Jubel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Jubels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungJu-bel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Jubel‹ als Letztglied: ↗Torjubel
eWDG, 1969

Bedeutung

laute Bekundung der Freude, lauter Freudenausbruch
Beispiele:
ein voreiliger, stiller, dröhnender, ohrenbetäubender Jubel
der donnernde Jubel der Zuschauer
umgangssprachlich Jubel und Trubel (= freudiges, aufgeregtes Durcheinander)
umgangssprachlich da ist Jubel, Trubel, Heiterkeit (= da ist ein fröhliches Treiben)
ungeheurer Jubel bricht los
lauter Jubel schallt durch alle Säle
die Sieger begrüßte tosender Jubel
in hellen Jubel ausbrechen
die Freunde wurden mit großem Jubel empfangen
die Befreier zogen unter dem begeisterten Jubel der Bevölkerung in die Stadt ein
immer wieder brandeten Jubel und Begeisterung hoch [BöllBillard167]
Wer ein holdes Weib errungen, / Stimm' in unsern Jubel ein! [BeethovenFidelioII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jubilieren · Jubel1 · jubeln · verjubeln · Jubel-2 · Jubiläum · Jubilar
jubilieren Vb. ‘sich laut freuen, singen’, von Vögeln ‘trillern’, mhd. jūbilieren, spätmhd. auch ‘in mystische, innige Verzückung geraten’, entlehnt aus kirchenlat. iūbilāre ‘jauchzen, frohlocken’, lat. ‘ein wildes Geschrei erheben, jauchzen, jodeln’, ursprünglich vom Rufen der Bauern und Hirten. Dazu und zum Folgenden vgl. Grundmann in: Festschr. Trier (1954) 477 ff. Jubel1 m. ‘Freude, Jauchzen’, mhd. jūbel ‘Jubel, feierlich-jauchzende Schlußvariation des Andachtliedes, Freudenausbruch eines vom Gedanken an Gott erfüllten Herzens im Gesang’, in der Mystik auch ‘mystische Verzückung im Erlebnis der Vereinigung mit Gott’, aus spätlat. iūbilus, lat. iūbilum, ursprünglich der ‘Bauern- und Hirtenruf’, dann ‘freudiger Aufschrei, das Jauchzen, Jodeln’, kirchenlat. ‘das Jauchzen, Frohlocken des Volkes’; wohl eine Rückbildung aus lat. iūbilāre (s. oben). Dazu Jubelgeschrei (18. Jh.), Jubelruf (19. Jh.). jubeln Vb. ‘sich laut freuen’ (15. Jh.), Neubildung zu ↗Jubel. verjubeln Vb. ‘leichtsinnig durchbringen, verprassen’ (19. Jh.). Jubel-2 als erstes Glied in den nachfolgenden Komposita beruht auf kirchenlat. iūbilaeus (annus), griech. iōbēlá͞ios (ἰωβηλαῖος) als Wiedergabe von lautlich ähnlichem hebr. jōvēl ‘Widderhorn, Klang des Horns, Jubeljahr’. (Nach dem mosaischen Gesetz wurde alle fünfzig Jahre der Beginn des jüdischen Schuldenerlaßjahres mit Hörnerklang verkündet.) Dazu stellt sich frühnhd. jubeljar (15. Jh.), nhd. Jubeljahr, seit 1300 als Gnadenjahr der katholischen Kirche mit großem Ablaß alle hundert Jahre (später in kürzeren Abständen) gefeiert. Daher alle Jubeljahre ‘selten’ (18. Jh.). Ferner schließen sich hier an Jubelfeier, Jubelgreis, Jubelhochzeit (18. Jh.), Jubelpaar (19. Jh.), die jedoch alle als zu ↗Jubel gehörig empfunden werden. Jubiläum n. ‘Gedenkfest, Gedenktag’ (16. Jh.), kirchenlat. iūbilaeum ‘Jubelzeit’. Jubilar m. ‘wer ein Jubiläum feiert’ (18. Jh.), mlat. jubilarius ‘wer fünfzig Jahre in der gleichen Stelle ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Begeisterung · ↗Begeisterungsfähigkeit · ↗Enthusiasmus · ↗Entzücken · ↗Entzückung · ↗Euphorie · ↗Freude · ↗Gefühlsüberschwang · ↗Hochstimmung · Jubel · ↗Schwärmerei · ↗Spaß · ↗Vergnügen · ↗Verzückung · ↗Wohlgefallen · ↗Überschwang  ●  Spass  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Akklamation · ↗Applaus · ↗Beifall · ↗Beifallklatschen · Beifallsbezeigung · ↗Beifallsorkan · Beifallsrauschen · ↗Beifallssturm · ↗Beifallsäußerung · Handgeklapper · Jubel · ↗Klatschen · ↗Ovation · ↗Standing Ovations · stehende Ovationen (es gibt ...) · tosender Beifall  ●  Beifallsbekundung  geh. · ↗Beifallsbezeugung  geh.
