Journalismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Journalismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungJour-na-lis-mus
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Journalismus‹ als Letztglied: ↗Boulevardjournalismus · ↗Online-Journalismus · ↗Onlinejournalismus · ↗Printjournalismus · ↗Qualitätsjournalismus
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
Zeitungs-, Pressewesen
Beispiele:
Die Sorge wächst, dass die Krise der Zeitungen auch den seriösen Journalismus bedroht – und damit die Kontrollfunktion der »vierten Gewalt« in der Demokratie in Frage stellt. [Spiegel, 11.08.2009 (online)]
Es gibt offenbar auch im Journalismus Menschen, die aus Unsicherheit oder Denkfaulheit die Meinung ihrer Chefs zu antizipieren versuchen, sich deren Meinung zu eigen machen und hoffen, mit dieser Taktik Scherereien zu vermeiden. [Die Zeit, 22.01.2016 (online)]
Im französischen Journalismus hat die Veräußerung der führenden elsässischen Zeitung an die Hersant-Gruppe große Aufregung verursacht. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.1993]
Kollokation:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: der Journalismus im Netz [Internet]
2.
a)
Tätigkeit der Journalisten
Beispiele:
Journalismus ist […] Dienstleistung, Handwerk, Suche nach Wahrheit. [Der Spiegel, 11.12.2006, Nr. 50]
Zudem gehöre es zum Selbstverständnis des Journalismus in Deutschland, die Entwicklungen in der Gesellschaft kritisch zu begleiten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2006]
Wenn man einen dynamischen und ernsthaften Journalismus betreibt, dann kommt man damit zwangsläufig vielen Leuten in die Quere. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.2004]
Es gibt, wie in jedem ehrbaren Handwerk, auch im Journalismus ein paar Regeln, […] die altmodisch sind. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
»Ich finde den Journalismus einen sehr schönen Beruf,« fiel der Pfarrer lebhaft ein. [Suttner, Bertha von: Marthaʼs Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 3964]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: investigativer, kritischer, professioneller, seriöser, unabhängiger Journalismus
als Akkusativobjekt: Journalismus lernen, studieren, betreiben
in Koordination: Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit, Reklame, Werbung
als Genitivattribut: ein Doyen, Nestor des Journalismus; die Grundregeln des Journalismus
b)
salopp, (häufig) abwertend journalistische Berichterstattung, Schreibweise
Beispiele:
»Ich habe den Eindruck, daß wir eine spezifisch deutsche, unendlich abgenützte und auf die Dauer fast unerträgliche Manier des Journalismus überwunden haben: die von Heine inspirierte.« [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2006]
Eine Art Journalismus kommt hoch, der die Wirklichkeit nicht abbildet, sondern inszeniert […], vom Pop bis zur Politik. [Die Zeit, 29.12.1999, Nr. 1]
Zu den Verbrechen, die der Journalismus am Schauspielertum begeht, gehört der Zwang, in selbstgeschriebenen Feuilletons die »Eindrücke« zu formulieren, die der oder jener Liebling »von Wien« gewonnen hat. [Die Fackel [Elektronische Ressource], 2002 [1914]]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Journal · Journalist · journalistisch · Journalistik · Journalismus · Journaille
Journal n. ‘Tagebuch, Zeitschrift’. Im 17. Jh. wird frz. journal ‘Tagebuch, Zeitung, Zeitschrift’, älter ‘Bericht über die Tagesereignisse’, Substantivierung des Adjektivs journal ‘jeden Tag betreffend, täglich’, ins Dt. übernommen. Frz. journal ist eine Ableitung von frz. jour, afrz. jor, jorn ‘Tag’, aus spätlat. diurnum ‘Tag, Tagebuch’, dem substantivierten Neutr. von lat. diurnus ‘täglich’ (zu lat. diēs ‘Tageslicht, Tag’). Wie im Frz. (vgl. Journal des Savants 1665; Journal de Médecine 1682) bezeichnet Journal auch im Dt. zuerst Zeitschriften gelehrten Inhalts, ehe es in seiner Anwendung auf belletristische und andere Zeitschriften, schließlich auf Tageszeitungen ausgedehnt wird (18. Jh.). Ital. giornale ‘Tagebuch, Geschäftsbuch’ wird bereits im 15./16. Jh. in der Form Jornal, Giornal in die dt. Kaufmannssprache übernommen, im 17. Jh. aber auch hier durch frz. journal ersetzt. Die frz. Ableitung auf -al entspricht wie die ital. auf -ale einem spätlat. diurnālis ‘täglich’; vgl. auch mlat. diurnale, jurnale, jornale ‘Tagewerk, Rechnungs-, Tagebuch’. Journalist m. ‘wer für die Presse arbeitet’ (Ende 17. Jh., zunächst vor allem ‘Autor einer Zeitschrift’), nach frz. journaliste. Voraus geht kaufmännisches Jurnalist ‘Buchhalter, der das Geschäftstagebuch führt’ (1. Hälfte 17. Jh.), nach ital. giornalista. journalistisch Adj. (19. Jh.). Journalistik f. ‘Zeitungswesen, Zeitungswissenschaft’ (18. Jh.). Journalismus m. ‘Zeitungswissenschaft, publizistische Tätigkeit für die Presse’ (19. Jh.), frz. journalisme. Journaille f. ‘verantwortungslose, sensationshungrige, verleumderische Tagespresse sowie die Gesamtheit der in dieser Art tätigen Journalisten’ (Anfang 20. Jh.), französierende Neubildung nach ↗Kanaille (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Journalismus [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • Medien
Unterbegriffe
  • Gebauter Beitrag
  • Gefälligkeitsjournalismus  ●  Hofberichterstattung  fig.
  • Qualitätsjournalismus · seriöser Journalismus
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altmeister Doyen Eiertanz Entertainment Ethik Fachgruppe Flaggschiff Fritz-Sänger-Preis Grundregel Journalismus Nestor Spielart Sternstunde Traumberuf Vermischung angelsächsisch aufklärerisch engagiert essayistisch fair investigativ kritisch mutig professionell recherchierend seriös unabhängig unseriös verantwortungsvoll Öffentlichkeitsarbeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Journalismus‹.

Zitationshilfe
„Journalismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Journalismus>, abgerufen am 16.10.2019.

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