Köm, der

Alternative SchreibungKöhm
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Köm(e)s · Nominativ Plural: Köms
Aussprache
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch, umgangssprachlich Schnaps, Kümmelschnaps
Beispiel:
Der […] säuft seinen Liter Köm jeden Tag [NachbarMond10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kümmel · Köhm · Köm · kümmeln · Kümmeltürke
Kümmel m. Gewürzpflanze, deren als Gewürz dienende Samenkörner sowie ein mit Kümmel aromatisiertes alkoholisches Getränk. Der Ursprung der Pflanze und ihres Namens liegt im Orient. Als Vorstufen von griech. kýmīnon (κύμινον) kommen semit. Formen wie arab. kammūn, hebr. kammōn in Frage. Ahd. kumi, kumin (9. Jh.), mhd. kumin, mnd. kȫme(n), kāme, kȫmel, kömmel, nd. Kömen, Kömel, verkürzt Köhm, Köm m. ‘Kümmel(schnaps)’ ist entlehnt aus dem aus dem Griech. stammenden lat. cumīnum, cymīnum. Die heute im Dt. allein übliche Form mit auslautendem, durch Dissimilation entstandenem -l ist bereits ahd. belegbar, vgl. ahd. kumil (11. Jh.). kümmeln Vb. ‘Kümmelschnaps (nd. Köhm, s. oben) trinken’, dann allgemein ‘zechen, dem Alkohol kräftig zusprechen’ (18. Jh.). Kümmeltürke m. ‘Spießer, Angeber’, burschikoser Ausdruck für einen Studenten aus der Kümmeltürkei, wie die Gegend um Halle, die als besonderes Anbaugebiet für Kümmel galt, scherzhaft genannt wurde (18. Jh.). Danach allgemeines Schimpfwort, aber auch in der Wendung arbeiten wie ein Kümmeltürke ‘schwer arbeiten, schuften’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort lernte er, mit Hafenarbeitern zu malochen und Köm zu kippen.
Bild, 14.12.2005
Hinterher aber, bei Bier und Köm, machten die Genossen dafür ihrem Herzen um so hemmungsloser und erbitterter Luft.
Die Zeit, 30.11.1979, Nr. 49
Als Johann wieder am Trecker arbeitet, kommt Hans vorbei, und gleich riecht es, als wäre ein Glas Köm umgekippt.
Die Zeit, 25.12.1992, Nr. 53
Mit Bollerwagen, Köm und lustigen Hüten zogen nur ganz unverwüstliche Väter die Deiche entlang.
Die Welt, 14.05.1999
Ein undotierter Sonderpreis ging an das Köm (m) ödchen-Ensemble in der alten Besetzung mit Nicole Ankenbrand, Volker Diefes und Christian Ehring.
Süddeutsche Zeitung, 13.12.2002
Zitationshilfe
„Köm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Köm>, abgerufen am 11.12.2019.

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