Inzest, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Inzestes · Nominativ Plural: Inzeste
Aussprache
WorttrennungIn-zest (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

Blutschande
Beispiele:
(einen) Inzest begehen
der Held der Erzählung wird zum Inzest mit der Mutter getrieben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Inzest m. ‘Geschlechtsverkehr zwischen Blutsverwandten’ (19. Jh.), zuvor in der Gelehrtensprache Incestus (um 1700), entsprechend lat. incestus m. ‘Unzucht, Blutschande’ (Adj. ‘moralisch und religiös unrein, unzüchtig’), gebildet mit Negationspartikel (s. ↗in-) zu lat. castus m. ‘Enthaltung von Genüssen aus religiösen Gründen’ (Adj. ‘frei von Fehlern, enthaltsam, moralisch rein, lauter, unschuldig’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Inzucht  ●  ↗Blutschande  veraltet · Inzest  Hauptform
Oberbegriffe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abtreibung Aids Alkoholismus Betrug Bigamie Ehebruch Eifersucht Freiheitsberaubung Halbschwester Hauch Homosexualität Intrige Kannibalismus Kindesmißbrauch Mißbrauch Mord Nötigung Prostitution Pädophilie Rache Schwangerschaft Schwester Selbstmord Sodomie Tabu Vatermord Vergewaltigung Vermeidung Verrat gewaltsamen

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach "Inzest", einem Buch, das in Frankreich 1999 erschien, veränderte sich die Lage entschieden.
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2001
In der deutschen Version bleibt nur die "Geschichte eines Inzests" übrig.
Der Spiegel, 12.12.1988
Allerdings waren, wenn weitere Fortpflanzung erwünscht wäre, die Kinder jedenfalls in der ersten Generation auf Inzest angewiesen.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 214
Verschieden geschlechtliche Z. sind bes. in Indien ungünstig wegen pränatalem Inzest.
Stiglmayr, E.: Zwillinge. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 45446
Die letzte Zeit hat selbst einen Versuch gebracht, den Inzest, allen Erfahrungen trotzend, nur als "symbolisch" gelten zu lassen.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 191
Zitationshilfe
„Inzest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Inzest>, abgerufen am 23.01.2018.

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