Jugendgerichtsgesetz, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Jugendgerichtsgesetzes · wird nur im Singular verwendet
Worttrennung Ju-gend-ge-richts-ge-setz
Wortzerlegung JugendgerichtGesetz
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Recht Bundesgesetz zur Regelung des Jugendstrafrechts, welches das Strafrecht und Strafprozessrecht durch spezielle Bestimmungen ergänzt und modifiziert
Kollokationen:
als Genitivattribut: die Änderung, die Bestimmungen, der Paragraph des Jugendgerichtsgesetzes
Beispiele:
Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) gilt uneingeschränkt für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Für 18 bis 20‑jährige können im Einzelfall bestimmte Vorschriften ebenfalls noch angewendet werden. Der Vorteil des Jugendstrafrechts ist offensichtlich: In der Regel wird deutlich milder bestraft, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass es sich bei der Jugendkriminalität oft um relativ harmlose, vorübergehende Entgleisungen handelt[…]. [www.rechtsanwaltskanzlei-kaufbeuren.de, 01.10.2016]
Hier [in Deutschland] hat der Richter die Freiheit, sich eine sogenannte Erziehungsmaßregel auszudenken, um den Lebensweg des Jugendlichen positiv zu beeinflussen (Paragraf 9 Jugendgerichtsgesetz) oder, strenger, eine Auflage [zu] erteilen, etwa »nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wiedergutzumachen, sich persönlich bei dem Verletzten zu entschuldigen, Arbeitsleistungen zu erbringen oder einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen« (Paragraf 15 Jugendgerichtsgesetz). [Süddeutsche Zeitung, 30.12.2017]
Nach Paragraf 3 Absatz 1 des Jugendgerichtsgesetzes muss er [ein Gutachter] klären, ob der Täter zur Zeit der Tat reif genug gewesen ist, »das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln« – falls nein, können auch 16‑Jährige wieder nach Hause gehen. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.2016]
Die gesetzlichen Grundlagen des Strafprozesses sind zum einen die Strafprozessordnung, das Gerichtsverfassungsgesetz, das Jugendgerichtsgesetz und das Strafgesetzbuch. Ferner fließen verfassungsrechtliche Grundsätze sowie Vorschriften der Europäischen Menschenrechtskonvention mit ein. [www.adwus.de, 10.11.2015]
Der große Rechtsgelehrte Gustav Radbruch, Reichsjustizminister der SPD, hat in den zwanziger Jahren ein Reformwerk geschaffen, das sich in seiner Substanz bisher bewährt: das Jugendgerichtsgesetz. […] Seit 1923 […] gilt per Gesetz die Erkenntnis, daß man auf Straftaten von Kindern bis zu 14 Jahren nicht mit Strafe, sondern mit den Mitteln der Kinder‑ und Jugendhilfe reagieren muß. Seit damals aber gibt es auch das Vorurteil, das Jugendstrafrecht sei ein lasches Recht, eine Art Kuschelecke der Justiz. [o. A. [pra]: Jugendstrafrecht. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000, München: DIZ 2000 [1998]]
Die Möglichkeit eines […] Ausgleichs zwischen Täter und Opfer ist im Strafgesetzbuch und im Jugendgerichtsgesetz vorgesehen; Ziel ist nicht nur eine Wiedergutmachung von materiellen Schäden, sondern ein umfassender Ausgleich. Danach ist es beispielsweise möglich, daß ein Täter, der einer älteren Frau die Einkaufstasche entwendet hat, sich verpflichtet, seinem Opfer vier Wochen lang die täglichen Besorgungen abzunehmen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.1998]

Typische Verbindungen zu ›Jugendgerichtsgesetz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jugendgerichtsgesetz‹.

Zitationshilfe
„Jugendgerichtsgesetz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jugendgerichtsgesetz>, abgerufen am 29.09.2020.

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