Integrationswille · ↗Integrationswillen · ↗integrationsfähig
 ·  mit ›Integration‹ als Letztglied: ↗Ausländerintegration · ↗Desintegration · ↗Kundenintegration · ↗Marktintegration · ↗Sozialintegration · ↗Systemintegration · ↗Westintegration · ↗Wirtschaftsintegration
Herkunft zu integrātiolat ‘Wiederherstellung, Erneuerung’
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(Wieder-)‍Herstellung einer Einheit (aus Differenziertem); Vervollständigung
2.
Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes
3.
Soziologie
a)
Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit
b)
Zustand, in dem sich etwas befindet, nachdem es integriert worden ist
4.
Mathematik Berechnung eines Integrals
5.
Sprachwissenschaft Vereinigung einer Vielheit von sprachlichen Zeichen zu einer auch äußeren Ganzheit
6.
Psychologie Einheit im Aufbau der Persönlichkeit und in ihrer Beziehung zur Umwelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

integrieren · integrierend · Integrität · Integration · integral · Integralrechnung · Integral · integer
integrieren Vb. ‘ergänzen, vervollständigen, sich zusammenschließen, in ein größeres Ganzes eingliedern’ (18. Jh.), entlehnt aus lat. integrāre ‘wiederherstellen, ergänzen, erneuern, geistig auffrischen’ (zu lat. integer, s. unten); auch (wohl nach frz. intégrer) ‘ein Integral berechnen’ (s. unten Integral); dazu integrierend Part.adj. ‘zur Vollständigkeit erforderlich, notwendig’, besonders in der Fügung integrierender (Bestand)teil (18. Jh.), anfangs auch integranter Teil (nach frz. partie intégrante). Integrität f. ‘Vollständigkeit, Unberührtheit, Makellosigkeit, Unverletzlichkeit’ (um 1800), lat. integritās (Genitiv integritātis) ‘Unversehrtheit, Reinheit’, vgl. auch frz. intégrité. Integration f. ‘Zusammenschluß, Eingliederung, Vereinigung’, auch ‘Berechnung eines Integrals’ (19. Jh.), lat. integrātio (Genitiv integrātiōnis) ‘Wiederherstellung, Erneuerung’, frz. intégration ‘Berechnung eines Integrals’. integral Adj. ‘ein Ganzes ausmachend, für sich bestehend, vollständig, wesentlich’ (17. Jh.), spätlat. integrālis ‘unversehrt, nicht geteilt’, frz. intégral ‘integrierend, vollständig’. 1690 führt der Schweizer Mathematiker J. Bernoulli, wohl mit erneutem Rückgriff auf lat. integer (s. unten), ein nlat. integrālis in die mathematische Terminologie ein; seine Fügung nlat. calculus integrālis ergibt bald darauf (1696) frz. calcul intégral und wird im Dt. wiedergegeben mit Integralrechnung f. (Anfang 18. Jh.); hierzu (erst im 19. Jh. geläufiges) Integral n. ‘Grenzwert einer Summe’ (vorher Integralgröße, Integralzahl, um 1800), entsprechend der Substantivierung frz. intégrale f. (Mitte 18. Jh.). integer Adj. ‘unversehrt, unberührt, makellos, redlich, rechtschaffen’, Übernahme (19. Jh.) von lat. integer ‘unangetastet, unversehrt, unberührt’, zu lat. tangere ‘berühren’ mit der Negationspartikel in- (s. ↗in-2).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufnahme · Einbeziehen · ↗Einbeziehung · ↗Eingliederung · Integration · ↗Verzahnung · ↗Zusammenführung
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Mathematik
Synonymgruppe
Integralrechnung · Integration
Assoziationen
  • Integration durch Substitution · Substitutionsregel
  • Produktintegration · partielle Integration

Typische Verbindungen zu ›Integration‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Integration‹.

Verwendungsbeispiele für ›Integration‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu muss die deutsch-französische Zusammenarbeit als historischer Motor der europäischen Integration wieder die treibende Kraft sein.
Die Zeit, 28.01.2013, Nr. 04
Auch mit der europäischen Integration ging es nicht mehr weiter.
Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 91
Bisher haben sie die Befürworter einer engeren Integration nicht beantwortet.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1997]
Die währungspolitischen Instrumente der Integration bleiben auch für den Rest dieses Jahrzehnts - hinter der zentralen Planung - zweitrangig.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - R. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 8938
An die Stelle einer sozialen Integration durch Glauben tritt eine durch Kooperation.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 122
Zitationshilfe
„Integration“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Integration>, abgerufen am 26.02.2021.

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