Intelligenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Intelligenz · Nominativ Plural: Intelligenzen
Aussprache
WorttrennungIn-tel-li-genz (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Intelligenz‹ als Erstglied: ↗Intelligenzbestie · ↗Intelligenzbolzen · ↗Intelligenzfrage · ↗Intelligenzgrad · ↗Intelligenzler · ↗Intelligenzprüfung · ↗Intelligenzstufe · ↗Intelligenztest · ↗intelligenzintensiv
 ·  mit ›Intelligenz‹ als Letztglied: ↗Schwarmintelligenz · ↗Vorkriegsintelligenz
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nur im Singular
geistige Fähigkeit, Klugheit
Beispiele:
die begrenzte, hohe, menschliche, technische Intelligenz
ein hoher Grad von Intelligenz
ein bestimmtes Maß an Intelligenz
Intelligenz besitzen, haben, vermissen
Sie war hübsch und von durchschnittlicher Intelligenz [RinserMitte311]
2.
nur im Singular
Gesamtheit der Intellektuellen
Beispiele:
die bürgerliche, deutsche, künstlerische, polnische, technische Intelligenz
die Vertreter, Schicht der Intelligenz
Die Beziehung zwischen Arbeiterschaft und Intelligenz ist eine lebenswichtige Sache [JohoWendemarke203]
3.
meist im Plural
veraltend intellektuell Gebildeter
Beispiele:
führende Intelligenzen zu hundert am Werk [BrodFrau22]
Unser Wirtschaftsapparat ist ... nur mit Hunderttausenden von geschulten Intelligenzen aufrecht zu erhalten [RathenauBriefe2,249]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

intelligent · Intelligenz
intelligent Adj. ‘klug, begabt, verständig’ (18. Jh.), entlehnt aus lat. intelligēns (Genitiv intelligentis) ‘einsichtsvoll, sachverständig’, Part. Präs. von lat. intelligere (älter intellegere) ‘innewerden, verstehen, erkennen’, eigentlich ‘dazwischen wählen’ (lat. inter legere), d. h. ‘eine überlegte Wahl treffen’ (s. ↗Intellekt). Das ältere frz. intelligent (15. Jh.) mag die Aufnahme des Adjektivs ins Dt. befördert haben. Intelligenz f. ‘geheimes Einverständnis’ (17. Jh., vereinzelt und ohne Nachfolge), ‘gute Auffassungsgabe, Klugheit, Verstand’ (18. Jh., Frühbeleg 16. Jh.), ‘soziale Schicht geistig Schaffender’ (Mitte 19. Jh.), in dieser Bedeutung aktiviert (nach 1945) unter Einfluß von russ. intelligéncija (интеллигенция). Entlehnt aus lat. intelligentia, intellegentia ‘Einsicht, Erkenntnis, Verständnis, Verstand’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Denkfähigkeit · ↗Denkvermögen · ↗Geist · ↗Geisteskraft · Intelligenz · ↗Klugheit · ↗Scharfsinn · ↗Scharfsinnigkeit · ↗Vernunft · ↗Verstand  ●  ↗Gehirnschmalz  ugs. · ↗Grips  ugs. · ↗Grütze  ugs. · ↗Köpfchen  ugs.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
  • Herzgehirn · Herzintelligenz
Assoziationen
Synonymgruppe
Auffassungsgabe · ↗Auffassungsvermögen · ↗Aufnahmevermögen · ↗Denkvermögen · ↗Erkenntnisfähigkeit · Intelligenz  ●  geistiger Horizont  fig.
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Unterbegriffe
  • fluide Intelligenz · flüssige Intelligenz
  • kristalline Intelligenz · kristallisierte Intelligenz
Assoziationen
Synonymgruppe
Intelligenz · Intelligenzija · russische Intelligenz
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Russland  ●  Reußen  veraltet · Russerei  derb, veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Arbeiterklasse Begabung Charme Fleiß Forschungszentrum Humor Kreativität Sensibilität Witz außerirdisch bescheinigen emotional extraterrestrisch freischwebend kritisch künstlerisch künstlich liberal link mangelnd menschlich musikalisch polnisch schöpferisch technisch wach überdurchschnittlich überlegen überragend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Intelligenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Deutschen hatten vor 30 Jahren wie heute eine durchschnittliche Intelligenz von 100 - und in 30 Jahren wird dies noch immer so sein.
Die Welt, 01.10.2005
Für eine präzise Übersetzung ist dann immer noch menschliche Intelligenz gefragt.
Der Tagesspiegel, 13.09.2001
Auch seine Intelligenz schien alles andere als fürchterlich zu sein.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 24
Mit stets wacher Intelligenz bemühte er sich, seine Kenntnisse auf allen Gebieten zu erweitern.
Ferchault, Guy: Vidal (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 16817
Der Raum ist also selbst nichts anderes, als ein Handeln der Intelligenz.
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe - R. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 15304
Zitationshilfe
„Intelligenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Intelligenz>, abgerufen am 16.10.2019.

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