Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kümmel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kümmels · Nominativ Plural: Kümmel
Aussprache 
Worttrennung Küm-mel
Wortbildung  mit ›Kümmel‹ als Erstglied: Kümmelbrot · Kümmelbrötchen · Kümmelkorn · Kümmelkäse · Kümmelschnaps · Kümmelspalter · Kümmeltürke · Kümmelöl
 ·  mit ›Kümmel‹ als Letztglied: Doppelkümmel · Feldkümmel · Kreuzkümmel
 ·  mit ›Kümmel‹ als Grundform: kümmeln
eWDG

Bedeutungen

1.
als Gewürzpflanze und Arzneipflanze angebautes, auf Wiesen und an Wegrändern wildwachsendes, zweijähriges Doldengewächs mit feingeteilten Blättern, weißen bis rosa Blüten und ätherische Öle enthaltenden kleinen graubraunen Früchten
2.
als Gewürz verwendete Früchte von 1
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Käse, die Wurst ist mit Kümmel gewürzt
Kümmel ins Brot backen
3.
mit Kümmelkörnern oder mit Zusatz von Kümmelöl hergestellter Branntwein, Kümmelschnaps
Beispiele:
eine Flasche Kümmel
Herr Ober, bitte zwei (Glas) Kümmel!
einen Kümmel trinken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kümmel · Köhm · Köm · kümmeln · Kümmeltürke
Kümmel m. Gewürzpflanze, deren als Gewürz dienende Samenkörner sowie ein mit Kümmel aromatisiertes alkoholisches Getränk. Der Ursprung der Pflanze und ihres Namens liegt im Orient. Als Vorstufen von griech. kýmīnon (κύμινον) kommen semit. Formen wie arab. kammūn, hebr. kammōn in Frage. Ahd. kumi, kumin (9. Jh.), mhd. kumin, mnd. kȫme(n), kāme, kȫmel, kömmel, nd. Kömen, Kömel, verkürzt Köhm, Köm m. ‘Kümmel(schnaps)’ ist entlehnt aus dem aus dem Griech. stammenden lat. cumīnum, cymīnum. Die heute im Dt. allein übliche Form mit auslautendem, durch Dissimilation entstandenem -l ist bereits ahd. belegbar, vgl. ahd. kumil (11. Jh.). – kümmeln Vb. ‘Kümmelschnaps (nd. Köhm, s. oben) trinken’, dann allgemein ‘zechen, dem Alkohol kräftig zusprechen’ (18. Jh.). Kümmeltürke m. ‘Spießer, Angeber’, burschikoser Ausdruck für einen Studenten aus der Kümmeltürkei, wie die Gegend um Halle, die als besonderes Anbaugebiet für Kümmel galt, scherzhaft genannt wurde (18. Jh.). Danach allgemeines Schimpfwort, aber auch in der Wendung arbeiten wie ein Kümmeltürke ‘schwer arbeiten, schuften’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kümmel [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Ajowan · Indischer Kümmel · Königskümmel · Mohrenkümmel · ägyptischer Ammei  ●  Ammi copticum  fachspr., lat. · Trachyspermum ammi  fachspr., lat., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Kümmel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kümmel‹.

gehackt gemahlen gewiegt

Verwendungsbeispiele für ›Kümmel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein eigenes Budget hat Kümmel nicht, ergo gibt es auch keine Gagen. [Die Zeit, 24.03.2008 (online)]
Haas hatte es kräftig gesalzen und gepfeffert und mit Kümmel bestreut. [Die Zeit, 18.08.2005, Nr. 34]
Wenn es plötzlich kein Öl oder keinen Kümmel mehr gab – das war wirklich sehr komisch. [Der Tagesspiegel, 09.11.1999]
Du rätst mir, eventuell einmal eine Flasche Kümmel zu trinken. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.09.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Mit ihrem Hund Kümmel lebt sie in der Nähe von Hamburg. [Die Zeit, 15.09.2008, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Kümmel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/K%C3%BCmmel>.

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