König, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: König(e)s · Nominativ Plural: Könige
Aussprache
WorttrennungKö-nig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›König‹ als Erstglied: ↗Kaiserpinguin · ↗Königin · ↗Königreich · ↗Königsbann · ↗Königsdisziplin · ↗Königsetappe · ↗Königsfarn · ↗Königsfasan · ↗Königsflügel · ↗Königshaus · ↗Königshof · ↗Königskerze · ↗Königskind · ↗Königsklasse · ↗Königskrone · ↗Königskuchen · ↗Königsmacher · ↗Königspaar · ↗Königspalme · ↗Königsröhrling · ↗Königsschießen · ↗Königsschloss · ↗Königssohn · ↗Königsthron · ↗Königstiger · ↗Königstochter · ↗Königswasser · ↗Königsweihe · ↗Königszapfen · ↗königlich · ↗königsblau · ↗königstreu
 ·  mit ›König‹ als Letztglied: ↗Bierkönig · ↗Eichelkönig · ↗Erlenkönig · ↗Erlkönig · ↗Ex-König · ↗Exkönig · ↗Finanzkönig · ↗Froschkönig · ↗Fußballkönig · ↗Gangsterkönig · ↗Gegenkönig · ↗Gottkönig · ↗Gralskönig · ↗Heringskönig · ↗Herzkönig · ↗Himmelskönig · ↗Industriekönig · ↗Kanonenkönig · ↗Rattenkönig · ↗Schattenkönig · ↗Schellenkönig · ↗Schneekönig · ↗Schützenkönig · ↗Soldatenkönig · ↗Sonnenkönig · ↗Torschützenkönig · ↗Treffkönig · ↗Trumpfkönig · ↗Vizekönig · ↗Volkskönig · ↗Wachtelkönig · ↗Walzerkönig · ↗Weinkönig · ↗Wüstenkönig · ↗Zaunkönig · ↗Zeitungskönig · ↗Zwergenkönig
 ·  mit ›König‹ als Binnenglied: ↗Christkönigsfest · ↗Dreikönigsfest · ↗Dreikönigstag · ↗Dreikönigstreffen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Inhaber der höchsten monarchischen Würde in bestimmten Monarchien oder der zweithöchsten in Monarchien mit einem Kaiser
Beispiele:
der König von Schweden
historisch die preußischen Könige
historisch König Heinrich I.
historisch des Königs Rock tragen (= im Königreich Soldat sein)
wie ein König (= großzügig, auf großem Fuße) leben
biblisch die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland
bildlich
Beispiele:
in der Fabel ist der Löwe der König der Tiere
jetzt war er Besitzer von Berg- und Hüttenwerken, Hauptaktionär der bedeutendsten Fabriken, ein ungekrönter König [FusseneggerAntlitz99]
2.
übertragen
a)
Herrscher
Beispiel:
hier, in diesem Geschäft ist der Kunde König (= richtet sich alles nach den Wünschen des Kunden)
gehoben von bestimmten Tieren
Beispiele:
der König der Wüste (= der Löwe)
der König der Lüfte (= der Adler)
b)
der Erste, Beste seiner Art
Beispiele:
er ist der König der Geiger
der König der Diebe
sprichwörtlich unter Blinden ist der Einäugige König (= eine schwache Leistung sieht unter noch schwächeren wie eine gute aus)
dient der Personifizierung
Beispiel:
König Fußball (= Fußball, die beliebteste Sportart)
3.
Schach Hauptfigur, die matt gesetzt werden soll
Beispiele:
den König matt setzen
Schach dem König!
Kartenspiel Karte mit dem Bild eines Königs
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

