Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Jagd, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Jagd · Nominativ Plural: Jagden
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Jagd‹ als Erstglied: Jagdabenteuer · Jagdanekdote · Jagdanzug · Jagdaufseher · Jagdausdruck · Jagdausflug · Jagdausrüstung · Jagdbann · Jagdbegebenheit · Jagdberechtigung · Jagdbeute · Jagdbezirk · Jagdbogen · Jagdbomber · Jagdbude · Jagdchaise · Jagdeifer · Jagderlaubnis · Jagderlebnis · Jagdfalke · Jagdfasan · Jagdfieber · Jagdflieger · Jagdflinte · Jagdflugzeug · Jagdfrevel · Jagdfrevler · Jagdfrühstück · Jagdgast · Jagdgebiet · Jagdgefolge · Jagdgehege · Jagdgeleit · Jagdgenossenschaft · Jagdgerechtigkeit · Jagdgerechtsame · Jagdgeschichte · Jagdgeschwader · Jagdgesellschaft · Jagdgesetz · Jagdgewehr · Jagdglück · Jagdgrenze · Jagdgrund · Jagdhabit · Jagdhaus · Jagdherr · Jagdhoheit · Jagdhorn · Jagdhund · Jagdhütte · Jagdkalesche · Jagdkanzel · Jagdkarte · Jagdkleid · Jagdkleidung · Jagdkollektiv · Jagdkunde · Jagdleidenschaft · Jagdlied · Jagdlust · Jagdmesser · Jagdmotiv · Jagdmusik · Jagdnetz · Jagdordnung · Jagdpanzer · Jagdpartie · Jagdpatent · Jagdpech · Jagdpächter · Jagdrecht · Jagdregal · Jagdrennen · Jagdrevier · Jagdross · Jagdschaden · Jagdschein · Jagdschloss · Jagdschutz · Jagdsignal · Jagdspringen · Jagdstaffel · Jagdstock · Jagdstrecke · Jagdstück · Jagdszene · Jagdtasche · Jagdtrophäe · Jagdverband · Jagdverbot · Jagdvergehen · Jagdwagen · Jagdwesen · Jagdwilderei · Jagdwurst · Jagdzauber · Jagdzeit · Jagdzeug · Jagdzimmer · Jagdzug · jagdbar · jagdberechtigt · jagdgerecht · jagdkundig
 ·  mit ›Jagd‹ als Letztglied: Aufholjagd · Balzjagd · Beizjagd · Bärenjagd · Büffeljagd · Dachsjagd · Diplomatenjagd · Drückjagd · Eberjagd · Elefantenjagd · Entenjagd · Erdjagd · Falkenjagd · Fangjagd · Fuchsjagd · Großwildjagd · Hasenjagd · Hetzjagd · Hexenjagd · Hochjagd · Hubertusjagd · Hühnerjagd · Hüttenjagd · Kaninchenjagd · Klopfjagd · Kollektivjagd · Kopfjagd · Lappjagd · Lockjagd · Löwenjagd · Menschenjagd · Mäusejagd · Niederjagd · Parforcejagd · Pirschjagd · Reitjagd · Rekordjagd · Saujagd · Schleppjagd · Schnepfenjagd · Schnitzeljagd · Schnäppchenjagd · Streifjagd · Treibjagd · Unterwasserjagd · Verbrecherjagd · Verfolgungsjagd · Wolfsjagd · Ämterjagd
eWDG

