Jugendstil, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungJu-gend-stil (computergeneriert)
WortzerlegungJugendStil
Wortbildung mit ›Jugendstil‹ als Erstglied: ↗Jugendstilfassade · ↗Jugendstilmuster · ↗Jugendstilornament
eWDG, 1969

Bedeutung

Stil, der um 1900, besonders im Kunstgewerbe, in Erscheinung trat und der durch Verwendung stilisierter pflanzlicher Ornamente gekennzeichnet war
Beispiel:
Vasen, Möbel im Jugendstil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Jugend · jugendlich · Jugendlicher · Jugendliche · Jugendherberge · Jugendstil · Jugendweihe
Jugend f. ‘die frühen Jahre im Leben eines Menschen’, auch ‘Gesamtheit der jungen Leute’, Gegenwort Alter, ahd. jugund ‘Mannbarkeit, Jünglingsalter’ (8. Jh.), mhd. jugent ‘Jugend, junge Leute, Knaben’, mit n-Ausfall asächs. juguð, mnd. jȫget, mnl. jōghet, juecht, jocht, jōgede, nl. jeugd, aengl. geoguþ, engl. youth sind mit aind. yuvatí- ‘jung, Jungfrau’ als ti-Abstrakta auf ie. *i̯uu̯ṇti-, gebildet zum Adjektivstamm ie. *i̯uu̯en- der Wurzel ie. *i̯eu- ‘jung’ (s. ↗jung), zurückzuführen. Die genannten germ. Substantive zeigen jedoch inlautendes g statt w, das durch Angleichung an die unter ↗Tugend (s. d.) aufgeführten Formen entstanden sein kann. Ein tā-Abstraktum liegt vor in got. junda, lat. iuventa, während lat. iuventūs ein Ableitungssuffix -tūt- voraussetzt. jugendlich Adj. ‘die Jugend betreffend, jung, frisch’, ahd. jugundlīh (9. Jh.), mhd. jugentlich; substantiviert Jugendlicher m. häufig Plur. Jugendliche ‘junge Leute, Halbwüchsige’ (20. Jh.). Jugendherberge f. ‘Übernachtungsstätte für wandernde Jugendliche’ (üblich geworden im 20. Jh.). Jugendstil m. Kunststil um 1900, gekennzeichnet durch stilisierte Pflanzenornamente in Malerei und Buchgestaltung; nach der Münchener Zeitschrift „Jugend“ benannt, deren graphische Gestaltung Vorbild war. Jugendweihe f. Feier, bei der die Vierzehnjährigen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden; zuerst eine Veranstaltung freireligiöser Gemeinschaften für die aus der Schule ins Leben tretenden Jugendlichen (Ende 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barock Bauhaus Biedermeier Buchkunst Eklektizismus Expressionismus Funktionalismus Gotik Gründerzeit Gürtelschließe Heimatkunst Historismus Impressionismus Klassizismus Konstruktivismus Kubismus Kunsthandwerk Modernismus Naturalismus Neobarock Neoklassizismus Neubarock Ornamentik Rokoko Sachlichkeit Sezession Symbolismus floral getanzt katalanisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jugendstil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch scheint der »reine Jugendstil« nur eine Übergangsperiode gewesen zu sein.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 52
Die üppigen Ornamente des zeitgenössischen Jugendstils lehnt die junge Frau ab.
Der Tagesspiegel, 01.11.2001
Die Liebhaber des Jugendstils, der Vasen, wie des Schmucks kommen hier reichlich auf ihre Kosten.
Die Welt, 28.04.2001
P. strebte wie andere Künstler des Jugendstils das Gesamtkunstwerk an.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18101
Statt dessen machte der Jugendstil weite und fließende Gewänder populär.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 388
Zitationshilfe
„Jugendstil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jugendstil>, abgerufen am 15.10.2019.

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