Königin, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Königin · Nominativ Plural: Königinnen
Aussprache 
Worttrennung Kö-ni-gin (computergeneriert)
Wortzerlegung König-in
Wortbildung  mit ›Königin‹ als Erstglied: ↗Königinmutter · ↗Königinwitwe  ·  mit ›Königin‹ als Letztglied: ↗Ballkönigin · ↗Bienenkönigin · ↗Bierkönigin · ↗Dschungelkönigin · ↗Elfenkönigin · ↗Elfenkönigin · ↗Feenkönigin · ↗Herzenskönigin · ↗Himmelskönigin · ↗Schönheitskönigin · ↗Weinkönigin
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Inhaberin der höchsten monarchischen Würde in bestimmten Monarchien oder der zweithöchsten in Monarchien mit einem Kaiser
Beispiele:
die Königin von England
historischdie spanische Königin
Gemahlin eines Königs
2.
übertragen
a)
gehoben Herrscherin
Beispiel:
sie ist die Königin seines Herzens
b)
die Erste, Beste ihrer Art
Beispiel:
gehobensie war die Königin des Festes
dient der Personifizierung
Beispiele:
gehobendie Orgel, die Königin der Instrumente
die Königin der Nacht (= mittelamerikanischer Kaktus mit großen, nach Vanille duftenden Blüten, der nur eine Nacht lang blüht)
gehobenSie zog die Königin der Blumen (= die Rose) an Stöcken in ihrem Garten [ Th. MannBetrogene9,942]
3.
Schach beweglichste und daher für den Spielverlauf wertvollste Figur, Dame
Beispiel:
die Königin schlagen
4.
das einzige fruchtbare Weibchen eines Bienenvolkes, Weisel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

König · Königin · königlich · Königreich · Königtum · Königskerze
König m. ‘Inhaber der höchsten (in Monarchien mit einem Kaiser zweithöchsten) monarchischen Würde, höchster weltlicher Herrscher in bestimmten Monarchien’, übertragen ‘Herrscher, der Erste, Beste seiner Art, der Oberste schlechthin’. Ahd. kuning (8. Jh.), mhd. künic, künec, asächs. kuning, mnd. kȫninc, mnl. cōninc, cueninc, nl. koning, aengl. cyning, cyng, cing, engl. king setzen germ. *kuningaz ‘König’ voraus, das schon früh als gleichbed. finn. kuningas entlehnt wird. Suffixablaut zeigen dagegen anord. konungr, schwed. konung, adän. kunung, konung, dän. konge. Daneben hat sich in zahlreichen aengl. Zusammensetzungen wie cynerīce ‘Königreich’, cynestōl ‘Königssitz, königlicher Wohnsitz’ und in ahd. kunirīhhi ‘Königreich’ (10. Jh.) als erstes Kompositionsglied ein kürzeres Wort für ‘König’, ahd. kuni-, aengl. cyne-, erhalten, das ebenso wie anord. konr (s. unten) auf germ. *kuniz zurückgeführt wird. Unzweifelhaft sind germ. *kuniz, *kuningaz und dessen nord. Entsprechungen auf -ung- verwandt mit germ. *kunjam ‘Geschlecht’ (s. unten). Auszugehen ist daher für alle Formen von der Bedeutung ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, wie sie für anord. konr ‘Edelgeborner’ bezeugt ist, während *kuniz im Westgerm. die gleiche Bedeutungsentwicklung erfährt wie die mit den Zugehörigkeitssuffixen -ing-, -ung- gebildeten Wörter. Soweit die genannten Formen einzelsprachlich die Bedeutung ‘König’ annehmen, meinen sie ursprünglich wohl den Herrscher über ein räumlich und personell eingeschränktes Gebiet. Erst mit der Entwicklung des fränkischen Merowingerreichs und der späteren Ausbildung der englischen und nordischen Königsherrschaft bezeichnen die Bildungen auf -ing-, -ung- den Inhaber der höchsten herrscherlichen Würde in einem Land. Wieweit die nord. Formen nicht nur semantisch, sondern vielleicht auch formal von dem westgerm. Vorbild (dem Titel des fränkischen Königs) abhängig sind, bleibt ebenso offen wie viele Fragen der lautlichen Entwicklung gerade im Anord.; vgl. (wenn auch zum Teil von der hier gegebenen Darstellung abweichend) Ekblom in: Studia Neophilologica 17 (1944/45) 1 ff. und Kahl in: Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch., Germ. Abt. 77 (1960) 154 ff. Das oben erwähnte germ. *kunjam ‘Geschlecht’, erhalten in ahd. (8. Jh.), asächs. kunni, mhd. mnd. künne, mnl. conne, cunne, nl. kunne, aengl. cyn(n), engl. kin, anord. kyn, got. kuni, ist verwandt mit lat. genus ‘Geschlecht’ (s. ↗Genus) und weiter mit den unter ↗Kind (s. d.) genannten germ. und außergerm., auf die Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ zurückgehenden Formen. Mhd. künic, künec, eigentlich obd. Form, bleibt in der Schriftsprache (frühnhd. künig, kunig) bis in die 1. Hälfte des 16. Jhs. üblich, wird dann aber durch die md. Lautung aufweisende Form mit -ö- verdrängt. In mhd. Zeit ist der Nasal vor -g durch Dissimilation geschwunden (wie in ↗Honig, ↗Pfennig, s. d.). Königin f. ‘weiblicher König, Gemahlin eines Königs’, übertragen ‘Herrscherin, die Erste, Beste ihrer Art, das einzige fruchtbare (weil eierlegende) Weibchen eines Bienenvolkes’, im Schach ‘die beweglichste und daher wertvollste Figur, Dame’, ahd. kuningin (8. Jh.), mhd. küniginne, küneginne. königlich Adj. ‘den König betreffend, zu ihm gehörend, ihm gemäß, vom König ausgehend’, übertragen ‘vornehm, hoheitsvoll (wie ein König), großzügig, herrlich, köstlich’, ahd. kuninglīh (8. Jh.), mhd. küniclich, küneclich. Königreich n. ‘Reich, Herrschaftsbereich eines Königs, Monarchie mit einem König an der Spitze’, ahd. kuningrīhhi (9. Jh.), mhd. künicrīche, auch ‘Königtum’. Königtum n. ‘monarchische Staatsform unter einem König, Stand, Würde eines Königs’ (Ende 17. Jh.), gebildet nach Kaisertum; vgl. asächs. kuningdōm ‘Königswürde, Herrschaft’. Königskerze f. stattliche, gelb blühende Pflanze mit kerzenartigem Stengel, frühnhd. kunges kerze (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Königin · ↗Monarchin · ↗Queen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Dame (Schach)  ●  Königin  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Königin‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Königin‹.

Verwendungsbeispiele für ›Königin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sich die Zeiten ändern und eine Königin gesucht wird, dann sollten Sie sich wieder melden.
Der Tagesspiegel, 03.08.2003
Die "Königin der Instrumente" galt bundesweit jahrzehntelang als stiefmütterlich behandelt.
Die Welt, 03.01.2003
Da steht urplötzlich die Königin der Nacht vor ihrer Tochter.
Fath, Rolf: Werke - Z. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 27377
Die Königin schaute mich kurz an, dann reichte sie mir völlig unbefangen ihre Hand.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 68
Für die zweijährige Kultur hat sich die Sorte "Weiße Königin" besonders bewährt.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 378
Zitationshilfe
„Königin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/K%C3%B6nigin>, abgerufen am 25.09.2020.

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