Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Jungbrunnen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Jung-brun-nen
Wortzerlegung jung Brunnen
eWDG

Bedeutung

dichterisch Quelle neuer Jugend, Schönheit und Kraft
Beispiel:
der Jungbrunnen der Natur
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

jung · Junge · jungen · verjüngen · Jungbrunnen · Jungfrau · jungfräulich · Junggeselle
jung Adj. ‘nicht alt, frisch, neu’, ahd. jung (8. Jh.), mhd. junc, asächs. jung, mnd. junc, mnl. jonc, nl. jong, aengl. g(e)ong, engl. young, anord. ungr, schwed. ung, got. juggs (germ. *junga- aus *ju(w)unga-) führt mit aind. yuvaśáḥ ‘jung, junger Mensch’, lat. iuvencus ‘junger Stier, junger Mensch’ auf ie. *i̯uu̯ṇk̑ós, eine mit Gutturalerweiterung gebildete Ableitung zum Stamm ie. *i̯uu̯en- (zur Wurzel ie. *i̯eu- ‘jung’). Dazu gehören aind. yúvā (Stamm yúvan-) ‘jung, Jüngling, junger Mann’, lat. iuvenis ‘jung, Jüngling, Jungfrau’ und (mit sekundärer Umbildung nach diphthongischen Komparativformen) lit. jáunas ‘jung’, aslaw. junъ, russ. júnyj (юный); s. auch Jugend, Junior, Junker. Junge m. ‘Kind männlichen Geschlechts’ (überwiegend im Nordd. und Md.), wohl Verkürzung (16. Jh.) aus attributiven Fügungen (der junge Knabe, Geselle u. a.), während mhd. junge m. ‘Jüngling, junger Mann, Jünger’ als maskuline Substantivierung des Adjektivs anzusehen ist. Älter ist das substantivierte Neutrum das Junge ‘Tierjunges’, bereits ahd. jungo (9. Jh., daneben auch ahd. jungīn, jungī), mhd. junge. jungen Vb. ‘Junge werfen’ (15. Jh.). verjüngen Vb. ‘jung machen’ (16. Jh.), auch reflexiv ‘nach oben dünner werden’ (18. Jh.), vgl. ahd. jungen ‘verjüngen, erneuern’ (um 1000), jungēn ‘sich verjüngen’ (11. Jh.), mhd. jungen, jüngen ‘jung machen, werden’. Jungbrunnen m. ‘Brunnen, dessen Wasser jung machen soll’, mhd. juncbrunne. Jungfrau f. ‘junges, unverheiratetes Mädchen’, ahd. jungfrouwa (um 1000), mhd. juncvrouwe, -vrowe, -vrou ‘junge Herrin, unverheiratetes Edelfräulein’, auch (durch Übertragung der ehrenvollen Bezeichnung) die als Gottesmutter verehrte Jungfrau Maria, Äquivalent für lat. virgo und Synonym für mhd. maget (s. Magd). Später allgemein ‘junges, sexuell unberührtes Mädchen’ (s. Frau und Jungfer). jungfräulich Adj. ‘unberührt, rein, frisch’, mhd. juncvrouwelich. Junggeselle m. ‘unverheirateter Mann’, aus der Fügung der junge Gesell zusammengerückt, zunächst ‘junger Handwerksbursche’ (15. Jh.), der noch nicht verheiratet ist, daraufhin allgemein ‘unverheirateter (junger) Mann’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Jungbrunnen · Quelle der ewigen Jugend
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Jungbrunnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Jungbrunnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Jungbrunnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch anstatt an ihrem eigenen Grab zu schaufeln, stoßen die alten Herren doch tatsächlich auf einen Jungbrunnen. [Die Zeit, 07.03.2007, Nr. 11]
Bei einem Becher Tee beschließe ich, mich nach einem anderen Jungbrunnen umzusehen. [Die Zeit, 15.06.1990, Nr. 25]
Was genau hat man von diesem Jungbrunnen des Jazz denn nun zu erwarten? [Süddeutsche Zeitung, 29.03.2000]
Sie steht vor mir, wie im Jungbrunnen fast ersoffen – kaum wiedererkennbar. [Bild, 25.03.2002]
So gesehen ist selbst die Küche ein Jungbrunnen, solange man nicht jeden Tag großartige Dinge kochen muss. [Der Tagesspiegel, 06.08.2004]
Zitationshilfe
„Jungbrunnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Jungbrunnen>.

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