Kadenz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kadenz · Nominativ Plural: Kadenzen
Aussprache
WorttrennungKa-denz
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Kadenz‹ als Letztglied: ↗Solokadenz
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Musik virtuoses Solo eines Instrumentalkonzertes, in dem die Hauptthemen des Satzes behandelt werden
Beispiele:
eine schwierige Kadenz
in der Kadenz des ersten Satzes konnte der Pianist alle seine technischen Fähigkeiten zeigen
nach der großen Kadenz wird der erste Satz glanzvoll abgeschlossen
eine eigene Kadenz spielen
2.
Musik Folge von Akkorden, die einen Ruhepunkt, Abschluss bildet
3.
Literaturwissenschaft metrische Form des Versschlusses
Beispiel:
eine weibliche, männliche, stumpfe, klingende Kadenz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kadenz f. in der Musik ‘zum Schluß überleitende Akkordfolge’ bzw. (Konzertkadenz) ‘den Schluß einleitender, Spielschwierigkeiten enthaltender, unbegleiteter Solopart’, in der Metrik ‘abfallende Form des Versschlusses’. Als musikalischer Terminus seit dem 16. Jh. durch Entlehnung von ital. cadenza (aus lat. cadentia, Nominativ Plur. Neutr. des Part. Präs. von lat. cadere ‘fallen, sinken’, auch ‘abfallen, enden’ von Wort- und Tonfall) geläufig. Danach in die Metrik übertragen (18. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Feuerrate · Kadenz · Schussfrequenz
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kadenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Akkord Anwendung Eingang Finale Klausel Koloratur Konzert Kopfsatz Modulation Passage Rhythmus Satz Solist Thriller Verzierung Violinkonzert ausgewogen authentisch brillant dissonant enden harmonisch klassisch komponieren münden phrygisch tonal virtuos äolisch überraschend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kadenz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kadenz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach der bisherigen Verfassung von 1994 läuft seine Kadenz im Juli ab.
Süddeutsche Zeitung, 18.05.1999
Mit ihrer Kadenz wirkt diese Sonate wie ein umgearbeitetes Konzert.
Engel, Hans: Clementi. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 14785
Mühelos meistert er die brillanten, aber technisch äußerst schwierigen Kadenzen.
Der Tagesspiegel, 07.04.2005
Ja, erst die Geschichte der Musik von 1600 ab, sogar erst von 1750 bis 1900 war eine Geschichte von Dissonanz und Kadenz.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 154
Kaum aber lag ich, so spielte mir ein Nachbar, offenbar ein Künstler, Übungen, Kadenzen und einzelne Takte hundertmal hintereinander vor.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Kadenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kadenz>, abgerufen am 22.01.2020.

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