Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Job, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Jobs · Nominativ Plural: Jobs
Aussprache  [ʤɔp]
Wortbildung  mit ›Job‹ als Erstglied: Job-Nomade · Jobangebot · Jobbörse · Jobcenter · Jobhopper · Jobkiller · Jobnomade · Jobrotation · Jobsuche · Jobsuchende · Jobticket · Jobwechsel · Jobwunder · joblos
 ·  mit ›Job‹ als Letztglied: 1-Euro-Job · Aushilfsjob · Bürojob · Drittjob · Ein-Euro-Job · Eineurojob · Ferialjob · Ferienjob · Führungsjob · Ganztagsjob · Gelegenheitsjob · Halbtagsjob · Minijob · Nebenjob · Studentenjob · Teilzeitjob · Trainerjob · Traumjob · Vollzeitjob · Zweitjob
 ·  mit ›Job‹ als Grundform: jobben
Herkunft aus gleichbedeutend jobengl
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich Verdienstmöglichkeit in Form einer (vorübergehenden) Erwerbstätigkeit, Anstellung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der attraktive, gutbezahlte, hochdotierte, lukrative Job; der anstrengende, miese, schwierige, stressige, undankbare, [nicht] zumutbare Job; der feste, krisensichere, sichere, sozialversicherungspflichtige Job; der befristete, prekäre, schlechtbezahlte, unsichere Job
als Akkusativobjekt: [jmdm.] einen Job verschaffen; einen Job annehmen, antreten, kriegen, ablehnen; den Job behalten, wechseln, aufgeben, hinwerfen, kündigen, verlieren; seinen Job riskieren; [jmdn.] den Job kosten; Jobs schaffen, retten, gefährden, abbauen, streichen, vernichten
mit Dativobjekt: einem Job nachgehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: um seinen, den Job bangen, fürchten, zittern; sich um einen Job bemühen, bewerben; sich nach einem Job umschauen, umsehen; die Verlagerung, der Abbau, der Verlust von Jobs; die Suche nach einem Job; die Angst, Sorgen um den Job; die Aussicht auf einen Job; ohne Job dastehen
mit Genitivattribut: der Job des Bundestrainers, des Nationaltrainers; der Job des Parteichefs, Fraktionschefs, des Oppositionsführers
in Koordination: Jobs und Ausbildungsplätze, Ausbildungsstellen, Lehrstellen
als Aktivsubjekt: Jobs entstehen, kommen dazu, fallen weg, brechen weg, gehen verloren, verschwinden
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Job in der Autoindustrie, Dienstleistungsbranche, Gastronomie, Hotellerie, Medienbranche, Wirtschaft; ein Job im Baugewerbe, Dienstleistungsbereich, Dienstleistungssektor, Einzelhandel, Management, Staatsdienst
Beispiele:
Ein erster Schritt [aus einer unbefriedigenden Arbeitssituation] für Jutta L[…] war, auf Teilzeit zu gehen, bis sie schließlich ihren Job als Mitarbeiterin eines Kulturzentrums vollends an den Nagel hängte. [Thüringer Allgemeine, 05.12.2020]
Deutschlandweit haben im vergangenen Jahr rund 275.000 Hotel‑ und Gastro‑Mitarbeitende ihrer Branche den Rücken gekehrt […]. […]. Allein in Sachsen haben demnach rund 9.000 Köche, Service‑ und Restaurantkräfte den Job gewechselt, in Thüringen etwa 4.300. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 08.07.2021]
Neben den verbliebenen 3.200 Beschäftigten und 800 Leiharbeitern müssen [angesichts der drohenden Schließung des Produktionsstandorts] Zehntausende bei den Zulieferern und im Dienstleistungssektor um ihren Job bangen. [Welt am Sonntag, 17.06.2012]
Investitionen in eine kohlenstoffarme Wirtschaft, in Bildung und einen sozialen Ausgleich sollen in der nächsten Legislaturperiode eine Million neue Jobs schaffen. [Neue Westfälische, 07.05.2009]
Sie führte einen Jeansladen, und als das nicht mehr funktionierte, nahm sie einen Job im Büro an, halbtags, der Kinder wegen. [Die Welt, 08.01.2005]
2.
