Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

König, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular 1: Königs · Genitiv Singular 2: selten Königes · Nominativ Plural: Könige
Aussprache 
Worttrennung Kö-nig (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›König‹ als Erstglied: Königin · Königreich · Königsadler · Königsbann · Königsdisziplin · Königsdrama · Königsetappe · Königsfamilie · Königsfarn · Königsfasan · Königsflügel · Königsgalerie · Königsgrab · Königshaus · Königshof · Königskerze · Königskind · Königsklasse · Königskrone · Königskrönung · Königskuchen · Königslilie · Königsmacher · Königsmörder · Königspaar · Königspalme · Königspinguin · Königsröhrling · Königsschießen · Königsschlange · Königsschloss · Königssohn · Königsstuhl · Königsthron · Königstiger · Königstochter · Königswahl · Königswasser · Königsweg · Königsweihe · Königszapfen · Königtum · königlich · königsblau · königstreu
 ·  mit ›König‹ als Letztglied: Ausbrecherkönig · Bierkönig · Dschungelkönig · Eichelkönig · Einbrecherkönig · Elfenkönig · Erlenkönig · Erlkönig · Ex-König · Exkönig · Feenkönig · Finanzkönig · Froschkönig · Fußballkönig · Gangsterkönig · Gaukönig · Gegenkönig · Gottkönig · Gralskönig · Heringskönig · Herzkönig · Himmelskönig · Industriekönig · Kanonenkönig · Lottokönig · Pikkönig · Priesterkönig · Rattenkönig · Schattenkönig · Schellenkönig · Schneekönig · Schützenkönig · Soldatenkönig · Sonnenkönig · Südseekönig · Torschützenkönig · Treffkönig · Trumpfkönig · Vizekönig · Volkskönig · Wachtelkönig · Walzerkönig · Weinkönig · Wüstenkönig · Zaunkönig · Zeitungskönig · Zwergenkönig
 ·  mit ›König‹ als Binnenglied: Christkönigsfest · Dreikönigsfest · Dreikönigskuchen · Dreikönigstag · Dreikönigstreffen
eWDG

Bedeutungen

1.
Inhaber der höchsten monarchischen Würde in bestimmten Monarchien oder der zweithöchsten in Monarchien mit einem Kaiser
Beispiele:
der König von Schweden
historischdie preußischen Könige
historisch König Heinrich I.
historischdes Königs Rock tragen (= im Königreich Soldat sein)
wie ein König (= großzügig, auf großem Fuße) leben
biblischdie Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland
bildlich
Beispiele:
in der Fabel ist der Löwe der König der Tiere
jetzt war er Besitzer von Berg‑ und Hüttenwerken, Hauptaktionär der bedeutendsten Fabriken, ein ungekrönter König [ FusseneggerAntlitz99]
2.
übertragen
a)
Herrscher
Beispiel:
hier, in diesem Geschäft ist der Kunde König (= richtet sich alles nach den Wünschen des Kunden)
gehoben von bestimmten Tieren
Beispiele:
der König der Wüste (= der Löwe)
der König der Lüfte (= der Adler)
b)
der Erste, Beste seiner Art
Beispiele:
er ist der König der Geiger
der König der Diebe
sprichwörtlichunter Blinden ist der Einäugige König (= eine schwache Leistung sieht unter noch schwächeren wie eine gute aus)
dient der Personifizierung
Beispiel:
König Fußball (= Fußball, die beliebteste Sportart)
3.
Schach Hauptfigur, die matt gesetzt werden soll
Beispiele:
den König matt setzen
Schach dem König!
Kartenspiel Karte mit dem Bild eines Königs
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

