Kader, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kaders · Nominativ Plural: Kader
Nebenform schweizerisch Kader · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kaders · Nominativ Plural: Kader
Aussprache
WorttrennungKa-der
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Kader‹ als Erstglied: ↗Kaderabteilung · ↗Kaderakte · ↗Kaderarbeit · ↗Kadergespräch · ↗Kaderinstrukteur · ↗Kaderleiter · ↗Kaderpolitik · ↗Kaderreserve · ↗kaderpolitisch
 ·  mit ›Kader‹ als Letztglied: ↗Betriebskader · ↗Fachschulkader · ↗Führungskader · ↗Hochschulkader · ↗Leitungskader · ↗Nachwuchskader · ↗Olympiakader · ↗Parteikader · ↗Reisekader · ↗Staatskader · ↗Wirtschaftskader
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
(planmäßig herangebildeter) Stamm
a)
DDR (planmäßig herangebildeter) Stamm von Personen mit wichtigen Funktionen, von Nachwuchskräften, von Fachleuten auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens
Beispiele:
ein Kader junger Wissenschaftler leistet in diesem Betrieb wertvolle Forschungsarbeit
der Kader einer Partei
wird in wenigen Jahren in den Laboratorien und Maschinensälen das Kader der Wissenschaftler und Spezialisten fehlen [Tageszeitung1958]
b)
(planmäßig herangebildeter) Stamm einer Truppe, der meist aus Berufssoldaten, besonders Offizieren und Unteroffizieren, besteht
Beispiele:
Kader aufstellen
In Wiener-Neustadt allerdings war der Kader, dem ich das Regiment übergeben wollte […] längst auseinandergelaufen [BrodFrau102]
c)
Sport (planmäßig herangebildeter) Stamm von Sportlern, der für einen Wettkampf, ein Spiel in Frage kommt
Beispiel:
N zählt zum Kader für die nächsten Europameisterschaften
2.
mask., meist im Plural
Angehöriger von 1 a–c
Beispiele:
technische, wissenschaftliche, wirtschaftliche Kader
leitende, mittlere Kader
die Kader der Industrie, Wirtschaft, Armee, eines Betriebes
die führenden Kader der Partei
qualifizierte, wissenschaftlich geschulte Kader
Kader heranbilden, einsetzen
N ist ein hervorragender Kader
Tausende junger Kader nehmen alljährlich nach vollendeter Ausbildung die wissenschaftliche Arbeit auf [Tageszeitung1953]
Wir haben sichere Kader ausgesucht [BrechtCommune10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kader m. ‘(planmäßig herangebildeter) Bestand an Fachkräften, Stamm der für einen Wettkampf geeigneten Sportler’, älter ‘zur Führung eines Heeres nötiger Stamm von Offizieren und Unteroffizieren’, auch ‘Stamm einer Truppenabteilung’ (19. Jh.). Der zunächst im Militärwesen übliche Ausdruck wird nach 1945 unter Einfluß von russ. (Plur.) kádry (кадры) ‘fester Bestand, Stamm eines Heeres, fester Stamm von Mitarbeitern’ neu belebt. Er ist wie das russ. Wort entlehnt aus frz. cadre ‘Gesamtheit der Offiziere, die einen Truppenteil führen’, dann auch ‘Gesamtheit der Angestellten einer Behörde, eines Verwaltungsbezirks’, (Plur.) ‘leitende Angestellte eines Unternehmens’, eigentlich ‘(viereckiger) Rahmen, Plan, Einfassung’, übertragen daher ‘Rahmen bzw. Stamm einer Truppe’, das über ital. quadro ‘Viereck, Quadrat, Bild, Stammtruppe’ auf lat. quadrus ‘viereckig’, quadrum ‘Viereck, Quadrat’ zurückgeht (s. ↗Quader).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufgebot · ↗Auswahl · ↗Equipe (Reitsport) · Kader · ↗Mannschaft · ↗Riege (Turnsport) · ↗Team  ●  ↗Besetzung  fig. · ↗Gurkentruppe  ugs., abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akteur Länderspiel Nationalmannschaft Nominierung Profi Spieler Spielerin Zusammenstellung aktuell auffüllen aufgebläht ausdünnen ausgeglichen benennen berufen besetzt dezimiert erweitert kommunistisch komplett korrupt leitend nominieren streichen umfassend verbannen verkleinern vorläufig wiederstehen zusammenstellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kader‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum Kader jedoch werde er bereits in Genf wieder stoßen.
Die Zeit, 19.05.2006, Nr. 20
Man sollte aber zunächst nicht zu hohe Erwartungen an sie stellen; sie füllen erst einmal unseren Kader auf.
Der Tagesspiegel, 27.01.2005
Dabei berichten die zur Wahl stehenden Kader über ihre bisherige Arbeit.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - P. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 8202
Die Umwandlung der Geister war jedoch schwerer als jene der institutionellen Kader.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 1963
Ich fuhr dann über Wien nach Österreich-Schlesien zu meinem Kader.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 337
Zitationshilfe
„Kader“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kader>, abgerufen am 19.08.2019.

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