umgangssprachlich Aufgabenbereich im Rahmen der (regulären) Erwerbstätigkeit; Ergebnis, Resultat der geleisteten Arbeit
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der anstrengende, miese, schwierige, stressige, undankbare Job
als Akkusativobjekt: einen [fantastischen, hervorragenden], seinen Job machen
Beispiele:
Die Männer und Frauen der Polizei Hessen machen einen wichtigen Job. [Polizist – Kein Beruf wie jeder andere, 27.02.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
An dieser Stelle möchte ich allen Amtskolleginnen und Amtskollegen ein Lob aussprechen, die jeden Tag in diesem Land einen verdammt guten Job machen. [Leipziger Volkszeitung, 30.09.2021]
Einen anstrengenden Job machen die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Langenpreising. In voller Ausrüstung, mit Atemschutzgerät, Maske und weiterer Ausrüstung, müssen sie im Ernstfall in brennende und verrauchte Gebäude vordringen. [Landshuter Zeitung, 18.03.2021]
Die Entscheidungsträger auf EU‑ und Bundesebene haben einen katastrophalen Job gemacht, in der freien Wirtschaft müsste man nach einem solchen Versagen sofort zurücktreten. [Ralf Moeller: Sehr enttäuscht von der Bundesregierung, 03.03.2021, aufgerufen am 04.03.2021]
740 Reinigungskräfte gibt es […] im Landkreis Ludwigslust‑Parchim. Viele von ihnen – vor allem Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen – erledigen ihren Job in Teilzeit am späten Abend oder am frühen Morgen. [Schweriner Volkszeitung, 28.10.2020]
3.
umgangssprachlich (Auftrag über eine) meist gegen Bezahlung zu verrichtende Tätigkeit, zu erbringende Leistung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der leichte, heikle, riskante Job
als Akkusativobjekt: einen Job übernehmen
Beispiele:
David übernimmt einen Job als Drogenkurier, um seine Musikkarriere zu finanzieren. [Badische Zeitung, 08.12.2008]
Die 330 Kubikmeter Sand [auf dem Beachvolleyballplatz] müssen jedes Jahr geebnet und glattgezogen werden[…]. Die Volleyballsparte des TSV Zorneding bedankte sich sehr für die »baggertechnische« Unterstützung von M[…]. »Denn die rund 450 Tonnen Sand von Hand zu begradigen, wäre ein ziemlich undankbarer Job gewesen«[…]. [Münchner Merkur, 09.06.2021]
Die Crew des Raumfrachters Keiko nimmt einen scheinbar harmlosen Job an: einen Schmuggelauftrag. [Buchneuheiten im September 2019, 30.08.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Der scheinbare einfache Job läuft schnell aus dem Ruder und [der ehemalige Doppelagent] Ludwig Licht muss erkennen, dass er nur eine Figur in einem perfiden Spiel ist. [Mikis Wesensbitter liest: Thriller, 26.03.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Als […] seine Farm gepfändet werden soll, beschließt Dan, einen riskanten Job anzunehmen: Für 200 Dollar soll er […] den gefährlichen Bankräuber Ben Wade […] pünktlich am Gefangenenzug nach Yuma abliefern. [Kinotipp: »Todeszug nach Yuma«, 12.12.2007, aufgerufen am 20.08.2020]
4.