König · Königin · königlich · Königreich · Königtum · Königskerze
König m. ‘Inhaber der höchsten (in Monarchien mit einem Kaiser zweithöchsten) monarchischen Würde, höchster weltlicher Herrscher in bestimmten Monarchien’, übertragen ‘Herrscher, der Erste, Beste seiner Art, der Oberste schlechthin’. Ahd. kuning (8. Jh.), mhd. künic, künec, asächs. kuning, mnd. kȫninc, mnl. cōninc, cueninc, nl. koning, aengl. cyning, cyng, cing, engl. king setzen germ. *kuningaz ‘König’ voraus, das schon früh als gleichbed. finn. kuningas entlehnt wird. Suffixablaut zeigen dagegen anord. konungr, schwed. konung, adän. kunung, konung, dän. konge. Daneben hat sich in zahlreichen aengl. Zusammensetzungen wie cynerīce ‘Königreich’, cynestōl ‘Königssitz, königlicher Wohnsitz’ und in ahd. kunirīhhi ‘Königreich’ (10. Jh.) als erstes Kompositionsglied ein kürzeres Wort für ‘König’, ahd. kuni-, aengl. cyne-, erhalten, das ebenso wie anord. konr (s. unten) auf germ. *kuniz zurückgeführt wird. Unzweifelhaft sind germ. *kuniz, *kuningaz und dessen nord. Entsprechungen auf -ung- verwandt mit germ. *kunjam ‘Geschlecht’ (s. unten). Auszugehen ist daher für alle Formen von der Bedeutung ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, wie sie für anord. konr ‘Edelgeborner’ bezeugt ist, während *kuniz im Westgerm. die gleiche Bedeutungsentwicklung erfährt wie die mit den Zugehörigkeitssuffixen -ing-, -ung- gebildeten Wörter. Soweit die genannten Formen einzelsprachlich die Bedeutung ‘König’ annehmen, meinen sie ursprünglich wohl den Herrscher über ein räumlich und personell eingeschränktes Gebiet. Erst mit der Entwicklung des fränkischen Merowingerreichs und der späteren Ausbildung der englischen und nordischen Königsherrschaft bezeichnen die Bildungen auf -ing-, -ung- den Inhaber der höchsten herrscherlichen Würde in einem Land. Wieweit die nord. Formen nicht nur semantisch, sondern vielleicht auch formal von dem westgerm. Vorbild (dem Titel des fränkischen Königs) abhängig sind, bleibt ebenso offen wie viele Fragen der lautlichen Entwicklung gerade im Anord.; vgl. (wenn auch zum Teil von der hier gegebenen Darstellung abweichend) Ekblom in: Studia Neophilologica 17 (1944/45) 1 ff. und Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 154 ff. Das oben erwähnte germ. *kunjam ‘Geschlecht’, erhalten in ahd. (8. Jh.), asächs. kunni, mhd. mnd. künne, mnl. conne, cunne, nl. kunne, aengl. cyn(n), engl. kin, anord. kyn, got. kuni, ist verwandt mit lat. genus ‘Geschlecht’ (s. Genus) und weiter mit den unter Kind (s. d.) genannten germ. und außergerm., auf die Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ zurückgehenden Formen. Mhd. künic, künec, eigentlich obd. Form, bleibt in der Schriftsprache (frühnhd. künig, kunig) bis in die 1. Hälfte des 16. Jhs. üblich, wird dann aber durch die md. Lautung aufweisende Form mit -ö- verdrängt. In mhd. Zeit ist der Nasal vor -g durch Dissimilation geschwunden (wie in Honig, Pfennig, s. d.). – Königin f. ‘weiblicher König, Gemahlin eines Königs’, übertragen ‘Herrscherin, die Erste, Beste ihrer Art, das einzige fruchtbare (weil eierlegende) Weibchen eines Bienenvolkes’, im Schach ‘die beweglichste und daher wertvollste Figur, Dame’, ahd. kuningin (8. Jh.), mhd. küniginne, küneginne. königlich Adj. ‘den König betreffend, zu ihm gehörend, ihm gemäß, vom König ausgehend’, übertragen ‘vornehm, hoheitsvoll (wie ein König), großzügig, herrlich, köstlich’, ahd. kuninglīh (8. Jh.), mhd. küniclich, küneclich. Königreich n. ‘Reich, Herrschaftsbereich eines Königs, Monarchie mit einem König an der Spitze’, ahd. kuningrīhhi (9. Jh.), mhd. künicrīche, auch ‘Königtum’. Königtum n. ‘monarchische Staatsform unter einem König, Stand, Würde eines Königs’ (Ende 17. Jh.), gebildet nach Kaisertum; vgl. asächs. kuningdōm ‘Königswürde, Herrschaft’. Königskerze f. stattliche, gelb blühende Pflanze mit kerzenartigem Stengel, frühnhd. kunges kerze (15. Jh.).

Thesaurus

Geschichte, Politik
Synonymgruppe
König · Schah
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›König‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›König‹.

Verwendungsbeispiele für ›König‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der archaischen Zeit von 800 bis 500 hatte der Adel die Könige entmachtet. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 28]
Und der deutsche Mann wurde dann der erste König über das tschechische Volk. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 9]
Die Gestalt des großen Königs ließ ihn aber auch in späteren Jahren nicht los. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 300]
Er hatte den König selbst, der dem Heere voraus nach Prag eilte, gebeten, für diese Arbeiten zu sorgen. [Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte – Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3780]
Wie kommt der König unbemerkt wieder aus seinem nassen Grab heraus? [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Zitationshilfe
„König“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/K%C3%B6nig>.

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