König · Königin · königlich · Königreich · Königtum · Königskerze
König m. ‘Inhaber der höchsten (in Monarchien mit einem Kaiser zweithöchsten) monarchischen Würde, höchster weltlicher Herrscher in bestimmten Monarchien’, übertragen ‘Herrscher, der Erste, Beste seiner Art, der Oberste schlechthin’. Ahd. kuning (8. Jh.), mhd. künic, künec, asächs. kuning, mnd. kȫninc, mnl. cōninc, cueninc, nl. koning, aengl. cyning, cyng, cing, engl. king setzen germ. *kuningaz ‘König’ voraus, das schon früh als gleichbed. finn. kuningas entlehnt wird. Suffixablaut zeigen dagegen anord. konungr, schwed. konung, adän. kunung, konung, dän. konge. Daneben hat sich in zahlreichen aengl. Zusammensetzungen wie cynerīce ‘Königreich’, cynestōl ‘Königssitz, königlicher Wohnsitz’ und in ahd. kunirīhhi ‘Königreich’ (10. Jh.) als erstes Kompositionsglied ein kürzeres Wort für ‘König’, ahd. kuni-, aengl. cyne-, erhalten, das ebenso wie anord. konr (s. unten) auf germ. *kuniz zurückgeführt wird. Unzweifelhaft sind germ. *kuniz, *kuningaz und dessen nord. Entsprechungen auf -ung- verwandt mit germ. *kunjam ‘Geschlecht’ (s. unten). Auszugehen ist daher für alle Formen von der Bedeutung ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, wie sie für anord. konr ‘Edelgeborner’ bezeugt ist, während *kuniz im Westgerm. die gleiche Bedeutungsentwicklung erfährt wie die mit den Zugehörigkeitssuffixen -ing-, -ung- gebildeten Wörter. Soweit die genannten Formen einzelsprachlich die Bedeutung ‘König’ annehmen, meinen sie ursprünglich wohl den Herrscher über ein räumlich und personell eingeschränktes Gebiet. Erst mit der Entwicklung des fränkischen Merowingerreichs und der späteren Ausbildung der englischen und nordischen Königsherrschaft bezeichnen die Bildungen auf -ing-, -ung- den Inhaber der höchsten herrscherlichen Würde in einem Land. Wieweit die nord. Formen nicht nur semantisch, sondern vielleicht auch formal von dem westgerm. Vorbild (dem Titel des fränkischen Königs) abhängig sind, bleibt ebenso offen wie viele Fragen der lautlichen Entwicklung gerade im Anord.; vgl. (wenn auch zum Teil von der hier gegebenen Darstellung abweichend) Ekblom in: Studia Neophilologica 17 (1944/45) 1 ff. und Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 154 ff. Das oben erwähnte germ. *kunjam ‘Geschlecht’, erhalten in ahd. (8. Jh.), asächs. kunni, mhd. mnd. künne, mnl. conne, cunne, nl. kunne, aengl. cyn(n), engl. kin, anord. kyn, got. kuni, ist verwandt mit lat. genus ‘Geschlecht’ (s. ↗Genus) und weiter mit den unter ↗Kind (s. d.) genannten germ. und außergerm., auf die Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ zurückgehenden Formen. Mhd. künic, künec, eigentlich obd. Form, bleibt in der Schriftsprache (frühnhd. künig, kunig) bis in die 1. Hälfte des 16. Jhs. üblich, wird dann aber durch die md. Lautung aufweisende Form mit -ö- verdrängt. In mhd. Zeit ist der Nasal vor -g durch Dissimilation geschwunden (wie in ↗Honig, ↗Pfennig, s. d.). Königin f. ‘weiblicher König, Gemahlin eines Königs’, übertragen ‘Herrscherin, die Erste, Beste ihrer Art, das einzige fruchtbare (weil eierlegende) Weibchen eines Bienenvolkes’, im Schach ‘die beweglichste und daher wertvollste Figur, Dame’, ahd. kuningin (8. Jh.), mhd. küniginne, küneginne. königlich Adj. ‘den König betreffend, zu ihm gehörend, ihm gemäß, vom König ausgehend’, übertragen ‘vornehm, hoheitsvoll (wie ein König), großzügig, herrlich, köstlich’, ahd. kuninglīh (8. Jh.), mhd. küniclich, küneclich. Königreich n. ‘Reich, Herrschaftsbereich eines Königs, Monarchie mit einem König an der Spitze’, ahd. kuningrīhhi (9. Jh.), mhd. künicrīche, auch ‘Königtum’. Königtum n. ‘monarchische Staatsform unter einem König, Stand, Würde eines Königs’ (Ende 17. Jh.), gebildet nach Kaisertum; vgl. asächs. kuningdōm ‘Königswürde, Herrschaft’. Königskerze f. stattliche, gelb blühende Pflanze mit kerzenartigem Stengel, frühnhd. kunges kerze (15. Jh.).

Thesaurus

Geschichte, Politik
Synonymgruppe
König · ↗Schah
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anbetung Fürst Kaiser Kronprinz Kurfürst König Königin Löwe Prinz Sohn Tal bayerisch belgisch dänisch empfangen englisch ernennen französisch heilig jordanisch krönen marokkanisch polnisch preußisch regieren saudisch schwedisch spanisch ungekrönt verstorben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›König‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings sind die Minister dem Parlament verantwortlich - nicht dem König.
Die Zeit, 21.07.2013 (online)
Der König bezeichnete jene, welche diese Techniker gefangengenommen hatten, als Patrioten, die ihre Tat in dem Bestreben begangen hatten, die Befreiung des Königreichs zu vollenden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1961]
Der König war davon so befriedigt, daß er seinen Sängern befahl, diese Musik abzuschreiben.
Lesure, François: Boni. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 2695
An ihre Stelle tritt eine kleine Garde um den König.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12628
Am Schluß fordert er die späteren Könige auf, zu versuchen, ob sie seine Taten nachmachen könnten.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 10213
Zitationshilfe
„König“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/König>, abgerufen am 15.12.2018.

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