Informations- und Telekommunikationstechnik (automatisierter) Vorgang der Datenverarbeitung bzw. Folge der dazu auszuführenden Schritte
Beispiele:
Nachdem wir die Jobs […] abgebrochen haben, war der Fehler […] beseitigt. Scheinbar haben die hängenden Jobs permanent den Server so ausgelastet, dass kein freier Poolspeicher mehr vorhanden war. [Error »Der Server konnte keinen ausgelagerten Poolspeicher …« ID 2020 beseitigen, 18.11.2011, aufgerufen am 19.08.2020]
Wenn Sie Videos rendern oder anderen ressourcenfressende Jobs am PC erledigen, ist es durchaus sinnvoll, den entsprechenden Programmen so viel Prozessorleistung wie möglich zuzuteilen. [Windows XP: Mehr Prozessorleistung für best. Programme, 27.11.2006, aufgerufen am 01.09.2020]
Arbeiten mehrere Jobs parallel, können leicht Komplikationen auftreten. [GitLab-Runner installieren, 22.06.2019, aufgerufen am 19.08.2020]
V[…]s Software ermöglicht es, dass ein einzelner Backup‑Job parallel alle Daten oder Virtual Machines, die zu sichern sind, automatisch auf die[…] Backup‑Systeme verteilt. Bei anderen Lösungen müssen dafür gleichzeitig mehrere Jobs gestartet werden. [Storage-Pool für Backups, 21.10.2015, aufgerufen am 19.08.2020]
Tasks sind Operationen, die in Jobs sequentiell abgearbeitet werden. [Aktuelle Atlassian News von avono, 12.10.2011, aufgerufen am 31.08.2020]

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Job · Jobber
Job m. ‘(kurzfristige) Beschäftigung, Gelegenheitsarbeit zum Geldverdienen’. Nach 1945 wird gleichbed. engl. bzw. amerik.-engl. job im Dt. üblich. Das Wort ist unklarer Herkunft. Voraufgehendes mengl. jobb ‘Stück, Teil von etw.’ ist möglicherweise verwandt (bei aussprachebedingtem Anlautwechsel) mit mengl. gobbet ‘Mundvoll, Bissen, Stück (Nahrung)’, das auf afrz. gobet ‘ein Stück Nahrung, Bissen’, zu mfrz. frz. gober ‘(große Bissen) hinunterschlingen’, zurückgeht und letztlich vielleicht kelt. Ursprungs ist; vgl. ir. gäl. gob, air. gop ‘Schnabel’ (s. kabbeln). Die Bedeutung ‘Stück, Teil’ wird seit dem 16. Jh. auf den Bereich der Erwerbstätigkeit eingeschränkt; im 17. und 18. Jh. bezeichnet engl. job, zumal bei ländlichen Bevölkerungsschichten, die ‘Gelegenheitsarbeit’ im Unterschied zur Dauerstellung und erscheint auch für ‘Stück-, Akkordarbeit’. Zu Beginn des 19. Jhs. dringt job in die Sprache der Arbeiterschaft ein, da die Industrialisierung teils Arbeitslosigkeit, teils Kurz- und Gelegenheitsarbeit mit sich bringt. Daneben gilt im 17. bis 19. Jh. auch die Bedeutung ‘Profitgeschäft, betrügerische Machenschaft’. Erst im 20. Jh. gewinnt job, vor allem im Amerik.-Engl., seinen oben genannten Sinn. Vgl. Meurers in: Europ. Schlüsselwörter 2 (1964) 317 ff. In neuester Zeit entwickelt sich Job zu einem häufig gebrauchten Modewort, verallgemeinert dabei seine Bedeutung und bezeichnet nunmehr ‘jede Art von Tätigkeit, Auftrag, Aufgabe’ (21. Jh.). Jobber m. ‘Börsenspekulant’, Übernahme (18. Jh.) von engl. jobber (nach to job ‘mit Aktien handeln’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Anstellung · Arbeit · Arbeitsplatz · Arbeitsstelle · Arbeitsverhältnis · Beschäftigung · Position · Posten · Stellung  ●  Aufgabe  fig. · Beschäftigungsverhältnis  Amtsdeutsch · Stelle  Hauptform · (die) Stätte seines Wirkens  geh. · Amt  fachspr. · Job  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Beruf · Job (als)  ●  Profession  geh.
Assoziationen
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufgabe  ●  Amt  geh. · Job  ugs. · Posten  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Job‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Job‹.

Zitationshilfe
„Job“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Job>.

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