Ironie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ironie · Nominativ Plural: Ironien · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Iro-nie (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Ironie‹ als Erstglied: Ironiedetektor · ironisch · ironisieren
Herkunft zu eirōneíagriech (εἰρωνεία) ‘erheuchelte Unwissenheit, Verstellung, feiner Spott’ < eírōngriech (εἴρων) ‘wer sich unwissend stellt, sich verstellt’
eWDG

Bedeutung

spöttisch-kritische Geisteshaltung, die sich in der fingierten Annahme eines der wirklichen Meinung des Autors entgegengesetzten, oder wesentlich von dieser abweichenden Standpunktes äußert, was jedoch zu erkennen gegeben wird
Beispiele:
eine bittere, bissige, feine, heitere, schneidende, überlegene, brillante Ironie
etw., jmdn. mit Ironie behandeln
er sagte das ohne (jede) Ironie
er überhörte die Ironie in ihren Worten
ein Buch, Schauspiel voller Ironie
die Ironie des Schicksals
Beispiel:
es war (wie) eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet einem weitgereisten Manne der Gewinn einer Weltreise zufiel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ironie · ironisch · ironisieren
Ironie f. ‘hinter scheinbarem Ernst versteckter Spott, Äußerung, die das Gegenteil des Gemeinten ausdrückt’, im 18. Jh. entlehnt aus lat. īrōnīa, griech. eirōné͞ia (εἰρωνεία) ‘erheuchelte Unwissenheit, Verstellung, feiner Spott’, abgeleitet von griech. é͞irōn (εἴρων) ‘wer sich unwissend stellt, sich verstellt’; weitere Herkunft ungeklärt; vielleicht zu griech. é͞irō (εἴρω) ‘ich sage’. ironisch Adj. ‘mit feinem verstecktem Spott’, entlehnt (vielleicht schon in ironis, 16. Jh.) aus lat. īrōnicus, griech. eirōnikós (εἰρωνικός). ironisieren Vb. ‘ironisch ausdrücken’ (19. Jh.), nach frz. ironiser.

Thesaurus

Synonymgruppe
(feiner) Spott · Doppeldeutigkeit · gespielte Ernsthaftigkeit · gespielter Ernst  ●  Ironie  Hauptform · Spöttelei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ironie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ironie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ironie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit der Ironie, mit der sie den Methoden der Alten gern begegnet, ist es freilich nicht getan. [Schmidt-Rogge, Carl H.: Dein Kind &#x96; Dein Partner, München: List 1973 [1969], S. 267]
Ironie schließlich steckt im Titel der Schrift »Zum Ewigen Frieden«. [Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 350]
Hierin wurzelt zugleich die katholische Ironie in der modernen Welt. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 1, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 91]
Die Versicherung, man werde das Gesetz loyal handhaben, klang wie Ironie. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4358]
Die Ironie, so ahnte ich es immer, ist ein verteufelt kompliziertes Verfahren. [Die Zeit, 30.03.2000, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Ironie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ironie>.

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