Bedeutungen

1.
das Aufsuchen, Verfolgen und Erlegen des Wildes
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Jagd ausüben
mit Hunden auf die Jagd gehen
von der Jagd kommen
er versteht sich auf die Jagd
die Jagd auf Hirsche
auf Wölfe Jagd machen
Jägersprache
Beispiele:
die hohe Jagd (= das Jagen von Hochwild)
die niedere Jagd (= das Jagen von Niederwild)
2.
umgangssprachlich, übertragen Verfolgung, Hetze
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
eine organisierte, abenteuerliche, rücksichtslose, mörderische Jagd
die Jagd mit der Filmkamera
das war eine Jagd! (= Hetzerei!)
eine wilde Jagd entspann sich
die Verfolger nahmen die Jagd auf
die Passanten beteiligten sich an der Jagd auf die Einbrecher
auf jmdn., etw. Jagd machenjmdn., etw. verfolgen
Beispiele:
Jagd auf Verbrecher machen
die Bombenflugzeuge machten Jagd auf bestimmte Ziele
die Jagd (= hetzende Gier) nach Geld, Vergnügen, nach dem Glück
3.
Veranstaltung zum Zweck des Jagens
Beispiele:
eine große Jagd abhalten
Zum Teufel Eure Jagden [ HebbelSiegfrieds TodV 2]
Jägersprache
Beispiele:
die Jagd geht auf (= beginnt)
die Jagd anblasen, abblasen
Jagd vorbei! (= Jagdsignal am Ende des Jagens)
4.
Gesamtheit der am Jagen Beteiligten
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Jagd bricht auf
die Jagd ist dort hinaus [ SchillerTellIII 2]
5.
wildreicher Bezirk, in dem das Jagen erlaubt ist
Beispiele:
eine Jagd haben, pachten
die vielen reichen Leute, die gerade hier in der Gegend leben, auf Schlössern und Gütern und Jagden [ Wasserm.Wahnschaffe1,192]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jagen · Jagd · Jagen · jagdbar · Jagdhund · Jäger · Jägerei · Jägerlatein
jagen Vb. ‘schnell verfolgen, hetzen, zu fangen oder zu erlegen suchen, eilen’, ahd. jagōn (8. Jh.), mhd. jagen ‘treiben, verfolgen, hastig eilen, in die Flucht schlagen, auf der Jagd sein’, mnd. jāgen, mnl. jāghen, nl. jagen. Die Herkunft des nur im Dt. und Nl. heimischen Verbs (anord. jaga ist aus dem Mnd. entlehnt) ist ungeklärt. Man zieht gewöhnlich (nur mit unsicherer Bedeutung überliefertes) aind. yahúḥ (etwa) ‘jung, jugendkräftig, Sohn’, yahvī́- f. (etwa) ‘jung, Tochter, letzte, eilende, fließende’ sowie awest. yazav- ‘jüngster, letzter’ heran; doch bleibt, da deren Ausgangsbedeutungen nicht zu ermitteln sind, ein daraus erschlossener Ansatz ie. *i̯agh- ‘nachjagen, begehren’ zweifelhaft. Jagd f. ‘Erlegung von Wild, Verfolgung, Jagdrevier’, ahd. jagōd (11. Jh.), mhd. jaget (Nebenform jacht, jeit) ist Abstraktbildung zum Verb. Jagen n. ‘Jagdrevier’ (18. Jh.). jagdbar Adj. ‘als Jagdbeute geeignet’ (17. Jh.), älter jagbar (bis 17. Jh.), mhd. jagebære. Jagdhund m. ‘für die Jagd abgerichteter und geeigneter Hund’, mhd. jagethund, vgl. ahd. jagahunt (9. Jh.), mhd. jagehunt. Jäger m. ‘wer auf Jagd geht’, ahd. jagāri (um 800), mhd. jegere, jeger; auch ‘leichtbewaffneter Soldat, Militärpolizist’ (18. Jh.). Jägerei f. mhd. jegerīe, jagerīe. Jägerlatein n. die dem Laien wegen ihrer speziellen Bezeichnungen unverständliche Fachsprache der Jäger, dann auch ‘Lügengeschichten über Jagdabenteuer, Prahlerei’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hatz · Hetze · Jagd · Verfolgung · Verfolgungsjagd  ●  Hetzjagd  auch figurativ · Kesseltreiben  auch figurativ · Treibjagd  auch figurativ · Gjaid  ugs., österr., veraltend
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Jagd · Jagdwesen · Jagen · Jägerei · Waidwerk · Weidwerk
Assoziationen
Synonymgruppe
Jagdbezirk · Jagdbogen · Jagdgebiet · Jagdrevier · Pirschbezirk  ●  Jagd  Kurzform · Revier  Kurzform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Jagd‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jagd‹.

Verwendungsbeispiele für ›Jagd‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darum hatte er auch bei der Jagd auf ihn mitgemacht. [Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 192]
Dort gelang es ihr zwar nicht, den richtigen Mann stellig zu machen, doch bei der Jagd fand sie schließlich einen andern. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 420]
Auch gegenwärtig sind wir von denunziatorischen Jagden auf früheres Verhalten heutiger Gegner nicht verschont. [Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 32]
Heute, läßt sie durchblicken, kenne sie durchaus auch dieses archaische Moment der Jagd. [Die Zeit, 26.11.1998, Nr. 49]
Sie sind auf der immerwährenden Jagd nach der nächsten wissenschaftlichen Revolution. [Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35]
Zitationshilfe
„Jagd“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jagd>.

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