Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Inzest, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Inzestes · Nominativ Plural: Inzeste
Aussprache 
Worttrennung In-zest
Wortbildung  mit ›Inzest‹ als Erstglied: Inzesttabu
Herkunft zu incestuslat ‘Unzucht, Blutschande’ < in‑lat ‘un-’ (in-) + castuslat ‘Enthaltung von Genüssen aus religiösen Gründen’
eWDG

Bedeutung

Blutschande
Beispiele:
(einen) Inzest begehen
der Held der Erzählung wird zum Inzest mit der Mutter getrieben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Inzest m. ‘Geschlechtsverkehr zwischen Blutsverwandten’ (19. Jh.), zuvor in der Gelehrtensprache Incestus (um 1700), entsprechend lat. incestus m. ‘Unzucht, Blutschande’ (Adj. ‘moralisch und religiös unrein, unzüchtig’), gebildet mit Negationspartikel (s. in-2) zu lat. castus m. ‘Enthaltung von Genüssen aus religiösen Gründen’ (Adj. ‘frei von Fehlern, enthaltsam, moralisch rein, lauter, unschuldig’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Inzucht  ●  Blutschande  veraltet · Inzest  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Inzest‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Inzest‹.

Verwendungsbeispiele für ›Inzest‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Sohn steht wegen Inzest mit seiner Mutter vor Gericht. [Bild, 21.01.2005]
Den Begriff Missbrauch gab es damals noch nicht, wir redeten von Inzest. [Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49]
Das gesellschaftliche Tabu des Inzests scheint sehr stark zu sein. [Die Zeit, 18.03.2008, Nr. 12]
Der Inzest ist universell in nahezu allen Kulturen ein gesellschaftliches Tabu. [Die Zeit, 15.03.2008 (online)]
Sie zu verspotten, ihnen gar Inzest zu unterstellen ist bei der sunnitischen Mehrheit gängig. [Die Zeit, 27.03.1995, Nr. 13]
Zitationshilfe
„Inzest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Inzest>.

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