Jammertal, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungJam-mer-tal
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

gehoben das Leben auf dieser Welt als Stätte des Unglücks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Jammer · jämmerlich · Jämmerlichkeit · jammern · Jammerlappen · jammerschade · Jammertal
Jammer m. ‘Wehgeschrei, beklagenswerter Zustand, Elend, Verzweiflung’, ahd. jāmar (9. Jh.), āmar (um 1000) n. m., mhd. jāmer, āmer n. m. ‘Betrübnis, Sehnsucht’ ist eine Substantivierung des Adjektivs ahd. jāmar (9. Jh.), āmar (um 1000) ‘traurig’, woraus sich das vom Ahd. bis ins Frühnhd. belegte neutr. Genus (neben dem mask.) erklären ließe; vgl. auch asächs. jāmar, giāmar, aengl. geōmor ‘leidvoll, betrübt’. Wahrscheinlich geht das Adjektiv auf einen Schmerzenslaut, einen Klageruf zurück, so daß in ahd. āmar, mhd. āmer (s. oben) sowie anord. amra, emja, ymja ‘heulen, schreien’ onomatopoetische Varianten vorliegen können. Die nhd. Form mit verkürztem Vokal setzt sich im 17. Jh. durch. jämmerlich Adj. ‘elend, erbärmlich, heruntergekommen, feige’, ahd. āmarlīh (8. Jh.), mhd. jāmerlich, jæmerlich ‘kläglich, leidvoll’; Jämmerlichkeit f. (17. Jh.). jammern Vb. ‘wehklagen’, ahd. āmarōn (um 1000), mhd. jāmern, āmern ‘klagen, stöhnen, seufzen’. Jammerlappen m. ‘wehleidig klagender Mensch, Feigling’ (berlin. 19. Jh.), eigentlich (scherzhaft) ‘das zum Abwischen der Tränen benutzte Taschentuch’. jammerschade Adj. (nur prädikativ), Zusammenrückung der prädikativ verwendeten Fügung Jammer und Schade (18. Jh.). Jammertal n. ‘das irdische Dasein’, mhd. jāmertal, hier (wie auch bei Luther) Übersetzung von spätlat. vallis lacrimārum ‘Tal der Tränen’ (Vulgata, Psalm 83, 7, bei Luther 84, 7).

Thesaurus

Synonymgruppe
irdisches Dasein  ●  (irdisches) Jammertal  fig.
Assoziationen
  • Stimmungstief · schlechte Phase · schlechte Zeit  ●  Tal der Tränen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstieg Ausweg Erde Erlösung Milliardengrab Nachtlokal Osten Paradies Rezession Weg befreien durchschreiten einzig erlösen herausführen herauskommen irdisch stürzen tief verlassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jammertal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotzdem scheint sich die Wirtschaft aufzurappeln aus einem fast vierjährigen Jammertal.
Der Tagesspiegel, 31.07.2004
Die Welt ist ein Jammertal, wo es keinen Rand mehr gibt, an dem man sich festhalten kann.
Die Welt, 03.09.1999
Wie es scheint, hatte ich es ziemlich eilig, dies Jammertal zu begrüßen.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8356
Ich konnte mein Kreischen in hysterische Höhen schrauben, um es gleich darauf wieder in tiefe Jammertäler des Schniefens abstürzen zu lassen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 34
Das Streben hat kein Ziel, das Leiden kein Maß; die Welt ist ein »Jammertal«.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 13844
Zitationshilfe
„Jammertal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jammertal>, abgerufen am 21.08.2019.

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