Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kündigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kündigung · Nominativ Plural: Kündigungen
Aussprache 
Worttrennung Kün-di-gung
Wortbildung  mit ›Kündigung‹ als Erstglied: Kündigungsbrief · Kündigungsfrist · Kündigungsgrund · Kündigungsklausel · Kündigungsmöglichkeit · Kündigungsrecht · Kündigungsschreiben · Kündigungsschutz · Kündigungstermin · Kündigungsverbot · Kündigungsverfahren · Kündigungswelle
 ·  mit ›Kündigung‹ als Letztglied: Kapitalskündigung · Massenkündigung · Sonderkündigung · Tarifkündigung · Vertragskündigung · Änderungskündigung
eWDG

Bedeutungen

1.
Lösung eines Vertragsverhältnisses, besonders eines Arbeitsrechtsverhältnisses oder Dienstverhältnisses, durch einen Vertragspartner
Beispiele:
jmdm. die Kündigung aussprechen
die Kündigung anfechten, zurücknehmen, zurückziehen
er nahm die Kündigung des Betriebes (nicht) an
die Kündigung ging von ihr aus
seine Kündigung beim Betrieb war überstürzt
befristete, fristgemäße Kündigung (= Kündigung mit Kündigungsfrist)
jmdm. die Kündigung (= Kündigungsschreiben) überreichen
dieser Brief enthielt seine Kündigung
die Kündigung eines Vertrages, Abkommens
die Kündigung der Wohnung, Miete, Pacht, eines Darlehens
vierteljährliche Kündigung haben
Ich verließ sofort ohne Kündigung meine Stelle [ BöllZug212]
2.
Kündigungsfrist
Beispiel:
eine Anstellung, ein Vertrag, eine Wohnung mit einmonatiger, vierteljähriger Kündigung
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kund · Kunde · Kunde · Kundschaft · Kundschafter · kundschaften · auskundschaften · künden · kundig · kündigen · Kündigung
kund Adj. ‘bekannt, offenbar’, ahd. kund (8. Jh.), mhd. mnd. kunt, asächs. kūð, aengl. cūþ, anord. kunnr, kuðr, got. kunþs (germ. *kunþa-) gehört als Partizipialbildung zu dem unter können (s. d.) dargestellten Verb. Auf Grund vornehmlich prädikativer Verwendung wird kund in jüngerer Sprache vielfach erstes Kompositionsglied in Verbindung mit bestimmten Verben, vgl. kundtun (ahd. kund tuon, mhd. kunt tuon), kundmachen (mhd. kunt machen), kundwerden (mhd. kunt werden), kundgeben (18. Jh.), wozu Kundgebung ‘Bekanntmachung’ (um 1850), ‘Demonstration’ (um 1870). – Kunde f. ‘Nachricht, Botschaft, Verlautbarung, Kenntnis, Lehre’, ahd. -kundī (in anakundī ‘Anklage’, um 800, unkundī ‘Unbekanntes, Fremdes’, um 1000), mhd. künde, kunde ‘Kenntnis, Bekanntschaft, Zeichen, Beweis, Mitteilung, Ort, wo man bekannt ist’, mnd. künde. Im Sinne von ‘Kenntnisse, wissenschaftliche Lehre’ in Zusammensetzungen, vgl. Geschichts-, Natur-, Weltkunde (Ende 17. Jh.), Erd-, Heilkunde (18. Jh.), Altertumskunde (19. Jh.). Kunde m. ‘wer (regelmäßig) ein Geschäftsangebot wahrnimmt, einen Laden, Dienstleistungsbetrieb (wiederholt) in Anspruch nimmt, Klient’ (16. Jh.), ahd. kundo ‘Verkünder, Zeuge’, (8. Jh.), ‘Bekannter’ (9. Jh.), mhd. kunde ‘wer bekannt ist, der Einheimische’; seit dem 16. Jh. im oben genannten kommerziellen Bereich für älteres kuntmann (15. Jh.). Kundschaft f. ‘Käuferkreis, Gesamtheit der Kunden’ (18. Jh.), älter ‘Bekanntschaft, Brüderschaft, Gemeinschaft, Freundschaftsbeziehung’ (16. Jh.), mhd. kuntschaft ‘Kenntnis, Nachricht, Auskundschaftung, Bekanntschaft’. Kundschafter m. ‘Nachrichtenermittler, Spion’ (15. Jh.), mhd. kuntschafter ‘auskunftgebende Person, Zeuge’. kundschaften Vb. ‘Nachrichten ermitteln, spionieren’ (15. Jh.). auskundschaften Vb. ‘erforschen, in Erfahrung bringen, ausspionieren’ (16. Jh.). künden Vb. ‘ansagen, kundtun’, ahd. kunden ‘verkünden, bekanntmachen, bezeugen’ (8. Jh.), daneben kundōn ‘verkünden, bekanntmachen’ (um 1000; vgl. anakundōn ‘brandmarken’, urkundōn ‘zeigen’, 9. Jh.), mhd. künden, kunden ‘kundmachen, bekanntmachen, anzeigen’. kundig Adj. ‘informiert, kenntnisreich’, meist auf einem bestimmten Gebiet (präzisierend sachkundig, ortskundig, sprachkundig), ahd. kundīg (Hs. 13. Jh.), unkundīg (Hs. 12. Jh.), mhd. kündec, kündic ‘bekannt, kund, klug, geschickt, stolz, anmaßend’. kündigen Vb. ‘aufsagen, den Rücktritt von einem Vertrag, einer Abmachung amtlich mitteilen’, mhd. kündigen ‘mitteilen, kündigen’; dafür auch aufkündigen (17. Jh.). Kündigung f. ‘Erklärung des Rücktritts von einem Vertrag, einem Dienstverhältnis’ (18. Jh.), älter ‘Nachricht, Kunde’ (15. Jh.), mnd. kündiginge ‘Bekanntmachung, Verkündung, Anfkündung’; vgl. mhd. kündunge ‘Verkündigung, Kunde’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abberufung · Absetzung · Ausscheiden · Demission · Entlassung · Kündigung · Vertragsauflösung  ●  Amtsenthebung  Amtsdeutsch · Verabschiedung  fig. · Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses  fachspr., bürokratisch
Assoziationen
Synonymgruppe
Abrogation · Aufhebung · Außerkraftsetzung · Kündigung
Synonymgruppe
Entlassung · Freisetzung · Kündigung  ●  Feuerung  ugs. · Rausschmiss  ugs. · Rauswurf  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Kündigung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kündigung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kündigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber schon im nächsten Satz sprach er ihre Kündigung aus. [Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 129]
Eine Stunde später bekamen alle, die vorgelesen hatten, ihre Kündigung. [Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 152]
Der Betrieb verspricht darin, bis zum Jahr 2004 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen. [konkret, 1999]
Er versuche, wenigstens betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, zuversichtlich ist er jedoch nicht. [Die Zeit, 22.11.1996, Nr. 48]
Am Montag, der dies undeutliche Halbfest ablöste, erhielt er durch eingeschriebenen Brief seine Kündigung. [Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 76]
Zitationshilfe
„Kündigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/K%C3%BCndigung>.

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