Assoziationen
  • (das Publikum) von den Sitzen reißen · (die Zuschauer) zu Beifallsstürmen hinreißen · (einen) Beifallssturm entfachen
  • Applaus spenden · Beifall spenden · ↗beklatschen · ↗klatschen  ●  ↗akklamieren  österr. · ↗applaudieren  Hauptform · (die) Hände rühren  geh. · (mit) Beifall bedenken  geh. · Beifall zollen  geh. · in die Händchen patschen  ugs., abwertend
  • (bezahlter) Beifallklatscher · ↗Claqueur  ●  (die) Claque (Theat.)  fachspr. · Klatschvieh  derb, stark abwertend
  • Freudengeheul · ↗Freudengeschrei · Freudenschreie · ↗Gejohle (oft abwertend 'unter dem Gejohle') · Gejubel · Gejuchze · Hochrufe · Hurra-Rufe · ↗Hurrageschrei · Hurrarufe · ↗Jauchzer · Jubel · ↗Jubelgeschrei · Jubelrufe · ↗Juchzer · ↗Triumphgeschrei · Vivat-Rufe · Vivatrufe  ●  Frohlocken  veraltend · Hurra-Geschrei  abwertend
  • Begeisterungssturm · Begeisterungsstürme (auslösen) · Sturm der Begeisterung · Woge der Begeisterung · frenetischer Jubel · tosender Applaus
  • begeistert aufgenommen werden · begeisterte Aufnahme finden · gefeiert werden · mit Preisen überhäuft werden
  • (jemanden/etwas) frenetisch bejubeln · (jemanden/etwas) frenetisch feiern · begeistert aufgenommen werden (von) · begeistert gefeiert werden · begeisterte Aufnahme finden (bei) · zu Begeisterungsstürmen hinreißen  ●  (sich) vor Begeisterung überschlagen  fig.
Synonymgruppe
Freudengeheul · ↗Freudengeschrei · Freudenschreie · ↗Gejohle (oft abwertend 'unter dem Gejohle') · Gejubel · Gejuchze · Hochrufe · Hurra-Rufe · ↗Hurrageschrei · Hurrarufe · ↗Jauchzer · Jubel · ↗Jubelgeschrei · Jubelrufe · ↗Juchzer · ↗Triumphgeschrei · Vivat-Rufe · Vivatrufe  ●  Frohlocken  veraltend · Hurra-Geschrei  abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Applaus Beifall Delegierte Fan Jammer Trubel Zuschauer aufbranden ausbrechen ausgelassen brausend einstimmen frenetisch grenzenlos laut lautstark losbrechen ohrenbetäubend stürmisch tosend unbeschreiblich unbändig untergehen verfrüht verhallen verhalten verklingen überschwenglich überschwänglich überschäumend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jubel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Köln - Mitten hinein in den allumfassenden Jubel flog der Ball in Richtung des deutschen Korbes.
Die Welt, 06.08.2004
Aber allein das Bekanntwerden der Absicht sorgte für Jubel in der arabischen Welt.
Der Tagesspiegel, 07.10.2001
Die Basis ist sicherlich richtig, es ist aber viel sieghafter Jubel dabei.
o. A.: Einhundertdreiundfünfzigster Tag. Mittwoch, 12. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23866
Und ein großer Teil des Volkes brach in einen endlosen Jubel aus.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 940
Im anderen Fall war unser Jubel groß, denn es begann dann die Freude an der Hochzeit schon acht Tage vor derselben.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7178
Zitationshilfe
„Jubel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jubel>, abgerufen am 16.07.2019.

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